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Druckervielfalt fürs Home Office

Druckervielfalt fürs Home Office

Artikel erschienen in IT Magazine 2021/09

Blitzschnell, aber mit Registrierzwang

Die Registrierung bei HP+ via HP Smart App ist beim Modell M209dwe zwingend. Die App kann auch zum Scannen oder für Einstellungen bezüglich Druckersicherheit verwendet werden. (Quelle: HP)
Schon ein ganzes Stück grösser als der Epson-Drucker ist das HP-Modell Laserjet M209dwe. Als Stellfläche braucht das eigentliche Gerät, bei dem das Netzteil integriert ist, zwar nur 355 x 235 Millimeter, allerdings steckt vorne der Papierschacht für 150 Blatt im Drucker, der um rund 160 Millimeter herausragt. So kann man den Printer am besten noch mit «relativ kompakt» und mit 5,6 Kilo auch als «einigermassen leicht» beschreiben.

Zur Installation empfiehlt HP von Beginn weg die HP Smart App, die es auf dem Smartphone zu installieren gilt. Dies wohl nicht zuletzt darum, weil der Laserjet M209dwe komplett ohne Display kommt. Lediglich ein smarter LED-Streifen an der Vorderseite soll Aufschluss über den Status geben und das Drucken intuitiv machen – wobei es dem Anwender in der Praxis wohl herzlich wenig hilft, wenn das LED einmal blau und dann wieder weiss blinkt oder leuchtet. Doch zurück zur Einrichtung, die wie erwähnt über die Smart App erfolgt, auch ohne das Anlegen eines User Accounts funktioniert und dabei wirklich blitzschnell abgeschlossen ist: Einmal am Smartphone das WLAN-Passwort eingeben, einmal eine Taste am Drucker drücken, fertig. So muss es sein. Allerdings: Um den Drucker dann tatsächlich auch verwenden zu können, muss man sich letztlich doch bei HP+ registrieren, wozu Name, Mail-Adresse und Passwort nötig sind (mehr zu HP+ im Kasten auf der folgenden Seite). Erst dann ist der Drucker registriert und kann verwendet werden. Das muss man – sagen wir es mal so – mögen.

Der Laserjet M209dwe ist das einzige Monochrom-Modell und mit einem UVP von 189 Franken auch der günstigste Drucker im Testfeld. Gleichzeitig lässt der Printer von HP bezüglich Geschwindigkeit seine Mitbewerber durchs Band hinter sich. So spuckt der M209dwe 27 Seiten pro Minute aus. Die erste Seite liegt bereits nach etwas mehr als 7 Sekunden im Ausgabefach, ein Duplex-Druck – der Printer kommt mit integrierter Duplex-Funktion und schafft dabei 9 Seiten pro Minute – braucht weniger als 20 Sekunden, und ein 10-seitiges Business-Dokument ist nach 30 Sekunden fertig gedruckt. Das ist angesichts der Grösse des Druckers und des Preises durchaus beeindruckend.

Ebenfalls zu überzeugen vermag die Druckqualität, vor allem was Schriften angeht, die bei keinem anderen Gerät im Testfeld so scharf daherkommen. Bei feinen Linien aus speziell für Druckertests konzipierten Dokumenten hingegen kann das Modell von Lexmark den HP-Drucker in die Schranken weisen, wohl aufgrund der höheren Auflösung, die bei HP bei lediglich 600 x 600 dpi liegt. Doch auch hier gilt: In der Praxis wird man wohl kaum je in eine Situation kommen, wo man so feine Strukturen drucken muss, die der M209dwe nicht mehr darstellen könnte.

Wie eingangs erwähnt ist der M209dwe über die HP+-App respektive die Smartphone-Kamera auch in der Lage, als Scanner respektive Kopierer zu dienen. Funktionieren tut dies mal besser, mal schlechter. Ein einzelnes Textdokument mit dem Smartphone abzulichten und als Druck an den Printer zu schicken, geht tadellos und in durchaus ansprechender Qualität, die nur wenig hinter einem «normalen» Kopierer zurückliegt. Bei einem Schwarzweissbild fällt die Qualität im Vergleich mit einem Kopierer respektive Flachbettscanner schon deutlich ab. Will man beispielsweise den Artikel einer Zeitschrift scannen, bietet die App die Möglichkeit, den Text, der beim Falz typischerweise aufgestellt ist, zu glätten. Das funktioniert tadellos, aber nur, wenn man die Doppelseite ablichtet. Will man nur eine Seite einer Zeitschrift scannen, funktioniert die Glätten-Funktion nicht mehr. Und: Egal ob man ein Foto oder ein Dokument scannen und drucken will – der Prozess dauert für den sonst blitzschnellen M209dwe recht lange. Vom Zeitpunkt, von dem man am Handy den Druckauftrag für ein gescanntes Dokument gibt, bis zum fertigen Ausdruck haben wir fast 40 Sekunden gemessen. Zusammenfassend kann man also festhalten: Für die gelegentliche Kopie ohne allzu grosse Ansprüche funktioniert das Zusammenspiel App/Drucker – ein Multi­funktionsgerät kauft man sich damit aber nicht.

Das steckt hinter HP+

Beim Laserjet M209dwe, unserem Testgerät von HP, handelt es sich um ein sogenanntes HP+-Gerät. HP+-Geräte erfordern ein HP-Konto und eine Internetverbindung und können ausschliesslich mit Original-HP-Tonerkartuschen verwendet werden. Im Gegenzug dafür, dass man als Anwender diesen Deal eingeht, bekommt man allerdings auch einen gewissen Mehrwert geboten. So gewährt HP auf Geräte mit HP+ ein zusätzliches Jahr Garantie – also zwei Jahre anstatt nur einem. Weiter beinhaltet HP+ sechs kostenlose Instant-Ink-Probemonate (anstatt zwei), und gewisse weiterführende Funktionen aus der HP Smart App sind HP+-Nutzern vorenthalten – beispielsweise natives Print from Anywhere, Private Printing oder zusätzliche Sicherheits- und Komfortfunktionen. Andere Funktionen aus der App, etwa OCR-Texterkennung, sind für HP+-Kunden zumindest für 24 Monate kostenlos. Ausserdem werden alle Seiten, die mit HP+ gedruckt werden, durch HP CO2-kompensiert. Und nicht zuletzt sind Laser-Geräte mit HP+ bei der Anschaffung rund 30 Prozent günstiger als ihre Pendants ohne HP+ (jedes HP+-Lasergerät gibt es auch ohne Plus-Zusatz). Bei den HP-Inkjets entscheidet man übrigens während der Installation, ein Plus-Gerät daraus zu machen, wodurch auch der Preisvorteil wegfällt.

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