Bühne frei für Smartphones mit Touchscreen

Bühne frei für Smartphones mit Touchscreen

Artikel erschienen in IT Magazine 2009/05

HTC Touch Pro

Das HTC Touch Pro möchte gerne ein Touchscreen-Smartphone im Stile von Apples iPhone sein, ist es aber nicht. Dafür ist der HTC-eigene Touchflo-Bildschirm zu klein, und man ist bei der Bedienung in den meisten Fällen auf den Stift angewiesen. Je weiter man in die Tiefe eines Menus vordringt, desto unverzichtbarer wird der Stylus, die anzutippenden Symbole sind so klein. Überzeugender ist die gross-zügige, ausschiebbare Qwertz-Tastatur des HTC Touch Pro. Die Grösse ist angenehm und sorgt für ein bequemes Schreiben von Nachrichten oder Notizen – ein echtes Plus für die Profi-Ausgabe des HTC Diamond. Allerdings macht ebendiese Tastatur das Gerät auch ziemlich schwer (165 g) und dick (18 mm).


Ausgestattet ist das HTC Touch Pro mit einer vollständigen Office-Suite von Microsoft (Word, Excel, Onenote, Powerpoint). Excel-, Onenote- und Word-Dateien können nicht nur geöffnet, sondern auch bearbeitet werden, was für den Business-Gebrauch des Smartphones ein echter Vorteil ist. Schiebt man das Gerät auf, erscheint ein Schnellstartmenü mit den acht wichtigsten Funktionen, nämlich SMS/MMS, E-Mail, Web-Suche, Favoriten, Kalender, Aufgaben, Notizen und Kontakte.

Unter dem Bildschirm, der übrigens gestochen scharf ist, sitzen vier Tasten sowie ein Navigationsknopf. Zwei der vier Tasten dienen zum Abnehmen und Auflegen von Anrufen. Mit der dritten Taste kommt man von überall her wieder auf den Startbildschirm zurück. Die vierte und letzte Taste führt jeweils einen Schritt zurück in der geöffneten Anwendung. Das Steuern des Smartphones mit dem Navigationsknopf gestaltet sich relativ mühsam, er führt nur selten zum gewünschten Ziel. Der Rand des Knopfes ist berührungssensitiv und dient im Browser und bei Bildern als Zoom.


Der Touchscreen reagiert in den meisten Fällen sehr schnell. Mit zwei Ausnahmen allerdings: Zum einen funktionierte das Annehmen von Anrufen via Touchscreen oft erst im zweiten Anlauf, zum anderen kehrte sich der Bildschirm beim Drehen des Smartphones manchmal ziemlich verzögert. Nachrichten können ausserdem nur bei geöffneter Tastatur im Querformat angeschaut werden.


Ein weiterer Minuspunkt ist die Sprachqualität bei eingeschalteter Freisprechfunktion, was erstaunlich ist, da ja gerade das Telefonieren eine Kernfunktion eines Smartphones ist. Etwas Lustiges zum Schluss: Der Reset-Knopf ist, zumindest beim Infoweek-Testmodell, mit einem Kopfhörersymbol versehen, was für einige Verwirrung sorgen könnte. (ahu)



Sony Ericsson Xperia X1

Das erste Windows-Mobile-Smartphone von Sony Ericsson überzeugt durch seine tadellose Verarbeitung – sämtliche Materialien wirken hochwertig, der Mechanismus zum Aufschieben des Bildschirms klappert nicht im Geringsten, und die darunterliegende Qwertz-Tastatur erlaubt einigermassen flüssiges Tippen. Erfreulich für deutschsprachige Anwender: Im Gegensatz beispielsweise zum Android-Gerät sind auch die Umlaute direkt über eigene Tasten zugänglich, man muss nicht für jedes «ä» mühsam ein Spezialmenü aufrufen.


Mit 800x480 Pixel bietet der Bildschirm des Xperia X1 die höchste Auflösung unter den fünf getesteten Geräten, aber nicht die grösste Diagonale. Schriften erscheinen deshalb oft sehr klein, und auf dem Touchscreen lässt sich manche Option nur mit dem beiliegenden, aber leider nicht im Gehäuse versenkbaren Stift aktivieren. Die Darstellung richtet sich übrigens nach der Tastaturnutzung aus: Im ausgezogenen Zustand werden die Inhalte im Breitformat, bei zusammengeschobenem Gerät im Hochformat angezeigt. Einen Lagesensor wie das iPhone kennt das Xperia X1 nicht.

Für eine vereinfachte Bedienung hat Sony Ericsson der reichlich komplizierten Windows-Mobile-Ober-fläche eine zusätzliche Schicht aufgepropft: Viele Funktionen und Einstellungen sind bequemer über sogenannte Panels zugänglich, die sich über eine eigene Taste aufrufen lassen. Neben den mitgelieferten Panels, zum Beispiel dem erweiterten Startbildschirm mit grosser Uhr oder dem Google-Panel zur Direktsuche, lassen sich via Internet weitere Panels laden. Obwohl seit einiger Zeit ein SDK für Panel-Entwickler bereitsteht, sind jedoch erst wenige Panels von Drittherstellern erhältlich.


Das Gerät reagiert meist flott auf Eingaben, beim Aufrufen einer Menüoption oder beim Wechsel zwischen Anwendungen gibt es keine langen Wartezeiten. Ab und zu wird der Inhalt eines Panels nicht korrekt nachgeführt – mit einem erneuten Aufruf des Panels lässt sich dies beheben. Lob verdient der Opera-Browser, den Sony Ericsson als Ergänzung zum naturgemäss vorhandenen, aber ziemlich unbeliebten Internet Explorer in vorinstallierter Form mitliefert. Ansonsten sind neben dem üblichen Windows-Mobile-Office diverse hersteller-eigene Multimedia-Anwendungen, der Adobe Reader LE und ein Programm für den Direktzugriff auf Google Maps installiert. Für Kalender, Kontaktverwaltung und Messaging muss man sich allerdings mit den Standardprogrammen von Windows Mobile begnügen.


Alles in allem gefällt das Xperia X1 durch seine unprätentiöse Kombination der Basisfunktionen von Windows Mobile mit erweiterter Oberfläche, Multimedia-Anwendungen, gelungener Tastatur und edler Konstruktion. Mit 145 Gramm ist das Gerät nicht gerade leicht, es ist aber sehr kompakt gebaut und liegt sehr angenehm in der Hand. (ubi)



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