Google hat im Rahmen der Cloud Next, die vom 22. bis zum 24. April 2026 in Las Vegas abgehalten wird, eine Reihe von wichtigen Neuerungen vorgestellt. Wie zu erwarten, dreht sich auch bei
Google derzeit so gut wie alles um das grosse Thema KI, die Ankündigungen standen daher ganz im Zeichen von Fortschritten und neuen Produkten im KI-Bereich.
Gemini Enterprise wird ausgebaut
Prominent zeigt
Google wichtige Neuerungen an Gemini Enterprise, seiner KI-Plattform für Unternehmen. Diese soll zum zentralen Dreh- und Angelpunkt aller KI-Vorhaben im Business-Kontext werden, Google spricht von einem "End-to-End-System für die Agentic Era". Die wichtigsten Neuerungen umfassen die Vorstellung der Gemini Enterprise Agent Platform und ein breites Partner-Ökosystem, mit dem Produkte von Drittherstellern angebunden werden können. Genannt werden etwa Lösungen von Oracle, Salesforce und Servicenow.
Bei der Gemini Enterprise Agent Platform handelt es sich um eine Plattform für die Entwicklung, Orchestrierung und Verwaltung von KI-Agents unter dem Dach von Gemini Enterprise. Diese ist wohl als direkte Konkurrenz zu Microsofts Plattform Agent 365 zu sehen, die ähnliche Versprechen macht und derzeit ebenfalls in den Startlöchern steht. Die Agent Platform ist laut Google die nächste Generation der 2021 gestarteten KI-Entwicklerplattform Vertex AI und die Schnittstelle zwischen Daten, Usern, Apps und Agents. Sie soll einen durchgängigen Workflow erlauben und erlaubt unter anderem den Zugriff auf über 200 verschiedene KI-Modelle sowie das Bauen neuer Modelle und Agents, sowohl Low-Code als auch Code-first mit dem Agent Development Kit. Zu den Nutzern gebracht werden die Agents schliesslich über die Gemini Enterprise App, in der sich die Nutzer die Agents holen und mit dem neu integrierten Agent Designer eigene Agent-basierte Workflows gestalten können sollen.
Mit diesen Anpassungen an Vertex AI werde man den stark gestiegenen Anforderungen an heutige Bedürfnisse gerecht, insbesondere hinsichtlich der zahlreichen Interaktionen und Prozessschritte, die sich bei der Orchestrierung mehrerer Agents ergeben. Dies, ohne Security und Governance zu vernachlässigen.
Agentic Data Cloud: Reasoning Engine für Unternehmen
Weiter wurde die Agentic Data Cloud vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine Unternehmensdatenplattform, die sich aber nicht am Tempo des Menschen orientiert, sondern für die Ära der KI-Agents konzipiert sei. Damit soll ermöglicht werden, dass Agents auf Basis der Unternehmensdaten und des Kontexts nützlich handeln können. Die Data Cloud schliesse so "die Lücke zwischen Denken und Handeln", wie
Google verspricht.
Besonders hervorgehoben wurden im Rahmen der Ankündigung etwa eine universelle Kontext-Engine, welche die Agents mit den nötigen Kontextinformationen versorgen soll und ein KI-fähiges, Cloud-übergreifendes Lakehouse, das die Arbeit mit isolierten Datensilos endgültig beenden soll, indem Datenlandschaften miteinander verbunden werden.
Dazu kommen Software-seitig schliesslich noch neue Security-Features für die KI-Plattformen, die gleich im Tandem mit dem im März 2026 gekauften Security-Spezialisten
Wiz angekündigt wurden. Dies in Form von drei neuen Agents: Den Threat Hunting Agent für die Jagd nach neuen Angriffsmustern und Verschleierungstaktiken, den Detection Engineering Agent, der etwa neue Erkennungsregeln für Bedrohungen erstellen kann und den Third-Party Context Agent, der Security-Workflows mit Daten von Drittparteien ergänzen soll.
Zwei neue Chips für die Agent Era
Bekannterweise investiert Google aber nicht nur im Software-Bereich, sondern auch in die Entwicklung eigener Hardware. Auch hierzu gibt es an der diesjährigen Google Cloud Next wichtige News: Der Suchriese stellt die achte Generation der eigenen Tensor Processor Units (TPUs) vor.
Diese besteht aus zwei neuen Chips für den Einsatz im Rechenzentrum – der TPU 8t und der TPU 8i. Beide Chips würden sich für alle Workloads eignen, mit dem Einsatz in ihren definierten Spezialbereichen sei jedoch noch mehr aus den neuen TPUs zu holen, wie Google betont. Diese definierten Einsatzgebiete sind, den Modellbezeichnungen entsprechend, Training (8t) und Inference (8i) von KI-Modellen.
Für die TPU 8t, die Google das "Training Powerhouse" nennt, werden massgebliche Leistungssteigerungen und ein 2,8 Mal besseres Preis-Performance-Verhältnis als bei Vorgängergenerationen versprochen. Der 8i-Chip (die "Reasoning Engine") wiederum soll den neuen Anforderungen bezüglich Anfragen an die KI-Systeme gerecht werden. Gerade mit Hinblick auf eine verstärkte Nutzung von Agents sei es möglich, dass diese schwarmartig auf die Infrastruktur einprasseln, so
Google. Die TPU 8i soll das damit entstehende "Wartezimmer" dank verschiedener Innovationen zu einem Problem der Vergangenheit machen. Die Verfügbarkeit ist auf einen späteren, noch undefinierten Zeitpunkt im laufenden Jahr angesetzt, als interessierter Kunde solle man sich direkt an Google wenden.
(win)