CIO-Interview: «Das Wichtigste ist, den Konsens zu finden»

CIO-Interview: «Das Wichtigste ist, den Konsens zu finden»

Artikel erschienen in IT Magazine 2016/04
Mit wie vielen Mitarbeitenden nehmen Sie diese Aufgaben wahr und wie sind die strukturiert?
Die Organisation und Informatik der Stadt Zürich beschäftigt 380 Mitarbeitende, die in drei grosse Bereiche unterteilt sind. Die Mitarbeitenden des ersten Bereichs sind verantwortlich für die Anliegen unserer Kunden, den Dienstabteilungen. Zusätzlich sind sie für Betrieb und Weiterentwicklung der Querschnittsapplikationen zuständig. Der Infrastruktur-Bereich ist für den Betrieb der Rechenzentren, für das Hosting und das Netz, die Überwachung und den Service Desk verantwortlich. Die dritte grosse Abteilung kümmert sich um alle Belange des Workplace, diese enthält auch die Druckerflotte und die Schulinformatik. Die grösste Herausforderung für all diese Bereiche ist die Heterogenität der Stadtverwaltung.

Wie zeigt sich diese Heterogenität?
Die beiden Stadtspitäler haben natürlich komplett andere Bedürfnisse als das EWZ, das Steueramt, die Finanzverwaltung oder die Schulen. Die grosse Herausforderung insbesondere im Work-place-Bereich ist es, so zu standardisieren, dass man auf der einen Seite Synergien erreichen und auf der anderen Seite die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Dienstabteilungen abdecken kann. Das ist uns ziemlich gut gelungen. Die 19’000 Arbeitsplätze sehen alle gleich aus und sind mit identischen Thin- oder Fat-Clients ausgestattet. Was natürlich nicht überall gleich ist, ist die Software, die auf den Clients läuft. Gewisse Abteilungen benötigen Spezialsoftware, welche andere wiederum nicht brauchen.

In den Rechenzentren läuft nur Infrastruktur der Stadt Zürich?
Nein. Die Stadt hat 2009 in der Volksabstimmung versprochen, dass wir die Reservefläche der Rechenzentren an Drittmieter abgeben, solange diese nicht von uns gebraucht werden. So werden Teile unserer Rechenzentren auch von Banken benutzt.
Arbeiten Sie auch mit externen Dienstleistern zusammen?
Wir nutzen externe Dienstleister einerseits – je nach Ressourcensituation, die wir haben – wie eine verlängerte Werkbank im operativen Bereich. Andererseits muss die OIZ in gewissen Projekten Spezialwissen von Externen einkaufen. Typischerweise kommen die Dienstleister im Bereich Applikationsentwicklung zum Einsatz. Es kann aber auch eine Nachfrage infrastruktureller Art von unserer Seite bestehen.

Wie und mit was für Dienstleistern arbeitet die OIZ zusammen?
Projekte werden gemäss den Vorgaben des Submissionsrechts ausgeschrieben. Das geht ganz normal über Pflichtenheft, Ausschreibung, Angebot, Vergabe, Publikation und Stadtratsbeschluss. Im Bereich der IT-Dienstleistungen ist es etwas anders. Da machen wir Ausschreibungen für verschiedene IT-Profile. Normalerweise schreiben wir solche Profile alle vier Jahre aus und pro Profil bekommen wir mehrere Angebote. Daraus wählen wir dann nach definierten Kriterien, wie Preis und Verfügbarkeit, aus. Die besten fünf bis acht Dienstleister erhalten dann den Zuschlag und je nach Bedarf werden an diese Aufträge vergeben.

Ist dieses Prozedere nicht manchmal mühsam? Würden Sie manchmal nicht lieber einfach mit einem Dienstleister zusammenarbeiten, von dem Sie wissen, dass es funktioniert?
Wir arbeiten auch so nur mit Dienstleistern zusammen, von denen wir wissen, dass sie das nötige Know-how haben. Diese Evaluation ist Teil des Submissionsprozesses. Und falls es mal nicht funktionieren sollte, kann man den Anbieter auch mal wechseln. Darum haben wir auch jeweils mehrere Dienstleister, an die wir Aufträge vergeben können. Aber natürlich ist das Ausschreibungsverfahren manchmal etwas mühsam.

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