CIO-Interview: «Wir wollen eine wertschöpfende Einheit für die Firma sein»

CIO-Interview: «Wir wollen eine wertschöpfende Einheit für die Firma sein»

3. September 2022 - Flurin Stucki legt als CTO bei der Kommunikationsagentur Farner grossen Wert darauf, dass die IT-Infrastruktur schlank bleibt. Deshalb setzt er auf die Cloud und auf Automatisierung.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/09
CIO-Interview: «Wir wollen eine wertschöpfende Einheit für die Firma sein»
Flurin Stucki ist CTO bei der Kommunikationsagentur Farner. (Quelle: Farner)
Swiss IT Magazine: Auf der Website Ihres Arbeitgebers Farner Consulting beschreiben Sie sich selbst als Tech-Nerd. Zeigt sich das teilweise auch in der IT, die Sie verantworten? Können Sie Ihre Passion ausleben?
Flurin Stucki:
Das kann ich, ja. Ich bin eine Person, die gerne in Problemstellungen eintaucht, lerne entsprechend viel über die Gegebenheiten eines Problems und finde so heraus, was die passendste Lösung ist. Wenn es beispielsweise darum geht, eine Video-Conferencing-Lösung anzuschaffen, dann hilft ein gewisses Interesse respektive Verständnis zu Themen wie Raumakustik und Halleffekten. Ein Nerd zu sein, ist dann hilfreich bei der Auswahl der besten Lösung.


Ich gehe davon aus, dass es sich bei der IT von Farner als Kommunikationsagentur weitgehend um eine Standard-­Office-Umgebung handelt. Gibt es nichtsdestotrotz Bereiche, in denen die IT von Farner vom Standard abweicht? Gibt es Besonderheiten in der IT, die Sie verantworten?
Eine Besonderheit ist sicherlich die Tatsache, dass unsere Infrastruktur sehr schlank aufgebaut ist. Obwohl es unsere Firma bereits seit mehr als 70 Jahren gibt, unterhalten wir ein sehr überschaubares Portfolio an Tools und betreiben sehr wenige Legacy-Services, die betreut werden wollen. Das hilft uns, sehr schnell und agil neue Tools einzuführen, wenn Bedarf für solche vorhanden ist. Ausserdem setzen wir stark auf die Cloud und treiben die Automatisierung voran. Ein Beispiel hierbei ist unser Bestreben Richtung Zero-Touch-Deployment, das wir beim Roll-out von neuen Geräten zum Standard machen wollen, um den Aufwand für den Bereich Operations so gering wie möglich zu halten.

Können Sie ganz grundsätzlich die Eckpfeiler dieser schlanken Infrastruktur und Ihre IT-Strategie als solche umschreiben?
Wir haben eine No-Ops- oder Cloud-only-­Strategie, die stark auf Skalierung ausgelegt ist. Farner hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der kommenden Jahre stark zu wachsen – entsprechend muss die Infrastruktur auf dieses Wachstum vorbereitet sein. Wir möchten mit unserer IT alle Stufen – von der Stufe Operator bis zu Stufe Business Enabler – abdecken können. Bezüglich Operator ist uns wichtig, dass alle Services stabil laufen. Und als Business Enabler wollen wir eine wertschöpfende Einheit für die Firma sein, die zusätzliche Berührungspunkte mit unseren Kunden generiert und die unsere Kommunikationsdienstleistungen mit Technologie unterstützt.
Können Sie die Cloud-only-Infrastruktur, die Sie angesprochen haben, noch etwas ausführen?
Cloud-only heisst, dass wir keine Services On-Premises betreiben. Denn wir vertreten die Ansicht, dass das Thema Hosting und das Betreiben von Servern nicht zu unseren Kernkompetenzen gehört – das können grosse, spezialisierte Anbieter besser, schneller und flexibler. Darum haben wir uns entschieden, mit grossen Anbietern zusammenzuarbeiten, von denen wir die benötigten Services aus der Cloud beziehen, und uns auf die Bewirtschaftung dieser Services fokussieren.

Sie haben vorhin erklärt, dass Sie versuchen, eine wertschöpfende IT bereitzustellen. Wo kann IT denn wertschöpfend sein in einer Kommunikationsagentur?
In der Kommunikation ist es oftmals so, dass es Schnittstellen zu Technologien gibt – intern wie extern. Wir können hier als Sparring-Partner unseren Teil dazu beitragen, bessere Kommunikationslösungen zu entwickeln, um die Zusammenarbeit zu verbessern oder um auf Basis von Daten bessere Entscheidungen zu fällen. Ausserdem können wir durch Evaluation und Einführung der passendsten Tools, zum Beispiel den für Medienversand oder im Digital-Bereich, dem Kunden eine qualitativ hochstehende und insbesondere sichere Lösung bieten, die alle Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Kommunikation und Kollaboration sind das Herz des Geschäfts von Farner. Auf welche Lösungen setzen Sie hierbei?
Wir setzen hauptsächlich auf Microsoft 365 als zentralen Hub für unsere interne Arbeit und die Kommunikation. Gleichzeitig bleiben wir möglichst offen für andere Kommunikationslösungen, um so flexibel wie möglich mit unseren Kunden arbeiten zu können, ohne dass für die Kunden Aufwand generiert wird. Der Kunde soll in der Zusammenarbeit mit uns mit den Lösungen arbeiten können, mit denen er ohnehin vertraut ist.

Farner unterhält sechs Standorte in der Schweiz. Bringt das IT-technisch Herausforderungen mit sich?
Die Standorte sind mittels eines MPLS-Netzwerks miteinander verbunden, aber Herausforderungen bringen die Standorte dadurch, dass wir stark auf die Cloud setzen, eigentlich keine mit sich. On-Site-Support-Einsätze braucht es kaum, und das Gros der Services wird zentral verwaltet – IT-Personal vor Ort ist somit nicht nötig.
 
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