Stäheli meint: Die Stecknadel im Heuhaufen

Stäheli meint: Die Stecknadel im Heuhaufen

Artikel erschienen in IT Magazine 2013/10
Ich stelle fest, dass die Webseite für Produkt A eine sehr hohe Absprungrate hat. Und dies, obwohl die Zahl der Impressions in den letzten 14 Tagen viel höher war als in den vergangenen Wochen. Ausserdem ist die Verweildauer auf 30 Sekunden gesunken. Das betrifft vor allem die Erstbesucher, nicht die Wiederkehrer. Zusätzlich könnte man auch noch analysieren, ob die Demografie der Nutzer sich verändert hat und allenfalls der Berner für die eigene Dienstleistung empfänglicher ist als der Zürcher. Kamen nicht gestern erst drei Anfragen aus dem gleichen Weiler im Emmental? Das ist ja schon verdächtig und müsste genauer analysiert werden. Aber zuvor werfe ich noch einen kurzen Blick auf die verwendete Technologie: Erstaunlich, dass rund 80 Prozent unserer mobilen Benutzer mit dem iPhone oder iPad kommen. Aber Moment mal, was war nochmal das eigentliche Problem? Faden verloren und zurück auf Start!
Und so geht es Tage oder Wochen weiter und am Ende ist man oft so schlau wie zuvor. Experten werden konsultiert, die Google Hotline belagert und sonstige mehr oder weniger qualifizierte Meinungen eingeholt, welche sich meist diametral widersprechen. Es wird geschraubt, getestet, gemessen und analysiert was das Zeug hält. Und, oh Wunder, irgendwann steigt die Zahl der Klicks plötzlich wieder. Das Unternehmen freut sich, dass die Webseite endlich wieder konvertiert, der Berater fühlt sich gut, weil er dem Kunden helfen konnte und Google freut sich, weil Adwords weitere Zuwachsraten verzeichnet, alle sind glücklich und zufrieden.
Krise überstanden – bis zum nächsten Mal.
Seite 2 von 2
 

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER