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Top Smartphone mit Handicap

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Artikel erschienen in IT Magazine 2021/03

Kamera(s) und Performance

Das Huawei Mate 40 Pro liegt grossartig in der Hand. Es ist nicht zu gross, nicht zu schwer, nicht zu rutschig. Einzig die Tasten an der Seite sind, aufgrund deren ­Positionierung, etwas enttäuschend. (Quelle: Huawei)
Setup in das Display integriert, das eine Ultra-Weitwinkellinse für Gruppen-Selfies bietet. Trotz der neuen Linse kommt es aber teils zu Verzerrungen an den Rändern. Bei der normalen Weitwinkellinse ist das nicht der Fall, die Bildkomposition ist bei beiden aber ähnlich. Generell macht das Mate 40 Pro aber gute Selfies.

Das Triple-Kamera-Setup auf der Rückseite besteht aus einem Weitwinkelobjektiv (23 mm) mit dem gleichen Sensor wie im P40 Pro, einem Ultraweitwinkelobjektiv (18 mm) und einer Periskop-Kamera (125 mm). Letztere erreicht eine 5-fache optische Vergrösserung und wird von einem optischen Bildstabili­sator unterstützt. Die digitale Vergrösserung kann bis zu 50-fach hochgeschraubt werden – was allerdings nicht sehr gute Resultate liefert. Der Ul­tra-­­­Weitwinkel-Sensor ist komplett neu und arbeitet nicht mehr mit Pixel-Binning wie beim Vorgänger, sondern verwendet 1,6-µm-Pixel, die für bessere Low-Light-Bilder als bisher sorgen. Allerdings hat Huawei die Kamera auch zum Schlechteren verändert, denn der Hauptsensor ist identisch mit dem des P40 Pro, muss aber ohne optische Bildstabilisierung auskommen. Die Bildergebnisse sind alles in allem aber beeindruckend, das Mate 40 Pro überzeugt in nahezu allen Bereichen.

Für die biometrische Sicherheit sorgt derweil ein im Display integrierter Finger­abdruckscanner, der seinen Job zuverlässig erledigt, solange er intuitiv richtig berührt wird. Zu bevorzugen ist aber die 3D-Gesichtserkennung mittels Time-of-Flight-Sensor. Diese ist ebenfalls sehr sicher und erkennt das Gesicht des ­Besitzers blitzschnell und zuverlässig.

Das 6,76 Zoll große OLED-Display des Huawei Mate 40 Pro bietet eine Auflösung von 2772 x 1344 Pixeln, was für eine hohe Pixeldichte (~456 ppi) sorgt. Die auf Wunsch variable Bildwiederholrate erreicht bis zu 90 Hz, und das Panel unterstützt HDR10. Die Helligkeit ist zwar nicht so hoch wie bei den Top-Modellen von Apple oder Samsung, ist aber im Vergleich zum Vorgänger deutlich besser.

Mit dem aktuellen Kirin 9000 lässt Huawei die Konkurrenz ziemlich alt aussehen. Der 5-nm-SoC war bei der Markteinführung der einzige seiner Art, der kein dediziertes 5G-Modem benötigte, da dieses direkt in den Chip integriert ist. Der Prozessor besteht aus drei Clustern: Ein Cortex-A77 mit bis zu 3,13 GHz, drei Cortex-A77 mit bis zu 2,54 GHz und vier Cortex-A55-Kerne mit bis zu 2,05 GHz. Zusätzlich kommt für die Grafikberechnungen ein ARM Mali-G78 MP24 zum Einsatz.

Leider konnten wir mit unserem Testgerät kaum Benchmarks durchführen, da Huawei diese blockierte und sich die Apps gar nicht erst installieren liessen. Lediglich der 3DMark-Test konnte ausgeführt werden, und er zeigt, dass der ­Kirin 9000 ganz vorne mitmischt. Dies ist allerdings an zwei Bedingungen geknüpft. Erstens muss der Performance-­Modus aktiviert sein, und zweitens darf die Vulkan-API nicht verwendet werden. Ist letztere aktiviert, fällt die Leistung des Kirin 9000 plötzlich deutlich unter das Niveau des Vorgängers Kirin 990, was auf eine schlechte Treiberoptimierung hindeutet. Der 4400-mAh-Akku ist mit dem 66-Watt-Netzteil innerhalb von 46 Minuten voll aufgeladen. Die 60-Prozent-Marke ist bereits nach 18 Minuten erreicht, und es dauert nur vier weitere Minuten, bis 70 Prozent erreicht sind. Die Akkulaufzeit ist im Vergleich zum Mate 30 Pro aber etwas schwächer, was hauptsächlich am etwas kleineren Akku liegen dürfte.
(swe)
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