Physikalische Grenzen durchbrechen

Physikalische Grenzen durchbrechen

Artikel erschienen in IT Magazine 2006/21

iSCSI als Basistechnologie

Eine der Basistechnologien für preiswerte blockbasierte Virtualisierungslösungen ist iSCSI, das sich vor allem für kleinere Umgebungen eignet. Mit Produkten wie Datacore SAN Melody ist es dem Systemverwalter möglich, einen beliebigen PC in eine skalierbare Virtualisierungs-Appliance zu verwandeln. Das dahinter stehende Konzept ist dabei ebenso einfach wie genial: Man nehme einen Standard-Intel-Server mit Windows 2003 als Betriebssystem und stelle dessen physikalischen Plattenspeicher per iSCSI-Protokoll zur Verfügung. Der physikalische Speicher kann je nach Anforderung wiederum aus einzelnen Festplatten oder RAID-Systemen bestehen, die per SCSI, SATA, Fibre Channel oder mit anderen Technologien angebunden sind. In jedem Fall ist der Systemverwalter in der Lage, aus dem vorhandenen physikalischen Speicher virtuelle Platten in Form von Logical Units (LUN) zu definieren und diese per IP-Verbindung über das Unternehmens-LAN zur Verfügung zu stellen. Für den jeweiligen Nutzer präsentiert sich eine iSCSI-LUN wie eine lokale Festplatte. Der Vorteil der blockbasierten Virtualisierung liegt in diesem Fall darin, dass sich jederzeit zusätzlicher Plattenplatz bereitstellen lässt und der vorhandene physikalische Speicher effizienter nutzbar ist. Insbesondere für virtualisierte Server, die beispielsweise in einer VMware-Umgebung laufen, eignet sich diese Methode, ist es doch so möglich, eine neue virtuelle Maschine mit der benötigten Speicherkapazität innerhalb weniger Minuten zur Verfügung zu stellen.


Höhere Verfügbarkeit

Die Virtualisierung bringt aber noch weitere Vorteile mit sich. Durch effizientes Caching auf Virtualisierungsebene lassen sich beispielsweise spürbare Performance-Vorteile realisieren. Noch wichtiger sind aber Funktionen wie die synchrone oder asynchrone Spiegelung, die für eine erhöhte Datenverfügbarkeit sorgen. Über eine Virtualisierungslösung wie das bereits erwähnte SAN Melody oder den Falconstor iSCSI Storage Server ist dies recht einfach auch in Umgebungen umsetzbar, die bislang hohe Investitionen für proprietäre Lösungen scheuten.
Eine weitere wichtige Funktion, die die meisten Virtualisierungs­lösungen mitbringen, ist der Snapshot. Dieser erlaubt es, den Datenbestand einer LUN zu einem bestimmten Zeitpunkt einzufrieren, beispielsweise um die Daten über eine Backup-Lösung sichern zu können. Per Script oder Windows 2003 Volume-Shadow-Copy-Service-Provider (VSS) ist es möglich, den Datenbestand vor dem Snapshot in einen konsistenten Zustand zu versetzen. Nur so ist sichergestellt, dass bei einer allfälligen Datenwiederherstellung ein lauffähiges System entsteht.
Blockbasierte Virtualisierungs­lösungen, die sich auch im heterogenen Umfeld bewährt haben, sind natürlich nicht nur für iSCSI verfügbar, sondern auch im Fibre-Channel-Bereich. Produkte wie der SAN Volume Controller (SVC) von IBM, die V-Series von Network Appliance oder Datacore SAN Symphony liefern vergleichbare Funktionen, allerdings für einen meist deutlich höheren Preis.


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