Backup-Sorgen in die Cloud auslagern

Backup-Sorgen in die Cloud auslagern

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/01

Nicht für jedermann

Der Nachteil beim Online-Backup liegt beim Datenverkehr beziehungsweise bei der Internetleitung, die belastet wird. Deshalb eignen sich die Lösungen für Firmen, welche täglich grosse Mengen an geänderten Daten vorweisen – grafische Unternehmen beispielsweise – nicht unbedingt. Dazu Kriech von Trust-IT: «Der Nachteil liegt aus unserer Sicht noch immer darin, dass ein Online-Backup abhängig von der Grösse der Datenleitung ist. Sollte nun ein Kunde eine sehr grosse Datenmenge besitzen, welche er sichern möchte und nur eine kleine Datenleitung implementiert hat, kann die Durchführung problematisch werden.» Gemäss Roman Pfund, Head of Product Management bei Green.ch, eignet sich Online-Backup zudem auch nur beschränkt für Nutzer, die von unterwegs via Mobilnetz umfangreiche Daten sichern möchten. Und Robert Spierings, Managing Director von Arcplace, ergänzt, dass das Verfahren auch keinen Sinn macht, wenn kein Vertrauen in die Cloud-Technologie vorhanden ist. So scheuen sich gewisse Firmen beispielsweise, sensitive Daten auszulagern.
Gemäss Willi Andrist, Produktmanager IT & Collaboration Services bei Swisscom, eignet sich Online-Backup zudem nur bedingt fürs Applikations-Server-Backup. «Applikationen sollten immer mit den Originalmedien wieder hergestellt werden. Hier sind meist Snapshots, wie sie beispielsweise in einer virtuellen Server-Umgebung gemacht werden, effizienter und verlässlicher als ein Backup.» Ähnlich sieht es aus bei direkten Datenbank-Backups. «Alle grossen Datenbankanbieter empfehlen, in einem ersten Schritt mit den Tools des Herstellers eine Datensicherung zu machen. So ist auch die Wiederherstellung gewährleistet. Erst von dieser Datensicherung empfehlen wir Online-Backups für die absolute Sicherung.»
Goldhahn von Nexellent schiebt derweil einen Workaround bei hohen Datenaufkommen beziehungsweise -volumen nach. «Hier empfiehlt es sich, nicht direkt vom Client (PC/Server) via Internet auf die Anbieter-Strukturen zu sichern, sondern zunächst auf eine im Kunden-LAN stehende Backup-Server-Struktur, von wo zeitgesteuert die Daten über die bestehende Internetleitung oder eine eigens dafür installierte Leitung gesichert werden.» Und Mike Schwarz, CEO von Ctek, empfiehlt die Online-Datensicherung vor allem als sekundäre Sicherung. «Als primäre Sicherung sollte auf externe Platten mit einem Image der Server gesichert werden. Die Platte sollte wöchentlich getauscht und ausser Haus gelagert werden. So kann in kurzer Zeit das Komplettsystem wieder hergestellt werden. Die laufenden und aktuellsten Daten können dann in Ruhe zurückgespielt werden ab dem sekundären Online Backup.»

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER