4-Bay-NAS für Privatanwender und KMU

4-Bay-NAS für Privatanwender und KMU

Artikel erschienen in IT Magazine 2021/01

Auch ein 4-Bay NAS hat Grenzen

Den Vorteilen einer Speicherlösung mittels NAS stehen jedoch auch einige Limitierungen gegenüber. So lässt sich etwa die Speicherkapazität eines 4-Bay NAS nicht beliebig erweitern, wie Frank Schräer von Caswell vorrechnet: «Die Speicherkapazität hängt allein von den Festplatten ab und 4-Bay NAS können aktuell bis zu 72 TB an Daten halten, wenn man auf Redundanz verzichten kann – oder zwei dieser NAS parallel einsetzt mit dem zweiten als Backup. Bei der Anzahl der User gibt es praktisch keine Einschränkungen für KMU, denn gewisse NAS-Modelle erlauben bis zu 300 verschiedene Nutzer, und wenn man diese noch mit einem Server kombiniert, ist die Zahl der Nutzer sogar unbegrenzt.» Und Ruben Dennenwaldt von Western Digital fügt an: «Für SOHO-Anwender ist diese Performance völlig ausreichend, bei grösseren Nutzergruppen und Parallelzugriffen kann allerdings die Geschwindigkeit leiden.»

Will man die Datenträger eines NAS im RAID-Verbund betreiben, verringert sich allerdings der zur Verfügung stehende Speicherplatz weiter. «Die Speichereinschränkung bei einem 4-Bay NAS für KMU mit RAID 5 liegt bei 54 TB Speicherkapazität, da die derzeit grösste Festplatte eine Kapazität von 18 TB hat. Durch neuere Netzwerkschnittstellen wie 2,5 Gigabit Ethernet und flexible Erweiterungskarten für Cache oder 10 GbE sind aber mehrere User auch für ein kleines KMU-NAS kein Problem mehr. Der gewählte Prozessor sollte mit seiner Leistung jedoch den Anforderungen der Aufgaben genügen», gibt Manfred Schneider von Qnap zu bedenken.

Marcus Koch von Synology sieht kaum Einschränkungen und hauptsächlich Vorteile beim Verwenden eines NAS im KMU-Umfeld: «Solange das NAS ausreichend dimensioniert ist für den Anwendungsfall des Kunden, gibt es genauer betrachtet sogar eher Synergien durch einen Gewinn an Speichereffizienz und eine Kostenersparnis sowie oft einen enormen Komfortzuwachs, zum Beispiel durch sicheren Datenaustausch und den Einsatz umfangreicher und oft kostenfrei mitgelieferter Backup Software. Moderne NAS sind gerade im KMU-Umfeld also sehr breit und umfassend aufgestellt und es gibt annähernd für jeden Anwendungsfall ein passendes Gerät.»

Augen auf beim NAS-Kauf

Um beim Kauf auf das richtige Modell zu setzen, sollte man einige Punkte beachten. Gemäss Marcus Koch von Synology sollte man die Anschaffung eines NAS nicht nur nach dem aktuellen Bedarf planen, sondern idealerweise mit einem Horizont von mindestens drei bis fünf Jahren: «Zentral sollten dabei die folgenden Punkte sein: die Rechenleistung, welche Anwendungsfälle wie VMs, Datenbanken, Fileserver und dergleichen abgedeckt werden sollen und generell die optionale Erweiterbarkeit des NAS bezüglich Speicher, RAM, Netzwerk et cetera, um die Speicherlösung auch in Zukunft komfortabel und bequem dem wachsenden Bedarf des Unternehmens anpassen oder erweitern zu können.» Manfred Schneider von Qnap pflichtet ihm bei: «Das NAS sollte durch PCI-Schnittstellen erweiterbar sein. Damit können flexibel weitere Speichereinheiten oder Netzwerkkarten verbaut werden. Für die Langlebigkeit sollte der Prozessor einer der neueren Generation sein und die Netzwerkkarten sollten für die Standards der Zukunft gerüstet sein.»

Des Weiteren spielen Faktoren wie eine einfache Bedienung sowie die Wahl der richtigen Datenträger eine wichtige Rolle, wie Ruben Dennenwaldt von Western Digital ausführt: «Insbesondere SOHO-Anwender sollten auf ein einfaches User Management sowie auf hohe Leistung und Zuverlässigkeit achten. Dabei ist auch die Auswahl der richtigen internen HDDs wichtig, um die Performance im Dauerbetrieb rund um die Uhr und sieben Tage die Woche zu gewährleisten.»

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