Asus ROG Zephyrus Duo 15

Ein Gaming-Laptop, der zur Workstation taugt

Ein Gaming-Laptop, der zur Workstation taugt

Artikel erschienen in IT Magazine 2020/10

Brachiale Kraft

Wenn man 5000 Franken für einen Rechner bezahlt, muss das Innenleben auch den Preis wiederspiegeln, und dieses ist in der Tat beeindruckend: Das Zephyrus Duo 15 kommt in der Top-Ausführung (die uns für den Test gestellt wurde) mit einem Core-­i9-Prozessor mit bis zu 5,3 Ghz, 32 GB SDRAM, 2x 1 TB SSD-Speicher mit RAID-0-Unterstützung und einer Nvidia-­Geforce-RTX-2080-Super-Grafikeinheit mit 8GB GDDR6. Dargestellt wird das Ganze von den beiden 4K-Displays – dem 15,6-Zoll-Haupt-Screen mit 3840 x 2160 Pixel und dem angewinkelten 14,1-Zoll- Touchscreen mit 3840 x 1100 Pixel. Weiter verfügt das Gerät über vier WiFi-Antennen, die den WiFi-6-Standard unterstützen und einen RJ45-Anschluss für die Konnektivität. Als weitere Ports hat Asus drei USB-A-, ein USB-C-, ein HDMI- und zwei Audio-Jack-Anschlüsse verbaut. Einzig eine Webcam – ein für Laptops doch beliebtes Feature – sucht man vergeblich am Zephyrus Duo 15, was etwas eigenartig anmutet. Ebenfalls zu denken gibt der Stromanschluss: Dieser ist auf der linken Kante in der Mitte des Gerätes angebracht, statt weiter hinten oder besser noch auf der Rückseite. Der Stecker ist damit zu exponiert, ganz besonders für Linkshänder, die eine externe Maus nutzen wollen.

Das Herzstück: Screenpad Plus

Vor allem interessierte uns aber, was mit dem Zweit-Display, dem ROG Screenpad Plus, anzufangen ist. Wir nehmen es vorweg – es ist ein ernstzunehmendes Upgrade. Das Touch-Display ist mit seiner matten Oberfläche sehr angenehm zu bedienen, es reagiert schnell und stellt die Inhalte dank 4K-Auflösung gestochen scharf dar. Einzig die Schmutzempfindlichkeit ist dem Screepad Plus anzukreiden, aber das ist eben der Preis für matte Oberflächen. Der Touchscreen wurde im OS als normaler zweiter Screen implementiert und lässt sich damit über die Windows Anzeigeeinstellungen wie gewohnt verwalten, gestalten und nutzen. Somit lassen sich etwa beliebige Applikationsfenster auf dem zweiten Display organisieren und man arbeitet mit zwei Screens an einem einzigen Laptop. Damit macht das Screenpad aus dem Zephyrus Duo 15 tatsächlich etwas, was andere Gaming-Laptops ohne externe Hilfe nicht sein können: Es wird dank dem zweiten Screen und enormer Leistung zu einer ernstzunehmenden (wenn auch immer noch recht klein geratenen) Workstation, mit der es sich komfortabel und effizient arbeiten lässt. Beim Gaming zeigt das Screenpad auf Wunsch übrigens Teile des UI wie die Karte oder das Inventar an, was sich in der Praxis aber als ernüchternd herausstellt, da die Action so oder so auf dem Haupt-Screen abläuft. Die wahre Stärke des Zweit-Screens zeigt sich hingegen beim Arbeiten mit dem ROG Zephyrus Duo 15. Mit dem Asus Pen für etwa 50 Franken liesse sich darauf theoretisch auch zeichnen, aber die Tastatur dabei als Handauflage zu verwenden, klingt nicht so prickelnd.

Weitere Funktionen des Screenpads sind ein anpassbarer Hub für Schnellzugriffe, ein Shortcut-Board, auf dem selbst definierte oder vorkonfigurierte Makros gespeichert und per Touch-Klick ausgeführt werden können und eine Applikation für die Eingabe per Handschrift. Und zuletzt beherbergt das Screepad noch Armoury Crate – das Asus-Kontrollzentrum, in dem unter anderem die Beleuchtung der Tastatur oder externer Asus-Geräte und die Lüfterleistung konfiguriert oder Updates verwaltet werden können. Einziger Kritikpunkt: Von sieben Menüpunkten beinhalten deren zwei Werbung. Aber ­Bloatware ist eher ein Zeichen der Zeit als ein Fehler von Asus. Im Grossen und Ganzen ist die vom Hersteller überflüssig vorinstallierte Software recht überschaubar.

Im Test nicht nachvollziehbar ist, wie dauerhaft die Mechanik des Screenpads wirklich ist. Da der Screen angewinkelt ist, entsteht darunter ein Keil, der sichtlich schwierig zu reinigen ist. Was passiert, wenn sich dort über die Monate und Jahre Schmutz ansammelt, kann nur vermutet werden, erfahrungsgemäss führen solche Stellen aber zu Ansammlungen, die letztlich die Mechanik behindern können.

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