Der Mainframe ist tot, es lebe der Mainframe

Der Mainframe ist tot, es lebe der Mainframe

17. April 2009 - Vor Jahren wurde das Aussterben der Mainframes prophezeit, dennoch sind sie heute noch im Einsatz. Aber bald weiss niemand mehr, wie die Systeme zu bedienen sind.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/05

Bis 2015 müssten in der Schweiz pro Jahr mehr als 100 Personen zu Mainframe-Spezialisten ausgebildet werden, damit das Wissen in diesem Bereich erhalten bleibt, wie eine Untersuchung von IBM Schweiz ergeben hat. Auch wenn vor Jahren das Ende der Mainframes prophezeit wurde, so hat sich in der Zwischenzeit gezeigt, dass nach wie vor viele Unternehmen auf diese Systeme setzen. Noch immer sind in der Schweiz mehr als 50 System z von IBM im Einsatz, und im vergangenen Jahr wurden erstmals wieder mehr Mainframes verkauft. Zu den Kunden gehören vor allem Finanzinstitute und Behörden, die ein grosses, betriebskritisches Datenvolumen bewältigen müssen. Nimmt in den nächsten Jahren das Wissen über Mainframes weiter so dramatisch ab, könnte es für Unternehmen mit solchen Systemen als Hauptplattform problematisch werden.


Benötigt werden Leute für alle fünf Bereiche, nämlich Applikationsentwicklung, Middleware, Systemprogramming beim z/OS, IT-Architektur und Leistungs-Kapazitäts-Planung. Am dringendsten gebraucht werden Applikationsentwickler, gefolgt von Middleware- und Sys-temspezialisten. Auf Rang vier und fünf bei der Nachfrage liegen IT-Architekten und Experten für die Leistungs-Kapazitäts-Planung. «Je nach Disziplin dauert die Ausbildungszeit zwei bis zehn Jahre, weil in diesem Bereich die Erfahrung eine enorm wichtige Rolle spielt», so Walter Schaerer, Client Systems Manager bei IBM. Gerade auf Grund der langen Ausbildungszeit wäre die häufig vernachlässigte Nachfolge-planung so wichtig, meint Schaerer.

IBM selbst bietet mit den System z Mainframes an und ist daher direkt vom drohenden Mangel an Spezialisten betroffen. Mehr als die Hälfte der Fachkräfte für z/OS, dem Betriebssystem für die IBM-Mainframes, ist über 50 Jahre alt. Zwar bietet Big Blue mit seinen Learning Services seit Jahren entsprechende Schulungen an, die jedoch wegen geringen Interesses immer wieder einmal verschoben oder abgesagt werden müssen. Auf der Suche nach einer Alternative ist Schaerer im Gespräch mit dem European-Mainframe-Academy-Mitgründer (EMA) Wolfram Greis auf die EMA gestossen.



Die European Mainframe Academy

Eine Expertengruppe der Universität Leipzig rund um den pensionierten IBM-Mitarbeiter Prof. Dr. Wilhelm Spruth hat zusammen mit IBM Deutschland einen berufsbegleitenden Lehrgang entwickelt, um das Mainframe-Wissen zu erhalten. Ziel der EMA ist die «Sicherung des bestehenden Know-hows im Bereich Mainframe-Technologie und zeitgleich die Sicherung einer zeitnahen, hochqualifizierten und bedarfsorientierten Ausbildung von Experten auf dem Gebiet dieser Informationstechnologie», wie es auf der Webseite der EMA heisst.

 
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