Samsung The Freestyle

Kleiner Projektor leistet Grosses

Kleiner Projektor leistet Grosses

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/05

Einschalten und los

In einem komplett abgedunkelten Raum ist die Bildqualität des Pico-Beamers von Samsung beeindruckend. (Quelle: Samsung)
Die Inbetriebnahme des Projektors könnte kaum einfacher sein. Es reicht, das USB-C- beziehungsweise Stromkabel anzuschliessen, dieses mit der mitgelieferten Plastikklammer entlang dem Standfuss zu befestigen und dann den Einschaltknopf zu drücken, wahlweise an der Frontseite des Gerätes selbst oder auf der Fernbedienung. Letztere ist dem doch sehr wertig erscheinenden Beamer aber nicht gerade ebenbürtig. Sie besteht aus billig wirkendem weissem Plastik und ist sehr klein geraten. Die Knöpfe sind aber von der Haptik her in Ordnung. Nebst den üblichen Bedienelementen sind auf der Fernbedienung zudem auch dedizierte Knöpfe für Samsung TV Plus sowie für das Aufrufen der Streaming-Dienste Netflix, Disney+ und Prime Video vorhanden. Positiv zu vermerken ist, dass das Gerät keine Batterien braucht, sondern über einen Akku verfügt, der sich via USB-C-Port wieder aufladen lässt.

Nach dem Einschalten richtet der Projektor das Bild eigenständig aus. Surrende und schleifende Geräusche aus dem Gehäuse verraten dem Nutzer, dass hier die automatische Trapezkorrektur und die Scharfstellung vonstattengehen. Nach einigen Augenblicken ist der Prozess abgeschlossen und man wird vom Einrichtungsmenü begrüsst. Ist die gewünschte Sprache gewählt, fragt einen The Freestyle, ob man mit der Fernbedienung fortfahren oder doch lieber Samsungs Smartthings-App zur Steuerung nutzen möchte. Letztere lässt sich via eingeblendeten QR-Code direkt aus dem Play Store herunterladen. Sie ist jedoch nicht nur für die Steuerung des Beamers gedacht, sondern kann auch mit anderen Smart-Home-Geräten von Samsung verwendet werden. Unschön ist nur, dass für die Nutzung der App ein Samsung- oder Google-Konto vorausgesetzt wird. Ist man aber erst einmal eingeloggt, wird man Schritt für Schritt und in nur wenigen Minuten durch das Setup geführt und drahtlos mit dem Beamer verbunden.


App und Betriebssystem

Grundsätzlich ist ja zu begrüssen, dass viele Hersteller für ihre Geräte Apps konzipieren. Oftmals erweitern diese die Funktionsvielfalt der Produkte und vereinfachen deren Bedienung. Im Falle der Smartthings-App von Samsung ist das aber nur halbwegs der Fall. Gerade weil diese als eine Art Universalfernbedienung für etliche Smart-Home-Geräte des Herstellers eingesetzt werden kann, fehlt ihr ein klarer Fokus. Auch ist die Steuerung der virtuellen Fernbedienung für den Projektor nicht sehr intuitiv, nicht zuletzt, weil die Bedienelemente anders positioniert sind als auf dem physischen Pendant. Und überhaupt sind einige Design-­Entscheidungen nicht ganz nachvollziehbar. Ein Beispiel gefällig? Um sich mit dem eigenen Netflix-Konto zu verbinden, wird man von der App dazu genötigt, die Login-Daten mit der virtuellen Fernbedienung Zeichen für Zeichen auf einer projizierten Tastatur einzugeben, anstatt die virtuelle Tastatur auf dem Smartphone zu nutzen. Das ist ein unnötig mühsamer und langwieriger Prozess.

Es ist nicht etwa so, dass die Smartthings-App an sich schlecht wäre, aber letztlich ist die Verwendung der Fernbedienung in den meisten Situationen einfacher und bequemer als der Umweg über die App, was eigentlich schade ist. Als Betriebssystem des Beamers nutzt Samsung Tizen OS und damit dasselbe, das in den Smart TVs des Herstellers integriert ist. Dies heisst auch, dass man etliche Apps und Services zur Verfügung hat. Die Navigation durch die vielen und teils verschachtelten Menüpunkte geht meistens geschmeidig vonstatten, bisweilen reagiert das System jedoch mit einer merklichen Verzögerung, was darauf schliessen lässt, dass der Prozessor des Geräts der Aufgabe nicht ganz gewachsen ist. Sich daran zu gewöhnen, fällt nicht leicht.

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