cnt
Swiss Made Software: Souveränität und AI treiben die Schweizer Software-Industrie an
Quelle: Swiss Made Software

Swiss Made Software: Souveränität und AI treiben die Schweizer Software-Industrie an

Am 24. Juni 2026 steigt im Uptown Basel zum zweiten Mal das Swiss Software Festival. Am Stelldichein der Schweizer Software-Industrie steht vor allem ein Thema zur Debatte: Die Zukunft der Software-Entwicklung in der Schweiz.

von Thomas Brenzikofer, swiss made software

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2026/05

     

Die Meldungen überhäufen sich. Big Tech entlässt derzeit tausende von Mitarbeitenden. Der Grund: Was Supporter und Supporterinnen, Büroassistentinnen und Softwareentwickler tun, kann GenAI auch, nur günstiger. Der Finanzmarkt verdankt’s mit Kursaufschlägen. Dies, nachdem Software-Giganten wie SAP und Oracle in den vergangenen Monaten an der Börse arg Federn lassen mussten.

Düstere Wolken ziehen also auf am sonnenverwöhnten Software-Himmel. Auch in der Schweiz? Das gilt es herauszufinden am 24. Juni im Uptown Basel im Rahmen der zweiten Ausgabe des Swiss Software Festivals. Organisiert wird das Stelldichein der Schweizer Software-Industrie von Swiss Made Software, im Verbund mit BaselTech, Swico, Women in Tech Switzerland und Swiss Insights – zusammen mit über 40 Sponsoring-Partner.

Acht Tracks, zwei Plenary Sessions

Debattiert wird in acht thematisch ausgerichteten Tracks sowie in zwei Plenary Sessions. Ein Blick ins Programm verrät: Das Thema KI ist dabei omnipräsent. Doch Katerstimmung ist unter den Schweizer Softwarecracks nicht angesagt. Im Gegenteil scheint man die KI-Gastarbeiter mit viel Integrationswillen willkommen zu heissen.

Ob der Übergang in die AI-Automatisation für die Schweizer Software-Industrie ganz so friktionslos verlaufen wird, wie allenthalben dar- respektive vorgestellt, wird insbesondere in den Keynotes von Penny Schiffer (UBS), Thomas Wuest (Ti&m) und Sarah Toms (IMD) zu erfahren sein und für Diskussionsstoff sorgen in der anschliessenden Panel-Diskussion mit Beat Fluri (Adnovum), Lukas Ryf (Adobe) und Raffaelle Grillo (Abacus). Auch der Software Leader Track von Swico widmet sich ganz dem Thema, inwiefern Agentic Software Engineering das Softwaregeschäft verändern wird.

Tiefere Transaktionskosten dank GenAI

Dabei lässt sich ein durchaus positives Bild malen. So könnte die Schweizer Software-Industrie als Exemplar herhalten für die Entwicklung, wie sie jüngst von IMD-Professor Howard Yu prophezeit wurde. Bezugnehmend auf die Theorie von Ronald Coase, wonach Firmen deshalb existieren, weil sie die Transaktionskosten tief halten, stellt Yu fest, dass dies genau das ist, was GenAI auch tut. Konkret: «Früher benötigte ein Softwareunternehmen 10’000 Kunden, 50 Mitarbeiter und ein Startkapital von 1 bis 5 Millionen Dollar. Dank KI könnten diese Anforderungen bald auf 500 Kunden, zwei Mitarbeitende und ein minimales Startkapital sinken.»


Genau diese Art von Unternehmen hat beim Label Swiss Made Software im vergangenen Jahr für massiven Zuwachs gesorgt. Es sind Kleinunternehmen, die mit viel Branchenwissen und durch GenAI-befähigt, fein granular, auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnittene Software-Lösungen anbieten. Um diese Marktentwicklung akkurat abbilden zu können, hat Swiss Made Software denn auch den Label-Zusatz «Plus AI» ins Leben gerufen. Nicht zuletzt, um auch über die dunkle Seite dieses Trends Transparenz zu schaffen, nämlich des Abhängigwerdens ganzer Wirtschaftszweige von den AI-Giganten (und deren Hintermännern).

Digitale Souveränität als zweites grosses Thema

Womit das andere grosse Thema des Swiss Software Festivals angesprochen ist: Digitale Souveränität. So wird Aarno Aukia (VSHN) in seiner Keynote darlegen, weshalb gerade die digitale Neutralität eine grosse Chance für die Schweizer Software-Industrie darstellt. Wie eine solche Haltung konkret umzusetzen ist, wird im Track gezeigt, der sich ganz dem Thema widmet. Die abschliessende Plenary Session vertieft schliesslich, ausgehend von den Ausführungen der internationalen Expertin Cecilia Recap (University College London) sowie unter anderem mit René Raeber (Microsoft Schweiz) und Michael Dudli (Xelon), ob eine digital souveräne Schweiz eine legitime Wunschvorstellung oder eine überlebensnotwendige Strategie darstellt.


Weitere Informationen zum Programm und Tickets sowie zu den Sponsoren: www.swiss-software-festival.ch
Das Swiss Software Festival in Kürze
Datum: 24. Juni 2026
Location: Uptown Basel, Arlsheim

Programm:
08:00 Türöffnung und Willkommenskaffee
08:45 Plenary Session 1: Die Zukunft der Software-Entwicklung in der Schweiz
10:30 Kaffeepause und Networking
11:30 Verschiedene Track Sessions zu Themen wie Cybersecurity, Platfom Engineering und Software-Architektur, KI, Regulierung oder Digitale Souveränität
13.00 Mittagspause und Networking
14:30 Verschiedene Track Sessions zu Themen wie Cybersecurity, Platfom Engineering und Software-Architektur, KI, Regulierung oder Digitale Souveränität
16:00 Kaffeepause und Networking
16:45 Plenary Session 2: Digitale Souveränität – was kommt als nächstes
18:00 Networking Apero


75 Speaker und mehr als 600 erwartete Teilnehmer
Ticketpreise: Swiss-Made-Software- und Swico-Mitglieder: 219 Franken, ansonsten 289 Franken
Infos und detailliertes Programm: www.swiss-software-festival.ch


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER