Kranken- und Unfallversicherer effizient bei tieferen Kosten

Kranken- und Unfallversicherer effizient bei tieferen Kosten

Artikel erschienen in IT Magazine 2010/09

Datenkonsolidierung und intensive Testphase

Eine weitere Erschwernis ergab sich dadurch, dass SWICA für die Unfall- und die Krankenversicherung zwei unabhängige Applikationen eingesetzt hatte. Das hatte dazu geführt, dass manche Kunden, vor allem Firmen, mehrfach erfasst waren, zum Beispiel mit einem Lohnausfall-, einem Unfallversicherungs- und mit einem Krankenpflegevertrag. Dieser Umstand machte vor der Migration eine aufwendige Datenkonsolidierung mit speziellen Programmen erforderlich.


Um Pannen bei der Einführung auszuschliessen, wurde über Monate hinweg ausgiebig getestet und der Tagesbetrieb mit zahlreichen Anwendern und konkreten Systemverarbeitungen simuliert. Bereits seit Sommer 2009 wurden in diesen Betriebssimulationen im Wochenrhythmus Daten ins neue System eingegeben und auf die Funktionsfähigkeit im Tagesgeschäft geprüft. Diese intensive Testphase zahlte sich aus: Der Umstieg auf die Swiss Health Platform erfolgte am 3. Mai 2010 ohne Probleme. In einem einzigen Schritt wurde SWICA innerhalb von fünf Tagen in das neue System überführt und war vom ersten Tag an voll funktionsfähig. Alle Daten waren vollständig und rasch abrufbereit; bis heute sind keine Probleme aufgetreten.


Effizientes Tagesgeschäft, hohe Innovationskraft

SWICA betreibt heute auf der Swiss Health Platform das gesamte Backoffice: die Vertragsverwaltung, die Leistungsabrechnung, sämtliche In-/Exkassoabläufe mit Schnittstellen zur Buchhaltung und zum Betreibungssystem, die Pflege der Kundenbeziehungen und nicht zuletzt das gesamte Dokumenten-Management. Die SHP hat dabei die Abläufe im Tagesgeschäft von SWICA erheblich vereinfacht. Im Wesentlichen ist diese Effizienzsteigerung auf Automatismen und die systemübergreifende Workflow-Unterstützung zurückzuführen, die mehrere Systeme online verbinden und das eigentliche Arbeitssystem für die Anwender darstellen.


So wurde beispielsweise die elektronische Rechnungsprüfung Sumex an Syrius angebunden. Die Leistungsabrechnungen werden nun von den Anwendern mittels eines einzigen Workflows über diese beiden Systeme hinweg überwacht und gesteuert. Während früher die Rechnung in Sumex und die Deckung im Backoffice geprüft werden musste, kann der Sachbearbeiter heute alle Punkte in einem einzigen Prozess abhaken.

Mit der alten Applikation IRIS musste der SWICA-Sachbearbeiter bis zu fünf verschiedene Masken abrufen, um Informationen zu einem Versicherten zusammenzutragen. Heute stellt ihm eine neu entwickelte Auskunftsmaske alle Angaben wie Name und Adresse des Versicherten, seine Zahlungsverbindung, die Verträge und Deckungen, allfällige individuelle Prämienverbilligungen oder die bezahlten Kostenbeteiligungen im laufenden Jahr auf Knopfdruck zur Verfügung.


Die hochgradige Parametrisierbarkeit der Kernapplikation Syrius führt zu einem weiteren und direkt wettbewerbsrelevanten Vorteil: Sie bietet eine bisher unerreichte Flexibilität bei der Lancierung neuer Produkte. Die gängigen Hostapplikationen lassen nämlich nur vier oder fünf prämienrelevante Kriterien wie Alter und Geschlecht zu; die Berücksichtigung eines weiteren Faktors erforderte einen erheblichen Programmieraufwand. Die heutige Möglichkeit, eine beliebige Anzahl von Parametern aufzunehmen, senkt einerseits die Kosten, anderseits aber auch die Zeit bis zur Einführung eines neuen Produkts.


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