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Salt wegen Senioren-Abzocke angeprangert
Quelle: Salt

Salt wegen Senioren-Abzocke angeprangert

In der Sendung "Kassensturz" wurden mehrere Fälle dargelegt, in denen Salt-Verkäufer einer Filiale in Bern dreist Senioren abzockten. Salt beharrte auf den Verträgen, bis sich der "Kassensturz" respektive der Ombudsmann einsetzen.
4. Februar 2026

     

Telekomanbieter Salt wurde in der Sendung "Kassensturz" von "SRF" wegen dreister Verkaufspraktiken an den Pranger gestellt. Demnach wurden in einer Salt-Filiale in der Berner Innenstadt mehrere Senioren offensichtlich über den Tisch gezogen. Die Vorwürfe haben es in sich. So seien einem älteren Herr mit Demenz mehrere Verträge zur Unterschrift untergejubelt worden, genauso wie einer 92-jährigen Dame mehrere Seiten zur Unterschrift hingelegt wurden, bei denen es sich ebenfalls um Verträge handelte – was diese gemäss eigener Aussage nicht wusste. Als Folge dieser Unterschriften kam die Frau dann in den Besitz mehrerer Handy-Abos, vier Smartphones und fünf Musikboxen.

Während man die einzelnen Fälle noch als Fehlverhalten eines einzelnen oder einzelner Mitarbeitenden in besagter Filiale abtun könnte, holt sich Salt dann aber vor allem in der Nachbearbeitung der geschilderten Fälle ein schlechtes Zeugnis ab. Kundendienst respektive Vertragsabteilung weigerten sich nämlich, die offensichtlich unsinnigen Verträge aufzulösen beziehungsweise beharrten auf hohen Strafgebühren (bis zu 4200 Franken) wegen vorzeitiger Kündigung. Gegenüber "Kassensturz" liess Salt derweil schriftlich verlauten, dass man Verkaufsabschlüsse, die nicht am Bedarf der Kunden und Kundinnen ausgerichtet seien, "nicht toleriere" – ein klarer Widerspruch zur gehandhabten Praxis. Dazu passt, dass Salt-CEO Max Nunziata in der Sendung keine Stellung zu den Fällen und der gelebten Praxis nehmen wollte. Salt liess lediglich ausrichten, dass gegen die Mitarbeiter, die für die Fälle Verantwortlich seien, disziplinarische Massnahmen ergriffen würden.


Bei den in der Sendung vorgestellten Fällen lenkte Salt erst dann ein, als sich der "Kassensturz" der Sache annahm respektive der Ombudsmann sich einschaltete. Angeprangert wird in der Sendung vor allem auch das Provisionssystem, das Salt für seine Verkäufer anwendet und dass das Unternehmen auch bestätigt hat. Dieses biete Anreiz für missbräuchliche Verkaufspraktiken, warnt etwa Sara Stalder vom Konsumentenschutz im Beitrag.

Den gesamten Beitrag kann man auf der Seite von "SRF" nachsehen. (mw)


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