CIO-Interview: «Ich werde die IT physisch nie aus dem Haus geben»

CIO-Interview: «Ich werde die IT physisch nie aus dem Haus geben»

4. Dezember 2011 - Felix Frei ist nicht nur Direktor der AG Hallenstadion, er kümmert sich in dieser Funktion auch um die hochkomplexe IT des Hauses. Dabei setzt er voll auf die Karte Outsourcing.
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/12
Felix Frei, Direktor der AG Hallenstadion (Quelle: AG Hallenstadion)
Swiss IT Magazine: Herr Frei, das Hallenstadion verfügt über eine ziemlich komplexe technische Infrastruktur. Trotzdem haben Sie keinen IT-Verantwortlichen, sondern kümmern sich zusammen mit ihrem CFO selbst um die IT. Warum?
Felix Frei:
Der Grund dafür ist einfach: Auf administrativer Seite mit 25 Festangestellten und der üblichen Büroinfrastruktur entsprechen wir eigentlich einem kleinen KMU. Der Gesamtbetrieb unseres Hauses und insbesondere die IT sind aber äusserst komplex. Deshalb haben wir uns von Beginn an entschlossen, mit Outsourcing-Partnern zu arbeiten.


Können Sie mir sagen, wer Ihre Partner im IT-Umfeld sind?
Im IT-Bereich arbeiten wir seit der Neueröffnung mit Paninfo zusammen. Paninfo kümmert sich um die ganzen IT-Installationen, macht Netzwerkkonfigurationen und unterstützt uns im gesamten PC-Bereich. Jede Woche ist ein Paninfo-Mitarbeiter einen fixen Tag bei uns im Haus, um die anstehenden Tasks abzuarbeiten. Im Bereich Netzwerk und bei der Telefonie heisst unser Partner Swisscom. Hier wurde das Outsourcing jüngst sogar ausgeweitet. Bis vor rund einem halben Jahr haben wir die Telefonie selbst betrieben, mit einer eigenen Teilnehmervermittlungsanlage. Inzwischen haben wir auch die Telefonie im Rahmen eines Full-Service-Solution-Vertrags an Swisscom ausgelagert. Somit kümmert sich Swisscom heute um das Netzwerk sowie die Telefonie, bis hin zum Endgerät.

Und wer macht den First-Level-Support, wenn Paninfo nur einmal pro Woche im Haus ist?
Diese Aufgabe fällt dann mir und meinem CFO zu. Taucht irgendwo ein Problem auf, kümmern wir uns darum und entscheiden, ob es intern gelöst werden kann. Muss die Lösung extern erfolgen, wird entschieden, ob die Aufgabe auf die Taskliste von Paninfo oder Swisscom geht und wie dringend die Erledigung ist. Von Vorteil ist, dass wir sehr selbständige Mitarbeiter haben, so dass viele typische First-Level-Support-Aufgaben gar nicht anfallen.
Wie zufrieden sind Sie mit Paninfo und Swisscom, Ihren Outsourcing-Partnern?
Beides sind langjährige, mehrfach bestätigte Partner, was beweist, dass wir zufrieden sind. Für uns ist entscheidend, dass die Systeme zuverlässig und mit hoher Leistung performen, und dass die Partner selbst zuverlässig sind und unser hochkomplexes Haus kennen. Diese Anforderungen erfüllen sowohl Paninfo als auch Swisscom.

Sehen Sie noch Verbesserungspotential in der Zusammenarbeit mit Ihren Partnern?
Letztlich ist so eine Zusammenarbeit ein permanenter Optimierungsprozess. Gerade wenn man mit zwei Partnern arbeitet, und ein Partner Netzwerkkonfigurationen auf dem Netzwerk eines anderen Partners macht, gibt es immer wieder Schnittstellen-Diskussionen. Hier ist es wichtig, die Schnittstellen klar und einfach definiert zu haben. Bei einem Problem gehen wir so vor, dass wir die Partner schnellstmöglich an einen Tisch setzen, um das Problem auszudiskutieren und das weitere Vorgehen rasch und unbürokratisch festzulegen. Gefragt sind kurze Wege und schnelle Entscheide.

Und wie häufig passiert es, dass die Partner sich gegenseitig Problemfälle zuschieben?
Selten, denn ich versuche dies, soweit es irgendwie geht, zu verhindern – was meistens gelingt. Und sollte dies einmal nicht gelingen, werde ich mich nicht scheuen, ein Machtwort zu sprechen. Doch mit den jetzigen Partnern ist das eigentlich kein Thema, hier herrscht ein Vertrauensverhältnis.
 
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