Schweizer Cloud-Arbeitsplätze mit hohem Automatisierungsgrad
Quelle: Livtec

Schweizer Cloud-Arbeitsplätze mit hohem Automatisierungsgrad

Das Start-up Livtec bietet virtuelle Arbeitsplätze für KMU. Der Fokus liegt auf Architekten, Treuhändern und Anwälten, und die Lösung soll auch dann funktionieren, wenn es das Start-up einmal nicht mehr gäbe.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2024/06

     

Cloud-Arbeitsplätze sind en vogue, und mittlerweile gibt es zahlreiche Schweizer Anbieter, die nicht nur die Standard-Apps anbieten, sondern auch beim Thema Service deutlich näher am Kunden sind als bekannte Big-Tech-Angebote. Wichtig ist dabei vor allem das Thema Vertrauen: der Kunde gibt Daten und Applikationen aus der Hand. Was, wenn der Partner auf einmal weg ist?

Doch auch dieses Problem lässt sich lösen: Das Start-up Livtec aus Baar sichert seinen Kunden den Zugang zur IT-Landschaft und deren weiteres Funktionieren vertraglich zu, selbst wenn es verschwinden würde. «Wir haben von Anfang an sehr viel in Automatisierung investiert. Das heisst, unser Angebot funktioniert auch ohne uns», erklärt Mitgründer Dzenis Delic. Der Kunde kann demnach den Zugang zur Infrastruktur einfach einem neuen Betreiber übergeben und weiterarbeiten. Auf diese Weise konnte das im Sommer 2023 gegründete Unternehmen genügend Anwälte, Treuhänder und Architekten überzeugen, sich auf den Newcomer einzulassen, so dass mittlerweile der Break Even erreicht ist.

Automatisierung senkt Kosten

Trotz Automatisierungsfokus steht auch der Service im Fokus: «Wir sind natürlich immer telefonisch erreichbar, wenn es ein Problem gibt. Aber die Kunden können das meiste selbst machen, so dass sie kaum anrufen müssen», erklärt Delic. Beispielsweise können die Kunden bei Livtec weitere User selbst anlegen sowie sperren oder Server starten. «Ein Mitgründer und ich selbst kommen aus der Branche – für uns war klar, die Kunden wollen für solche Dinge nicht mehr unbedingt den Hörer in die Hand nehmen.» Die dafür nötige Plattform musste jedoch zuerst entwickelt werden: So begannen die beiden im Jahr 2021 mit der Entwicklung. Zum Einsatz kommen im Backend verschiedene Standardlösungen, während die Innovation bei Livtec vor allem im Bereich API stattfindet. «Wir haben die Software so ausgewählt, dass wir mit unserer Programmierung ein Maximum an Automatisierung erreichen und gleichzeitig auch die Sicherheit steigern können.»

Das ist der zweite grosse Fokus bei Livtec: Sicherheit. «Viele Anbieter versuchen die Kosten tief zu halten, indem sie Ressourcen teilen», erklärt Delic. Gemeint sind Dinge wie der Internetzugang, die Benutzerverwaltung, die Firewall, der Gateway oder das Active Directory. Das Problem dabei ist, das bei einem erfolgreichen Angriff gleich mehrere Firmen betroffen sind. «Gerade Active Directory ist sehr kritisch», so Delic.


Dass Livtec hier anders vorgehen kann, liegt unter anderem daran, dass das Unternehmen auf der grünen Wiese anfangen und auf Technologien setzen konnte, die einen hohen Reifegrad besitzen. «Um bestehende Systeme mit einem höheren Automatisierungsgrad kompatibel zu machen, müssen sie zuerst migriert werden. Das ist teuer», weiss Delic. Dort müssen häufig zuerst die virtuellen Server von Hand erstellt werden, dann kontrolliert und getestet. «Das kann Wochen gehen.»

Sicherheit dank Automatisierung

Somit greifen bei Livtec Automatisierung und Sicherheit ineinander. «Die Kunden haben keine geteilten Ressourcen und das System läuft automatisch. Eingreifen müssen wir nur bei Branchenapplikationen» – von denen bietet Livtec die Integration mit über 400 an der Zahl.

Dazu kommen die gewohnten Anwendungen wie Mail, Kalender, Kontakte und Tasks – wahlweise in der Microsoft Cloud oder direkt in der Livcloud. Zudem sind folgende Produkte inklusive: Teams, Word, Excel, Powerpoint, Onenote, Sharepoint und Onedrive.


Livtec setzt hier wieder auf Flexibilität: «Als Anwalt dürfen Sie Teams aus rechtlichen Gründen nicht für Mandantengespräche verwenden. Wenn ein Kunde auf lokal gehostete Lösungen wie Big Blue Button setzt, können wir die problemlos integrieren», erklärt Delic. Eigentlich wünscht er sich hier sogar mehr experimentierfreudige Kunden. Aber: «Standardlösungen sind beliebt.»

Die Automatisierung hilft ausserdem, die internen Kosten tief zu halten – zum Beispiel beim Reizthema Kostenübersicht. «Grosse Cloudanbieter sind häufig undurchsichtig. Die Rechnung am Monatsende kann Überraschungen enthalten», so Delic. «Unser System erstellt die Rechnungen automatisch, basierend auf der Anzahl Benutzer plus Branchenapplikationen. Der Kunde kann das im Backend jederzeit genau nachvollziehen.»

Lokale Hardware-Integration via Box

Schliesslich bietet das Unternehmen noch eine einfache Hardware-Integration für lokale Geräte wie Laptop, Drucker, Kameras und mehr. «Der Kunde erhält unsere Livlink-Box. Die muss er nur an das lokale Netzwerk anschlies­sen», erklärt Delic. Dabei handelt es sich um eine dedizierte Hardware-Box. Sie ermöglicht eine sichere Verbindung vom lokalen Kundenetzwerk via VPN zur Livcloud. «Häufig kostet das Management der lokalen Infrastruktur mehr als die Cloud-Arbeitsplätze. Mit unserer Lösung können wir die Kosten signifikant senken.»

Und der Ausbau der Cloud-Dienstleistungen geht weiter: Seit kurzem bietet Livtec einen CAD-Zeichen-Dienst für Architekten. Der Kunde verwendet die Grafikkarte in der Cloud und kann auch mit einem langsamen Laptop komplexe Zeichnungen erstellen.


Zurzeit sucht Livtec aktiv Mitarbeiter: «Bei aller Automatisierung dürfen wir nicht die menschliche Komponente vernachlässigen. Dass wir mit lokalen Mitarbeitern für lokale Unternehmen umgehend da sind, ist ein zentrales Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Grossen in der Branche.»

Kommentare
Liebe Gründer des Start-ups Livtec Genau das brauchen wir heutzutage. Kompliment!!!
Montag, 10. Juni 2024, Delmi



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