Die Reise in die Cloud

Die Reise in die Cloud

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/06

Viele neue Cloudanbieter

Seit den 1990er Jahren setzen Firmen auf IT-Outsourcing, um die hohen IT-Budgets zu entlasten. Dabei lagern sie in den meisten Fällen nicht nur einzelne Applikationen, sondern ganze Geschäftsbereiche aus und überlassen die Betriebsverantwortung einem externen Partner. Heute können Outsourcinganbieter ihren Kunden mit der Cloud eine Vielzahl von Möglichkeiten bieten, bei denen die Kunden ihre IT grundsätzlich selber betreiben können. Dadurch sind in den letzten Jahren viele neue Cloudanbieter auf den Markt gekommen.
Prädestinierte Cloudanbieter sind Service Provider wie Swisscom, Sunrise, Green, Cablecom oder Colt mit ihren grossen Rechenzentren und den eigenen Kabelnetzen, welche die Grundlage für die Dienste bilden. Die meisten haben wie andere Unternehmen begonnen, ihre Infrastrukturen zu virtualisieren – zunächst für die internen Dienste, zunehmend aber auch für externe Dienstleistungen, die sie am Markt anbieten. Ein Paradigmenwechsel wie die Cloud eröffnet aber auch neuen Anbietern eine Chance auf dem Markt. So haben sich in den letzten Jahren reine Cloudanbieter wie beispielsweise Cloud Sigma und vCloud etabliert. Auch Hard- oder Softwarelieferanten wie HP, IBM, Dell oder Microsoft bieten in der Schweiz Cloudinfrastrukturen an. Teilweise konkurrenzieren sie so ihre eigenen Partner, die schon länger im Cloudanbietermarkt tätig sind.
System-Integratoren haben ebenfalls angefangen, Cloudinfrastrukturen zu bauen und zu verkaufen. Aus den Lieferanten, die bis anhin Hard- und Softwarelösungen integrierten, sind so Serviceprovider geworden. Manche Unternehmen mit einem hohen Virtualisierungsgrad stellen ihren Mitarbeitenden Private-Cloud-Dienstleistungen zur Verfügung. Interessant sind auch Unternehmen oder Organisationen, die ihre eigenen Plattformen für Partner öffnen. So bieten beispielsweise einige Kantonsverwaltungen ihre IT-Services neu auch Spitälern, der Polizei und einzelnen Gemeinden an.

Alle nutzen die Cloud

So vielfältig wie die Anbieter ist auch die Gruppe der Cloudnutzer. Heute nutzt praktisch jeder Privatanwender die Cloud – oft ohne es zu merken. Gmail, Hotmail, Google Docs oder Doodle sind sogenannte SaaS-Anwendungen (Software as a Service), während Dropbox und Wuala zu den StaaS-Anwendungen (Storage as a Service) zählen. Beliebt sind auch Offsite-Backup-Dienste wie Crashplan, Mozy oder Carbonite.
Innovative Kleinunternehmen beginnen, ihre IT an Cloud-Provider auszulagern. Sie beziehen IaaS-Dienstleistungen (Infrastructure as a Service), um Server- oder Speicherressourcen abzudecken. Immer häufiger implementieren sie auch Disaster-Recovery-Pläne auf StaaS-Lösungen. Kleinstunternehmen, die schon länger auf Dienstleistungen von Outsourcern angewiesen sind, haben mit diesen auf die Cloud umgesattelt.
Mittelgrosse Unternehmen beziehen SaaS-Leistungen beispielsweise, wenn einzelne Abteilungen schnell IT-Dienstleistungen benötigen, welche die eigene IT-Abteilung nicht zur Verfügung hat, oder wenn diese nur für einen begrenzten Zeitraum rasch und kostengünstig zur Verfügung stehen müssen. Immer häufiger kaufen sie auch Collaboration-Lösungen als SaaS-Lösungen wie Office 365 von Microsoft, Webex von Cisco oder Hosted Collaboration Services von Swisscom. Vereinzelt betreiben mittelgrosse Unternehmen in der Schweiz Test- und Entwicklungsumgebungen in der Cloud. Da sie diese nur sporadisch nutzen, sind externe, agil skalierbare und nach Benutzung abrechenbare Modelle geeignet.
Die geringste Clouddynamik ist bei Grossunternehmen zu beobachten. Grund hierfür sind neben den langen Entscheidungswegen auch die hohen Sicherheitsanforderungen. Zudem sind sie selbst gross genug, um ihre IT-Services zu günstigen Stückkosten zu produzieren.

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