Angetestet: Die neue Android-TV-Box von Salt
Quelle: Salt

Angetestet: Die neue Android-TV-Box von Salt

Salt bietet seinen Fernsehkunden neu eine Android-TV-Box als Alternative zum bisherigen Apple TV. Wir haben die neue Box getestet, und sind angetan von der einfachen Einrichtung und der raschen Aufstartzeit.
24. Juni 2024

     

Bis anhin waren die Möglichkeiten, das TV-Angebot von Salt zu nutzen, einigermassen eingeschränkt. Bis in diesem Frühling gab es Salt TV nur via Apple TV, wobei der Provider seinen Kunden eine solche Box zur Verfügung stellte. Im Mai 2024 stellte Salt seinen Kunden dann eine Smart-TV-App für aktuelle Fernsehgeräte von Samsung sowie LG als Option bereit. Ab sofort aber gibt es eine weitere Möglichkeit, Salt TV zu schauen – und zwar eine neue Salt-TV-Box basierend auf dem Android TV OS. Diese haben wir angetestet.


Was gleich nach dem Auspacken der Box, die übrigens von Strong gefertigt wird, auffällt ist, dass sie einerseits ziemlich kompakt ist, und andererseits frei vom Salt-Brand – was sowohl für die Verpackung wie auch die eigentliche Hardware und die Fernbedienung gilt. Diese Fernbedienung wiederum ist relativ gross und erinnert mit ihren Nummerntasten und sogar einem Teletext-Button stark an eine klassische TV-Fernbedienung, was durchaus Gutes verspricht. Die Kommunikation dieser Fernbedienung mit der Set-Top-Box funktioniert via Bluetooth, was den Vorteil hat, dass man Android TV problemlos auch hinter dem TV verstauen kann – Sichtkontakt ist nicht nötig. Die Box selbst kommt mit einem HDMI-Anschluss, einem optischen Audio-Ausgang sowie einem Ethernet- und einem seitlichen USB-A-Port. Sie beherrscht WiFi 6 und kann Fernsehbilder in UHD mit HDR10+ sowie mit Dolby Digital Plus Sound bereitstellen.

Einrichtung, wie sie sein sollte

Einmal angeschlossen, begrüsst die Android-TV-Box von Salt seinen Besitzer mit einer überraschend angenehmen Hintergrundmusik als Begleitung zum Setup. Dieses Setup gestaltet sich lobenswert einfach, auch wenn man kein Android-Smartphone (das zum Übertragen der WLAN- und Google-Anmeldedaten verwendet werden könnte) zur Hand hat. Man braucht lediglich sein WLAN auszuwählen, das Passwort einzugeben (wobei sich erstmals die Nummerntasten auf der Fernbedienung als Nützlich erweisen) und schon wird man vom Salt-TV-Logo begrüsst. Bevor man fernsehen kann, möchte sich die Box erst einmal mit Updates versorgen, was alles automatsch und mit Musik untermalt geschieht. Ausserdem wollen noch ein paar Google-Bedingungen akzeptiert werden und man wird für einige Einstellungen wie etwa die Sprachsteuerung gefragt, ob man sich via Google-Konto anmelden möchte (wer die volle Funktionalität der Box nutzen will, dem sei an dieser Stelle ein Google-Konto empfohlen). Zwingend ist der Google Account aber nie, selbst nicht für die Auswahl von Apps wie Spotify, Play Suisse, der ARD- oder ZDF-Mediathek oder Sky, die man optional installieren kann. Weitere Apps wie Youtube oder Netflix sind bereits vorinstalliert, wer den vollen Umfang des Play Store nutzen will, muss sich dann doch zu einer Anmeldung durchringen. Ist die Auswahl der vordefinierten Apps getroffen, bekommt man noch eine kurze Einweisung in die Fernbedienung, bevor auch schon das TV-Bild über den Fernsehbildschirm flimmert. Man muss sich somit nie irgendwo anmelden oder irgendwelche Nutzernamen oder Passwörter eingeben. Alles ist ab Werk vorkonfiguriert, was löblich ist.

