Genom-Daten im MPEG-Format

Genom-Daten im MPEG-Format

4. April 2020 - Dank sinkender DNA-Sequenzierungskosten entstehen nicht nur neue Forschungsmöglichkeiten, sondern auch neue Datenberge. Der Forschung zur Hand geht das Start-up Genomsys.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/04

Daten teilen und streamen

Diese Zukunftsmusik hat bereits konkrete Anwendungen – denn das Datenteilen ist für grosse Kunden schon jetzt möglich. «Unsere Kunden können ihre Daten für andere Forschungsprojekte zur Verfügung stellen», sagt Claudio Alberti. Das ist keineswegs Pflicht. Jeder Kunde hat seinen eigenen Daten-Cluster. Doch eröffnet das Teilen der Daten viele Möglichkeiten. «Wer nur in Richtung Krebs forscht, kann ohne Wettbewerbsnachteile die einmal sequenzierten Daten mit anderen Forschungseinrichtungen teilen – gratis oder gegen Gebühr», so Alberti. Genomsys integriert ausserdem die Daten öffentlicher Einrichtungen wie Genbank oder European Nucleotide Archive und macht diese so für seine Kunden zugänglich.

Gegründet wurde das Unternehmen 2016. Zunächst lag der Fokus auf der Entwicklung von MPEG-G. Dabei wurde von Anfang an Wert auf die Schaffung eines offenen Standards gelegt, der mittlerweile auch ISO-zertifiziert ist. «Zuvor gab es keinen ISO-Standard für die Kompression und Verteilung von Genomdaten. Mit MPEG-G haben wir ein Plus für die ganze Branche geschaffen», so Alberti. Für Genomsys war es definitiv der richtige Schritt: Mittlerweile wurde aus Überlegungen zur technischen Machbarkeit ein Unternehmen mit 15 Personen, das auf dem Radar internationaler Investoren aufgetaucht ist. Mitte 2019 konnte das Start-up 9,3 Millionen Franken im Rahmen einer Series A aufnehmen. Anfang 2020 wurden neue Büros auf dem Biopôle-Campus für Life Sciences in Lausanne bezogen. Jetzt gilt es, weitere Kunden zu akquirieren und MPEG-G als Standard international zu verankern.
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