"Die Job-Apokalypse ist verschoben",
titelt der "Economist" (Paywall) einen Bericht zur Stellensituation in den USA im Zusammenhang mit KI und spricht von einem regelrechten KI-Job-Boom. Demnach gab es im August 2026 in der US-Wirtschaft 162'000 neue Stellen bei einer für die USA relativ niedrigen Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Selbst jüngere Arbeitnehmende, die als durch KI gefährdet gelten, konnten sich dabei auf dem Arbeitsmarkt gut behaupten.
Trotz der an sich erfreulichen Zahlen gab es auch vermutlich KI-bedingten Stellenabbau. Seit Januar 2023 habe sich die Beschäftigtenzahl im Kundenservice um 10 Prozent reduziert. Auch Bürotätigkeiten wie Sekretariat und allgemeine Verwaltungsaufgaben hätten einen Rückgang um rund 15 Prozent verzeichnet. Das Beratungsunternehmen Challenger, Gray & Christmas rechnet für 2026 mit einem KI-bedingten Abbau von monatlich 16'000 Stellen. Angesichts der üblichen Abbaurate von USA-weit um die 1,7 Millionen Arbeitsplätzen erscheint der KI-generierte Schwund allerdings ziemlich niedrig.
Umso mehr, als der KI-Boom auch eine sehr grosse Zahl neuer Arbeitsplätze erzeugt. Dies gilt vor allem für den Bau der Infrastruktur, die für KI benötigt wird. Handwerkliche und technische Berufe vom Elektriker über Klimatechnik-Experten und Netzwerkspezialisten bis zu Servicetechnikern sind stark gefragt. Wie der Bericht weiter ausführt, wurden allein im Umfeld des Ausbaus und Neubaus von Rechenzentren seit 2023 in den USA gegen 320'000 zusätzliche Stellen geschaffen – und zwar solche mit vergleichsweise hohen Löhnen. Und sogar im Dunstkreis von Büros entstehen dank KI neue beziehungsweise neuartige Stellen, zum Beispiel für auf KI spezialisierte Software-Ingenieure, Data Scientists und für die KI verantwortliche Manager. Es wird geschätzt, dass in den USA aktuell rund eine Million Arbeitsplätze existieren, die mit KI zu tun haben. Obwohl also KI gewisse Routinetätigkeiten überflüssig macht, entstehen dank KI auch neue Jobs in erheblichem Umfang.
(ubi)