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KI verändert die Führungsebene
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KI verändert die Führungsebene

IBM hat weltweit 2000 CEOs zu ihrem Umgang mit KI im Unternehmen befragt. Ein wichtiges Ergebnis: Die Rollen in der Führungsebene Ändern sich und KI nimmt an Bedeutung zu.
13. Mai 2026

     

Die aktuelle CEO-Studie des IBM Institute for Business Value zeige, dass die Dynamik im Bereich der KI CEOs dazu zwinge, die Struktur der Führungsebene (C-Suite) neu zu gestalten, hält IBM als Hauptergebnis der Untersuchung fest. Für die Studie wurden weltweit 2000 CEOs befragt, darunter 100 aus Deutschland und 40 aus der Schweiz. Führungsstrukturen, Entscheidungsprozesse und Organisationsmodelle müssten angesichts der zunehmenden Verbreitung von KI neu gedacht werden, heisst es weiter.

Mit der geforderten Renovation der C-Suite gehe neue Rollen in der Führungsebene einher. Unter anderem kommt ein Chief AI Officer (CAIO) hinzu. Weltweit verfügen 76 Prozent der befragten Unternehmen bereits über diese Rolle, in Deutschland gilt der gleiche Prozentsatz. Die Schweiz liegt mit 65 Prozent merklich dahinter. Ein weiteres Ergebnis: CEOs fühlen sich offenbar generell wohl, strategische Entscheidungen auf Basis von KI generierten Erkenntnisse zu treffen, allerdings zeigen sich hier deutliche Unterschiede. Weltweit sind 64 Prozent der CEOs dieser Ansicht, in Deutschland nur 54 Prozent.


Das grösste Vertrauen in KI gestützte Entscheidungsprozesse haben interessanterweise CEOs aus der Schweiz – hierzulande liegt der Anteil bei sage und schreibe 70 Prozent. Als essenziell für ihr Vertrauen in die KI bezeichnet der Grossteil der CEOs KI-Souveränität und halten diese für einen zentralen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie – das unterstreiche die Bedeutung geeigneter Kontrollmechanismen. Des Weiteren erwarten die weltweit befragten CEOs, dass bis 2030 48 Prozent der operativen Entscheidungen, bei denen Konsistenz und Leitplanken kodifiziert werden können, vom KI ohne menschliches Eingreifen getroffen werden. Und global bestätigen 79 Prozent der befragten Führungskräfte, dass sie aufgrund der unternehmensweit bedeutenderen Rolle der KI Entscheidungsprozesse dezentralisieren und Verantwortlichkeiten verteilen. In Deutschland (85 %) und in der Schweiz (88 %) liegt der Anteil noch höher.
Mit der steigenden Bedeutung des technologiegetriebenen Faktors KI steigt gemäss der Umfrage auch das Bedürfnis nach entsprechender Expertise. So sagen weltweit 85 Prozent der befragten CEOs (DE und CH: je 83 %), alle funktionalen Führungskräfte müssten in ihrem jeweiligen Bereich zu Technologieexperten werden. Die Studienautoren betrachten dies als Zeichen dafür, dass sich die Verantwortung für KI über spezialisierte Rollen hinaus erweitert. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse nach, dass die Rolle des CAIO bis 2030 zunehmen wird – dies sehen sämtliche CEOs so, deren Unternehmen bereits einen CAIO hat.


Diametral entgegengesetzt scheint das Interesse der Mitarbeitenden an KI zu sein. Weltweit stellen die befragten CEOs fest, dass nur 25 Prozent der Belegschaft KI im Arbeitsalltag regelmäßig nutzen. Das gleiche Bild zeigt sich in der Schweiz, in Deutschland sind es gar nur 23 Prozent. Dennoch sind 86 Prozent der global Befragten der Ansicht, dass ihre Mitarbeitenden über die erforderlichen Kompetenzen für den Umgang mit KI verfügen (Deutschland 83 %, Schweiz 93 %). Passend dazu meinen weltweit 83 Prozent, der Erfolg von KI hänge stärker von der Akzeptanz durch die Menschen als von der Technologie ab (DE: 78 %, CH: 80 %). (ubi)


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