Digitalisierung gewinnt für Schweizer Firmen stark an Bedeutung

Digitalisierung gewinnt für Schweizer Firmen stark an Bedeutung

20. Februar 2017 -  Laut einer Umfrage von EY Schweiz messen 60 Prozent der Schweizer Unternehmen der Digitalisierung eine mittlere bis grosse Bedeutung zu. Der Grad der Digitalisierung hängt aber vom Unternehmenserfolg ab.
Digitalisierung gewinnt für Schweizer Firmen stark an Bedeutung
(Quelle: EY Schweiz)
Das Thema Digitalisierung gewinnt für Schweizer Unternehmen rasch an Bedeutung. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die EY Schweiz (Ernst & Young) bei 700 Schweizer Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern durchgeführt hat. Laut der Umfrage hat sich die Bedeutung von digitalen Technologien im Vergleich zum Vorjahr stark erhöht. 60 Prozent der hiesigen Firmen messen digitalen Technologien aktuell eine mittlere bis grosse Bedeutung zu – im Vorjahr lag der Anteil noch bei 45 Prozent. Allerdings hängt die Digitalisierung stark mit dem Unternehmenserfolg zusammen.


Laut EY spielt die Digitalisierung für 62 Prozent der erfolgreichen Unternehmen eine sehr grosse oder eine mittelgrosse Rolle. Bei den weniger erfolgreichen Unternehmen sagen dagegen nur 30 Prozent, dass digitale Technologien für ihr Geschäftsmodell elementar sind. Ausserdem wurde herausgefunden, dass vielen Unternehmen die Mittel für Investitionen fehlen. Über zwei Drittel der Befragten sehen zwar keine grundsätzlichen Hindernisse, um in digitale Technologien zu investieren. Mehr als doppelt so viele Firmen wie im letzten Jahr (15 Prozent) haben allerdings zu wenig Geld, 9 Prozent fehlt es an qualifizierten Mitarbeitenden und 8 Prozent haben zu wenig Know-how. "Viele mittelständische Unternehmen stehen am Scheideweg", lautet entsprechend der Befund von Marcel Stalder, CEO von EY Schweiz. "Ein Teil der Unternehmen passt sich flexibel an die neuen Entwicklungen an. Diese schaffen es, durch innovative Produkte und Dienstleistungen ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Andere werden jedoch den Anschluss verlieren: Sie investieren nicht genug in die Umstellung auf digitale Technologien, suchen zu wenig spezifisch nach geeigneten Mitarbeitenden oder vernachlässigen die Kulturentwicklung. Es droht der Schweizer Wirtschaft eine digitale Zweiklassengesellschaft."
Ebenfalls herausgefunden wurde im Rahmen der Umfrage, dass die Firmengrösse einen entscheidenden Einfluss auf Digitalisierungsprojekte hat. So nutzen 73 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatz über 100 Millionen Franken digitale Technologien. Bei Unternehmen mit einem Umsatz unter 30 Millionen Franken dagegen sagt nur 21 Prozent, digitale Technologien hätten eine sehr grosse Bedeutung.

Martin Ceccon, EY Digital Strategy Leader Schweiz, ruft auch die kleineren Unternehmen auf, offen für die Digitalisierung zu sein, sich neue Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen und in entsprechende Technologien zu investieren, denn sonst drohe eine gefährliche Abwärtsspirale. "Auch Betriebe mit 100 oder 200 Mitarbeitenden können Lieferketten optimieren, Kundenbeziehungen intensivieren oder Produkte individualisieren. Sie werden so flexibler und sparen Geld, Zeit und Ressourcen. Kooperationen sind wichtig, nicht nur wenn im Betrieb das Geld oder das Wissen für eigene digitale Lösungen fehlt. Die Unternehmen müssen ein digitales Ökosystem mit Partnern aufbauen. Dies bedeutet mehr und mehr auch anorganisches Wachstum."

Neben einer Zunahme der Kooperationen rechnet Martin Ceccon auch damit, dass die Zahl der spezialisierten digitalen Lösungsanbieter in den kommenden Jahren massiv zunehmen wird. "Es besteht noch viel Luft nach oben für digitale Lösungen als Baukastensysteme. So können kleinere Unternehmen, die keiner eigenen Lösung bedürfen, auf offene Plattformen zurückgreifen und diese in ihre Prozesse einbauen. Wir werden in Zukunft vermehrt solche Dienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen auf dem Markt sehen." (mw)
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