Die Menschen in der Schweiz sehen Chancen in KI, Blockchain und Quantencomputing, wollen aber, dass der Staat die Entwicklung begleitet und Risiken begrenzt. Das zeigt eine Studie der
Hochschule Luzern, für die 1244 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz zu Bekanntheit, Verständnis, Einstellungen und politischen Erwartungen befragt wurden.
In der Studie wurde deutliche Unterschiede bei der Bekanntheit festgestellt. Künstliche Intelligenz ist am bekanntesten, 93 Prozent der Befragten haben bereits davon gehört, bei Bitcoin sind es 91 Prozent. Blockchain als Grundtechnologie hinter Bitcoin kennen rund 60 Prozent, und mit Quantencomputing sind 47 Prozent vertraut.
Auch beim Verständnis klaffen die Werte auseinander. 57 Prozent der Befragten sagen, sie verstünden KI gut oder sehr gut, bei Bitcoin sind es 35 Prozent, bei Blockchain 16 Prozent und bei Quantencomputing 9 Prozent. Gleichzeitig kennt laut Studie jeder zehnte den Begriff Künstliche Intelligenz kaum oder gar nicht.
Bei der Einschätzung der Technologien zeigen sich laut Studie verschiedene Muster. Quantencomputing verbindet hohe Begeisterung mit geringer Bedrohungswahrnehmung. Bitcoin wird dagegen deutlich skeptischer bewertet, Studienautor Philipp Bachmann führt das unter anderem auf die öffentliche Verbindung zu Kriminalität und Geldwäsche zurück. Künstliche Intelligenz und Blockchain liegen dazwischen, sie wecken Interesse, lösen aber auch Sorgen aus, besonders bei Personen, die sich wenig auskennen. Laut Bachmann gilt dabei, dass mehr Wissen mit mehr Zustimmung und einer geringeren Bedrohungswahrnehmung einhergeht, ohne dass Bedenken komplett verschwinden.
Die Studie zeigt auch klare Erwartungen an die Schweizer Politik, und zwar quer durch alle Alters-, Bildungs- und Geschlechtergruppen. Die Befragten wünschen sich eine aktive Rolle des Staates, der Innovation fördert, Risiken begrenzt und die Bevölkerung schützt. Bei Künstlicher Intelligenz und Blockchain seien Schutz- und Vorsorgemassnahmen besonders gefragt, beim Quantencomputing stehe die Förderung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit stärker im Vordergrund. Möglichst wenig Regulierung findet laut Studie grundsätzlich wenig Zustimmung.
(dow)