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Kriminelle KI als Geschäftsmodell
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Kriminelle KI als Geschäftsmodell

Laut einer aktuellen Studie sind KI-gestützte cyberkriminelle Aktivitäten heute nicht mehr eine Ausnahmeerscheinung, sondern Teil des Alltags und müssen in der Sicherheitsstrategie und der Incident-Response-Planung besichtigt werden.
2. Februar 2026

     

Der Cybersecurity-Spezialist Trend Micro hat in Sachen kriminelle Nutzung von künstlicher Intelligenz geforscht und kommt zum Schluss das KI gestützte Cyber Kriminalität die experimentelle Phase hinter sich gelassen hat. Heute bestehe ein stabileres, professionelles Ökosystem, das punkto Reifung anderen etablierten Untergrundmärkten ähnle. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind in der Studie Criminal AI in 2025: The Year the Underground Went Pro niedergelegt. Als Quellen dienten Auswertungen von Underground-Diensten, Malware Samples und aktiven Angriffskampagnen.

Bereits früher hatte Trend Micro kriminelle KI-gestützte Aktivitäten festgestellt, darunter manipulierte Chatbots, Deepfake-Betrug und einzelne Angriffe als Proof-of-Concept. Angesichts der aktuellen Ergebnisse stellt der Anbieter fest, dass sich daraus nun reproduzierbare Services entwickelt haben, deren Einsatz kein spezielles Fachwissen voraussetzt. Die Studie beleuchtet insbesondere drei Entwicklungen: eine Konsolidierung auf Dienste, die auf Jailbreaks und Prompt-basierten Missbrauch von KI-Plattformen setzen, das Auftreten erster Malware-Varianten, die schädlichen Code mithilfe von eingebetteten oder entfernten KI-Abfragen generieren sowie drittens eine rasche Verbreitung von Deepfake-Technologien im alltäglichen kriminellen Einsatz, zum Beispiel mit Tools für Face Swapping, Voice Cloning und allgemeine Bildmanipulation – alles Geeignet für Identitätsbetrug und gezielte Infiltration von Unternehmen, dies mit gravierenden Folgen auch das Vertrauen in digitale Identitäten.


David Sancho, Senior Threat Researcher bei Trend Micro: "Für 2026 zeichnet sich kein radikaler Umbruch ab, sondern eine schleichende, kontinuierliche Entwicklung. Wir werden keine plötzliche Explosion KI-getriebener Chaos-Szenarien erleben. Stattdessen beobachten wir eine stetige, professionelle Weiterentwicklung der vorhandenen Werkzeuge. Genau diese leise, kontinuierliche Optimierung macht kriminelle Ökosysteme besonders schwer angreifbar." Für Unternehmen bedeute dies, dass KI-gestützte Angriffe als Teil des Alltags und nicht mehr als Ausnahmeerscheinung betrachtet werden müssten. Es handele sich um Risiken, die in Sicherheitsstrategien, Verifizierungsprozessen und in der Incident-Response-Planung fest mitbedacht werden müssten. (ubi)


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