Bei Twint soll es kriseln - drei Top-Manager haben das Unternehmen verlassen
Quelle: Twint

Bei Twint soll es kriseln - drei Top-Manager haben das Unternehmen verlassen

Jüngst soll es bei Twint zu drei Abgängen im Top-Management gekommen sein. Zudem soll die Schweizer Bezahl-Lösung laut einem Medienbericht aktuell mehr schlecht als recht funktionieren.
4. August 2019

     

Gemäss der Finanzplattform "Insideparadeplatz" ist es bei der Schweizer Mobile-Payment-Plattform Twint jüngst zu drei namhaften Abgängen gekommen. Sowohl Entwicklungschefin Sabine Do-Thuong als auch Twint-CIO Stefan Hediger (mit dem "Swiss IT Magazine" im letzten Jahr ein längeres Gespräch führte) und Chief Technology Officer Simon Uhde sollen das Unternehmen verlassen haben, wobei dies bei Uhde und Hediger freiwillig geschehen sei, während die Entwicklungschefin ihren Posten habe räumen müssen, so "Insideparadeplatz" im Artikel mit dem Titel "Twint in Not". Gemäss Quellen die "Swiss IT Magazine" vorliegen, seien aber wohl alle drei Abgänge im gemeinsamen Einverständnis erfolgt. So soll auch die Entwicklungschefin selbst gekündigt und das Unternehmen freiwillig verlassen haben.


Ein Twint-Sprecher soll bezüglich der Abgänge gegenüber der Plattform erklärt haben, dass die Ressourcen laufend angepasst würden und die Wechsel nicht aussergewöhnlich seien. "Insideparadeplatz" aber vermutet eine ausgewachsene Krise, denn den drei Managern gemeinsam sei, dass sie von Adnovum stammen. Adnovum hat den Kern der gesamten Twint-Software beigetragen, und ebendiese Software soll nun verschiedentlich Ärger machen – darauf zumindest sollen diverse Kommentare auf Google Play hindeuten. Die Kernsoftware funktioniere offensichtlich nicht richtig, schlussfolgert die Plattform, und sieht ein weiteres Indiz für die Krise – den Abgang von Adnovum-Boss Chris Tanner, der jüngst bekannt wurde. Inwieweit all dies zusammenhängt, kann sicherlich hinterfragt werden, allerdings ist der Abgang von beinahe der ganzen technischen Führungscrew bei Twint sicher ungewöhnlich und wohl auch nicht allzu leicht zu verkraften. (mw)


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Kommentare
die story hat eine lange geschichte. fact ist jedoch, dass twint probleme hat, das habe ich auch schon erlebt. das problem liegt wahrscheinlich auch daran, dass immer wieder verschiedene hände daran arbeiten, und dass die ziele unterschiedlich angesehen werden. twint könnte interessant sein, wenn man sich gemeinsam auf ein ziel einigt, und gewissenhaft daran arbeitet. dass verschiedene bankinstitute daran beteiligt sind ist gar nicht einfach. der abgang der mitarbeiter bei twint ist ein indiz dafür, dass offensichtlich unterschiedliche meinungen und zielsetzungen da sind, welche nicht überwunden werden konnten. wollen wir hoffen, dass das "flickwerk" in ein gutes software-werk überführt werden kann, welches für alle beteiligten bankinstitute gut lauffähig wird. mein tipp an die bankinstitute: setzt euch an den runden tisch und lasst die anwälte aussen vor.
Sonntag, 4. August 2019, d.w.



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