Die von
Oracle gepflegte Virtualisierungslösung VirtualBox erhält experimentellen Support für kernelbasierte virtuelle Maschinen (KVM). Dies ist
einem Eintrag im GitHub Issue Tracker des Projekts zu entnehmen und bezieht sich somit auf die neuesten Entwickler-Builds. VirtualBox lässt sich mit dieser Neuerung auf Linux-Systemen als KVM-Backend nutzen, ermöglicht über den Native Execution Manager (NEM). Dieser unterstützt bereits die Integration von Hyper-V und dem Apple-Hypervisor von MacOS.
Wer das neue Feature schon austesten will, muss auf manuell erstellte Builds zurückgreifen, beim Erstellen den Source Code von VirtualBox entsprechend patchen und beim Kompilieren gewisse Flags setzen, um die Abhängigkeit von den VirtualBox-eigenen Kernelmodulen zu lösen. Der KVM-Support sei "in einem einigermassen brauchbaren Zustand", heisst es in einem Kommentar.
Die proprietären Kernelmodule von VirtualBox sind in gewissen Szenarien nämlich problematisch, dies in erster Linie in Systemen mit Kernel-Signaturprüfung oder bei Konflikten mit KVM-Modulen. Ein KVM-Backend trägt zudem zur Reduktion von Cyberrisiken bei, da es direkt in den Kernel integriert (Type-1-Hypervisor) und somit nicht über Schnittstellen angreifbar ist. Ob und wann aus der experimentellen KVM-Funktionalität von VirtualBox eine offizielle Lösung wird, ist derzeit unklar.
(ubi)