«Mehr Mut!»

«Mehr Mut!»

Artikel erschienen in IT Magazine 2016/09

Wieviel Transparenz ist möglich?

Aber wie löst man das Spannungsfeld zwischen dem Ausschöpfen von Ideen der Anbieter und dem Beschaffungsrecht? «Wieviel Transparenz wird vom Markt angenommen?» fragte die BBL-Juristin Michèle Remund. Eine Antwort hatte niemand.

Die weiteren Fachsessions boten vielfältige Informationen, von technischen Aspekten bis hin zu vergabe-rechtlichen Fallen. Eine Session widmete sich, von der swissICT-Fachgruppe «Lean, Agile, Scrum» betreut, agilen Beschaffungen. Dabei wurde mit Bezug auf die deutsche Bundeswehr postuliert, man könne auch ein Kriegsschiff agil bauen. Selbst die oft enthusiastischen Agile-Vertreter lächelten skeptisch.

Zu viele Freihänder?

Gegen Ende des Tages leuchteten weitere negative Schlagzeilen von der Leinwand. Die Folie zeigte Samuel Rutz vom bürgerlichen Think­tank Avenir Suisse. Er monierte die Zahl von Freihändern in der IT, die einen effizienten und transparenten Umgang mit Staatsmitteln und den Wettbewerb erschweren würden. Im IT-Bereich würden oft Abhängigkeiten und Komplexität als Gründe für freihändige Vergaben angeführt. Einzelne Fälle anerkannte Rutz, doch seien Probleme auch hausgemacht, sagte er gestützt auf eine britische Studie: fehlendes Know-how, Aversion vor Anbieterwechsel, Intransparenz oder Informationsvorsprünge. Als mögliche Lösungen nannte er u.a. Stückelung von grossen Aufträgen, offene Systeme und besseren Wissenstransfer.

Zumindest zu letzterem konnte die von swissICT mitorganisierte Konferenz beitragen, es herrschte 2016 eine optimistischere, weniger angespannte Stimmung, ein Beschaffer verstieg sich gar zur Aussage, das IT-Beschaffungswesen werde sich beruhigen.

Marcel Gamma ist Kommunikationsleiter von swissICT und seit 2014 im Programmkomitee der IT-Beschaffungskonferenz
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