Rasches Aufstarten, cleveres Favoritenmenü

Rund um die eigentliche Verwendung der TV-Box ist zuallererst die rasche Aufstartzeit positiv zu erwähnen. Es dauert keine 3 Sekunden nach Drücken des Power-Buttons und schon ist man mitten in Salt TV drin, und zwar auf dem letzten Sender, den man geschaut hat. Zum Vergleich: Bei unserer Sunrise-TV-Box, die wir normalerweise nutzen, dauert das Aufstarten gut und gerne 10 Sekunden. Positiv wirkt sich bei der Android-TV-Box aus, dass man im Gegensatz zu Salt TV auf Apple TV keine App starten muss, sondern Salt TV quasi per Autostart läuft. Das Umschalten zwischen den Sendern dürfte hingegen gerne noch etwas flinker gehen, beim Zappen wartet man doch jeweils rund eine Sekunde auf den nächsten Sender. Eine leichte Verzögerung spürt man zudem auch im TV-Guide, wenn immer auf die nächste Seite gescrollt wird. Und ganz grundsätzlich könnte die ganze Navigation noch einen ticken flüssiger laufen. Als Sunrise-TV-Nutzer etwas ungewohnt ist auch, dass beim Drücken des Steuerkreuzes nach links oder recht nicht innerhalb einer Sendung gespult wird. Drückt man nach rechts, erscheint bei Salt TV eine Senderliste inklusive Vorschaubild, drückt man nach links, sieht man die verschiedenen Menüpunkte und kann zum Beispiel auch andere Apps starten. Zum Spulen innerhalb einer Sendung hat das dafür unten auf der Fernbedienung entsprechende Buttons. Clever gelöst hat Salt die Senderliste. Über den Einstellungen-Button auf der Fernbedienung oder via Menü kommt man auf seine Favoritenliste, wo man Favoriten ganz einfach durch das Setzen eines Sterns definieren und mittels hoch und runter drücken des Steuerkreuzes ordnen kann.


Und tatsächlich: Der Teletext-Button ist nicht nur Dekoration – es gibt tatsächlich ein Teletext-Menü, durch das man mittels Nummerntasten navigieren kann – wie zu guten alten Zeiten. Salt sagt dazu, dass man damit durchaus einem Bedürfnis seitens Nutzer entspreche.

Funktioniert auch ohne Salt Home

Alles in allem weiss die Android-TV-Box von Salt zu überzeugen. Lobenswert sind vor allem der einfache Einrichteprozess, der komplett ohne Eingabe eines Accounts funktioniert, und die rasche Aufstartzeit der Box. Ebenfalls gefallen hat uns die Fernbedienung, die ganz auf die TV-Benutzung ausgerichtet ist. Die Bedienung von Salt TV erfordert – wenn man wie wir von Sunrise TV her kommt – sicher etwas Umgewöhnung, scheint aber schlüssig und funktional gut gelöst.


Salt bietet Neukunden ab sofort die Wahl, ob sie Salt TV via Apple TV oder via Android-TV-Box konsumieren wollen. In beiden Fällen erhalten Neukunden eine Box geschenkt, weitere Boxen gibt es für 149 Franken. Was uns nicht bewusst war und was eine Erwähnung wert ist: Salt TV setzt nicht zwingend einen Internet-Anschluss bei Salt voraus. Man kann die Box also theoretisch auch in sein Ferienhaus ohne Salt Home mitnehmen und dort benutzen – Internet reicht.
(mw)
Quicktest
Einfachste Einrichtung, rasche Aufstartzeit, eine funktionale Fernbedienung – Salt TV auf der neuen Android-TV-Box lässt eigentlich keine Wünsche offen. Die Navigation und das Zappen zwischen Sendern dürften noch einen Ticken schneller sein, aber alles in allem liefert Salt mit seiner neuen Box alles, was man sich als TV-Konsument wünschen kann.
Wertung: 5,5 von 6 möglichen Sternen


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Kommentare
Der Satz im Artikel "...gab es Salt TV nur via Apple TV, wobei der Provider seinen Kunden eine solche Box zur Verfügung stellte." stimmt leider nicht. Salt hat dem Kunden die Apple TV Box für 99.- verkauft. Man hatte keine Wahl.
Samstag, 22. Juni 2024, f. ehrlichmann



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