CIO-Interview: "Der gegen­seitige Austausch ist wichtig"

CIO-Interview: "Der gegen­seitige Austausch ist wichtig"

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/09
Werden die zwei verbliebenen ERP-­Systeme auch noch vereinheitlicht?
In den letzten zehn Jahren wurden nicht weniger als zwei Vereinheitlichungsversuche unternommen und beide mussten gestoppt werden. Bald sollte ein dritter Anlauf starten. Das ist natürlich eine grosse Schwierigkeit, wenn man in Konzernen von dieser Grösse arbeitet. Früher gab es keine einheitliche Informatik, was natürlich auch damit zusammenhing, dass man zwar Firmen übernommen hatte, aber kaum oder besser gesagt keine Integrierungen vorgenommen hatte. Das hat sich erst mit der grossen Asset-Übernahme von Lafargeholcim geändert. Inzwischen will man nicht mehr länderspezifisch konsolidieren, sondern eher auf der Ebene Europa.

Sind solche Bemühungen ein Vor- oder Nachteil für CRH Swiss Distribution?
Es ist eine Herausforderung, denn im Headquarter in Dublin sitzen sehr viele Personen, die eine gewisse IT-Affinität haben und dementsprechend Initiativen forcieren wollen. Jedoch kennen diese Leute die Bedürfnisse der Schweiz und der weiteren lokalen Ableger in Europa nicht. Die Ebene, auf der konsolidiert werden kann, muss da erst noch gefunden werden. Denn unter dem Dach von CRH Swiss Distribution finden sich so viele Firmen, die verschiedene Baumaterialien kaufen und verkaufen, und davon funktioniert keine gleich wie die andere. Auf Ebene Europa sieht es nicht viel anders aus. Zwar gibt es viele Personen, die gute Lösungsideen haben, jedoch ist immer die Frage, wie man dort hinkommt. Da spielen immer auch Faktoren wie beispielsweise Lizenzen oder Geld eine gewisse Rolle. Dazu kommt, dass auch die strategische und operative Welt teilweise sehr verschieden ist.
Was muss dann passieren, damit diese Lösungsansätze schlussendlich auch europäisch sowie in der Schweiz umgesetzt werden können?
Das ist eine schwierige Frage. Ich wurde vor fünf Jahren bei CRH Swiss Distribution angestellt, um die ganze IT zu konsolidieren. Dabei haben wir uns überlegt, wo die IT-Systeme von CRH in fünf Jahren sein sollen. Auf Ebene Europa ist dies, so habe ich das Gefühl, viel weniger koordiniert und es ist nicht ganz klar, wo die Informatik in fünf Jahren sein soll. Daher ist es auch schwierig zu sagen, wer einen Schritt auf wen zu machen soll. Das wissen wir erst, wenn die europäische und die Schweizer Ebene die gleiche Idee haben. Und gewisse Dinge müssen bei CRH Swiss einfach früher behoben oder angepasst werden, als dies auf europäischer Ebene der Fall ist.

Würde die Cloud die Konsolidierung unterstützen?
Ich habe ein etwas spezielles Verhältnis zur Cloud und weiss immer noch nicht genau, was die Cloud eigentlich ist. Ich arbeite schon seit 30 Jahren in der IT und Cloud ist in meinen Augen einfach ein neuer Begriff für etwas, das es schon relativ lange gibt. Es ist definitiv eine spannende Lösung, wenn man gewisse Daten dezentral ablegen kann. Natürlich überlegt man sich auch bei CRH, ob man gewisse Bereiche wie etwa Storage in die Cloud verschieben möchte. Für uns sind in diesem Falle sicherlich Hybridlösungen attraktiv. Dabei gilt es aber, den richtigen Partner zu finden, der eine Cloud-Lösung anbieten kann, die dem Unternehmen zu hundert Prozent hilft.

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