Das Bundesamt für Energie hat eine Studie zum Stromverbrauch von Rechenzentren veröffentlicht und belegt den massiv steigenden Strombedarf der Hyperscaler und anderen Rechenzenterbetreiber.
Gemäss der bundesamtlichen Erhebung betrug der Stromverbrauch aller Rechenzentren in der Schweiz im Jahr 2024 knapp 2,1 TWh. Etwas weniger als die Hälfte davon betrifft mit 44 Prozent kommerzielle RZ-Dienstleister wie Hyperscaler, während der Rest auf dedizierte RZ-Dienstleister und unternehmensinterne Rechenzentren in Branchen wie Finanzwesen, Pharma oder Verwaltung entfällt. In der Untersuchung wurde ausserdem auch die Fläche der RZ-Betreiber unter die Lupe genommen. Diese ist von 140'000 m2 im Jahr 2020 auf über 178'000 m2 im Jahr 2024 angestiegen, was einem Plus von 27 Prozent entspricht.
Bei der letzten, 2019 durchgeführten Studie, wurde ein Stromverbrauch von 1,77 TWh ermittelt, was etwa 3,1 Prozent des damaligen Verbrauchs entsprach. Im Vergleich zur jüngsten Studie ist der Verbrauch also innert fünf Jahren um 18 Prozent angestiegen. Deutlich zugelegt hat dabei insbesondere der Stromverbrauch der kommerziellen Anbieter, während jener der internen Rechenzentren stagniert.
Das Energiesparpotential schätzt das Bundesamt für Energie auf 0,78 TWh, was 38 Prozent des Verbrauchs entspricht. Davon sollen drei Fünftel auf den Bereich IT entfallen, wobei vor allem Storage- und Compute-Technologien sowie Virtualisierung zu Buche schlagen. KI soll derweil noch kaum eine Rolle spielen, da grössere Modell-Trainings kaum in der Schweiz stattfinden.
Was die weitere Entwicklung anbelangt, herrscht weitgehend Unsicherheit. Die Studienverfasser erwarten, dass der Rechenzentrumsstromverbrauch bis zum Jahr 2030 zwischen 20 und 54 Prozent ansteigen wird; je nach Szenario ist auch von einem Anstieg um 70 Prozent die Rede.
Die
komplette Studie stellt das Bundesamt für Energie online zur freien Einsicht zur Verfügung.
(rd)