Start-up Dynamic Devices: Smarte Sportroboter mit Schweizer Technik

Start-up Dynamic Devices: Smarte Sportroboter mit Schweizer Technik

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/06

Von der KI zur Robotik

Entstanden ist Dynamic Devices durch Zufall, wie Max Lungarella rückblickend erzählt: «Ganz früher arbeiteten mein Geschäftspartner und Mitgründer Raja Dravid und ich am Labor für künstliche Intelligenz der Universität Zürich. Wir haben dort zur Rolle des Körpers im Bereich der künstlichen Intelligenz geforscht. In diesem Kontext haben wir auch biologisch in­spirierte Roboter gebaut. Und dann bin ich nach Japan, wo ich sechs Jahre gelebt und zunächst für ein Robotik-Start-up gearbeitet habe, bevor ich zuerst an der University of Tokyo und danach bei Sony in der Entwicklung des Roboters Qrio involviert war.» 2007 kehrte Lungarella nach Zürich zurück und dozierte zwei Jahre lang an der Uni Zürich, wo er sich zufälligerweise mit Raja Dravid ein Büro teilte. «Raja hatte damals eine kleine Firma, die Engineering-Aufträge für Unternehmen ausführte, und wir merkten in Gesprächen, dass wir am Engineering mehr Spass hatten als an einer akademischen Laufbahn. So kam es, dass wir zusammen anfingen, Dinge auszuprobieren, woraus dann durch Zufall die Idee für Dynamic Devices entstand», so Lungarella.

Als eigentlichen Startschuss für die Entwicklung von Ddrobotec bezeichnet Lungarella indes den Umstand, dass Peter Läuppi, damals Chef Ausbildung bei Swiss Ski, 2010 mit der noch blutjungen Firma in Kontakt kam und vom Konzept begeistert war: «Läuppi war sehr von unserem System zum Training der Beinkraft mit Sensoren, Aktoren und Bildschirm angetan und bestellte gleich drei Prototypen, die in den Leistungszentren von Swiss Ski eingesetzt wurden.» Daraufhin besuchten mehrere Delegationen von Spitzensportlern aus verschiedenen Disziplinen das Start-up und begannen, mit den Maschinen zu trainieren, so zum Beispiel Volleyballer Sascha Heyer. «Nachdem eine erste Patientin unsere Systeme für den Kraftaufbau nutzte, fanden wir auch den Weg in den Healthtech-Bereich. Das funktionierte zunächst aber nur mässig, wir mussten uns lange mit anderen Projekten querfinanzieren. Erst 2017 haben wir durch einen meiner Kontakte ­einen japanischen Investor kennengelernt, der bereit war, unsere Firma zu finanzieren, um das Wachstum voranzutreiben.»

Sportroboter im Mietmodell

Dynamic Devices vertreibt seine Sportroboter hauptsächlich im Mietmodell. «Zwar haben wir einige Privatkunden, die unsere Systeme gekauft haben, unser Kundenstamm besteht aber hauptsächlich aus Unternehmen und Organisationen wie Physiotherapie- und Sportzentren, Firmen, die sich mit betrieblichem Gesundheitsmanagement auseinandersetzen, oder Kliniken. Diese mieten die Systeme», so Lungarella. Die monatlichen Kosten belaufen sich je nach System auf rund 1650 bis 1850 Franken. Damit erhalten die Kunden nicht nur die Hardware, sondern auch Zugang zur Cloud-basierten Software-Plattform, die eine ganze Reihe von Tests, Drills und Exergames sowie umfangreiche Analyse-­Möglichkeiten bietet.

Wie der CEO anfügt, sei nun das Ziel, die Software weiter auszubauen und damit das Wachstum voranzutreiben: «Bisher bestand die Herausforderung darin, eine Hardware zu entwickeln, die zuverlässig funktioniert, sprich eine Mechanik im Zusammenspiel mit einem Dutzend Sensoren und mehreren Aktoren. Nun erweitern wir die Cloud-basierte Software-Plattform nach und nach, um über die Lizenzen einen wachsenden Revenue Stream zu generieren.»

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