Das Internet of Things wächst nicht nur quantitativ. Mit der Integration von künstlicher Intelligenz verändert sich auch seine Rolle. Auf dem GSMA IoT Summit im Rahmen des MWC Shanghai 2026 beschrieb Huawei diese Entwicklung als Übergang von klassischem IoT zu AI-IoT. Vernetzte Geräte dienen dabei nicht mehr nur der Übertragung von Daten, sondern werden zunehmend Teil intelligenter Anwendungen und Systeme. Zeng Chuang, President of Huawei Wireless FDD Product Line, formulierte es in Shanghai so: «AI and IoT are mutually enabling each other, and IoT is quickly advancing to AI-IoT.»
IoT wächst weltweit
Die Dimension ist bereits heute beträchtlich. Weltweit erreichte die Zahl zellularer IoT-Verbindungen 2025 4,7 Milliarden. In China überstieg die Zahl der IoT-Verbindungen bereits jene der Mobilfunknutzer; mehr als 60 Prozent aller zellularen Verbindungen entfallen dort auf IoT-Aktivitäten. Gleichzeitig erzielte Mobile IoT in China einen Gesamtumsatz von mehr als 50 Milliarden Yuan.
Ein Netz für viele Szenarien
Entscheidend ist die Bandbreite der Anforderungen, die 5G-A diese innerhalb einer gemeinsamen Infrastruktur abdecken soll. Huawei beschreibt einen Full-Stack-Ansatz, der von High-Speed- und High-Value-Anwendungen über Low-Power- und Low-Cost-Szenarien bis zu Ultra-Low-Power- und Ultra-Low-Cost-Anwendungen reicht und aktive wie passive Verbindungen einschliesst. Unterschiedliche IoT-Fähigkeiten sollen so über ein einziges Netz bereitgestellt werden. Huawei sieht darin eine wichtige Grundlage, um IoT über unterschiedlichste Anwendungsszenarien hinweg weiter zu skalieren.
RedCap erreicht die Praxis
Eine zentrale Rolle spielt dabei 5G RedCap. Die Technologie hat laut Huawei eine neue Skalierungsphase erreicht: Das Ökosystem aus Chipsätzen, Modulen und Geräten wächst, wichtige Chipsatzanbieter haben Produkte lanciert und die Modulkosten sind weiter gesunken. Die Zahl der RedCap-Verbindungen hat inzwischen zehn Millionen überschritten. Neben Industrieanwendungen kommt RedCap auch in Consumer-Anwendungen wie Smart Cockpits und Smartwatches zum Einsatz. Netzbetreiber treiben die kommerzielle Nutzung und Erprobung international voran.
Auch in der Schweiz ist RedCap bereits ein Thema, befindet sich aber noch in einer Übergangs- und Rollout-Phase. Da die Technologie ein 5G-Standalone-Kernnetz voraussetzt, hängt ihre Verfügbarkeit eng mit dem Ausbau von 5G SA zusammen.
Der nächste Effizienzschritt
Der nächste Schritt danach ist dann eRedCap. Die Standardisierung der Technologie ist abgeschlossen, die kommerzielle Nutzung soll noch dieses Jahr beginnen. eRedCap soll Kosten und Energieverbrauch nochmal weiter reduzieren und gleichzeitig die Uplink-Fähigkeiten stärken. Damit sollen intelligente Verbindungen in zusätzliche Anwendungsbereiche gebracht werden.
Ambient IoT erweitert das Feld
Noch weiter in Richtung besonders energie- und kostensparender Verbindungen geht Ambient IoT. Die Technologie arbeitet ohne Batterie und ist auf sehr niedrige Kosten ausgelegt. Huawei sieht darin unter anderem eine Grundlage für die kostengünstige digitale Erfassung sehr grosser Mengen physischer Objekte und deren automatisierte Verwaltung. Weltweit zeigen bereits mehr als 20 grosse Pilotprojekte die Einsatzmöglichkeiten in Produktion, Lagerhaltung und Logistik.
Auch für Wide-Area-Anwendungen wird Ambient IoT weiterentwickelt. Die entsprechenden technischen Spezifikationen sollen bis Mitte 2027 festgelegt werden. Künftig soll die Technologie unter anderem Solarenergie als Energiequelle unterstützen und für grossflächige Anwendungen mit sehr energiearmen und kostengünstigen Tags nutzbar werden. Als Anwendungsfelder nennt Huawei die Lieferkettenlogistik, die Erfassung von Assets und die Lokalisierung einzelner Objekte.
Ökosystem als Voraussetzung
Huawei betonte in Shanghai zugleich die Bedeutung eines breiten Ökosystems. Das Unternehmen will mit Chip- und Modulherstellern zusammenarbeiten, mit Netzbetreibern differenzierte Fähigkeiten innerhalb eines Netzes aufbauen und neue Geschäftsmodelle erproben. Mit Industriekunden sollen zudem neue KI-basierte Anwendungen für intelligente Konnektivität entwickelt werden.
100 Milliarden Verbindungen im Blick
Das Ziel geht dabei über die Einführung einzelner IoT-Technologien hinaus. Huawei will mit 5G-A eine gemeinsame Netzgrundlage schaffen, die sehr unterschiedliche Anforderungen abdecken kann – von leistungsfähigen Industrieanwendungen bis zu extrem einfachen, energiearmen Tags. Die damit verbundene Vision fasst das Unternehmen unter dem Schlagwort «100 Milliarden intelligente Verbindungen» zusammen.
Der Autor
Manuel KüfferSenior Manager Media & Public Affairs, bei Huawei Technologies Switzerland AG
www.huawei.com/ch