Wer hat das schnellste mobile Internet?

Wer hat das schnellste mobile Internet?

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/11

Unterschiedlicher Netzausbau

Wie schnell man unterwegs surft, hängt aber nicht primär vom Modem und der dazugehörigen Software ab. Massgeblich dafür verantwortlich sind natürlich die Netze der drei Carrier und deren Ausbaustandard. Und der ist sehr unterschiedlich, wie ein Blick auf die aktuelle HSPA-Technologie und ihre Maximalwerte zeigt (siehe auch Tabelle auf S. 53). Während Swisscom und Orange je 14’400 kbps (Download) bieten, kriegt man bei Sunrise aktuell nur 7200 kbps. Beim Upload gibts bei Swisscom derweil nur 1800 kbps, während es bei der Konkurrenz 5700 oder gar 5800 kbps sein sollen. Swisscom und Sunrise bieten im Gegensatz zu Orange ausserdem bereits HSPA+ an, eine Weiterentwicklung von HSPA, die deutlich höhere Maximalwerte ermöglicht. Allerdings steht HSPA+ bei Swisscom erst an wenigen Orten, an denen das mobile Breitband intensiv genutzt wird, zur Verfügung. Und bei Sunrise surft man mit 21’000 kbps Down- und 5800 kbps Upload nicht viel schneller als bei der Konkurrenz mit «normalem» HSPA.

Wenig Veränderung auf dem Land

Gespannt haben wir uns nach der Installation der drei Modems und dem Betrachten der verschiedenen, versprochenen Maximalwerte auf die Reise durch den Kanton Zürich gemacht. Wie im Herbst 2008 besuchten wir die Gemeinden Rapperswil, Dägerlen, Thalheim und Winterthur sowie den Hauptbahnhof (HB), den Flughafen und das Bellevue in Zürich. So konnten wir nicht nur feststellen, wie schnell das mobile Internet aktuell ist, sondern auch wie sich die «Real Life Performances» in den vergangenen drei Jahren entwickelt haben.
Als erstes mussten wir feststellen, dass sich in den ländlicheren Regionen des Kantons Zürich leider nichts oder nur wenig getan hat. Investiert wurde anscheinend anderswo. In den beiden Gemeinden Dägerlen und Thalheim an der Thur surft es sich heute nämlich immer noch genau so schnell, oder besser gesagt langsam, wie vor drei Jahren.

In Dägerlen gibt es immer noch keinen 3G- beziehungsweise HSPA-Empfang, dementsprechend tief geblieben oder sogar leicht zurückgegangen sind die Datendurchsätze. Am schnellsten surft es sich hier mit Sunrise und Swisscom, da die beiden Carrier zumindest EDGE-Empfang bieten. Kaum etwas verändert hat sich auch in Thalheim, wo Sunrise-Kunden weiterhin am schlechtesten fahren, da ihr Provider im Vergleich zur Konkurrenz nur EDGE bietet. Am schnellsten fährt man nach wie vor mit Swisscom. Während sich bezüglich Datendurchsatz praktisch nichts verändert hat, sind die Latenzzeiten auf dem Land, also die Laufzeiten eines Datenpakets vom Sender zum Empfänger, deutlich gesunken. Ein Trend, der praktisch an allen Teststandorten und bei allen drei Anbietern beobachtet werden konnte (siehe Tabelle auf dieser Seite). Swisscom hat bezüglich Latenz nach wie vor klar die Nase vorn. Deutlich aufgeholt hat Orange.

Kommentare

Mittwoch, 9. November 2011 Mirjam
Teile diese Beobachtungen, in unserer Gemeinde surft man bei Sunrise seit Jahren nur mit EDGE.

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