SMG: Der neue Schweizer Marktplatzhirsch

SMG: Der neue Schweizer Marktplatzhirsch

9. Juli 2022 - Die Swiss Marketplace Group vereint die grössten Online-Marktplätze des Landes unter einem Mutterhaus. Gilles Despas, CEO des Joint Ventures, spricht über die Hintergründe.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/07
Gilles Despas, CEO der Swiss Marketplace Group: «Die Konkurrenzsituation geht ganz klar über das Thema Marktplätze hinaus.» (Quelle: SMG)
Im Spätsommer 2021 wurde bekannt, dass die TX Group, Ringier, die Scout24-Teilhaberin Mobiliar und die US-Investitionsgesellschaft General Atlantic ein Joint Venture gründen – die Swiss Marketplace Group (SMG). Ziel der Übung: Die Marktplätze von TX, Ringier und Mobiliar unter ein Dach zu bringen. Damit entsteht ein enorm starker Player im Schweizer Marktplatz- und Werbegeschäft. Dem strengen Blick der Wettbewerbskommission (Weko) entgeht das Konstrukt aufgrund des zu kleinen Umsatzes sowie der Tatsache, dass so viele verschiedene Aktionäre mit an Bord sind.


Ob es durch das Joint Venture zu einer heiklen Monopolstellung in der Schweiz kommt, wie die Kunden und Nutzer profitieren können und was es mit dem geplanten Börsengang auf sich hat, der lose für 2025 angedacht ist, verrät SMG-CEO Gilles Despas im Gespräch mit «Swiss IT Magazine». Vor seiner Ernennung war Despas von 2018 bis Ende 2021 CEO von Scout24.
«Swiss IT Magazine»: Herr Despas, über was freuen Sie sich am meisten in Ihrem neuen Job?
Gilles Despas:
Es ist eine tolle Gelegenheit für uns alle, schnell von fähigen Leuten zu lernen, die vor ein paar Monaten noch unsere Mitbewerber waren. Die vorherige Konkurrenzsituation war für beide Seiten suboptimal. Wir hatten davor nicht die Skaleneffekte, die man sich gewünscht hat. Mit dem Zusammenschluss haben wir nun die nötigen Ressourcen, um vor allem in Innovation zu investieren. Ausserdem ist das Ziel, an die Börse zu gehen, für einen CEO und das Top-Management natürlich sehr attraktiv, das motiviert uns alle.

Was war die Initialzündung für das Konstrukt der Swiss Marketplace Group? Können Sie uns etwas zu den Hintergründen verraten, was vor der Gründung passiert ist?
Statt mit den grössten und einflussreichsten Mitbewerbern wie etwa Google und Facebook zu konkurrieren, stand man untereinander in Konkurrenz. Die Aktionäre haben sich ausgetauscht und gemeinsam nach einer guten Lösung gesucht. So hat man sich entschieden, die Ressourcen zu bündeln, um für Google und Co. bereit zu sein. Der Zusammenschluss war keine Love Affair – eher eine Brain Affair (lacht). Letztlich hat es für alle Seiten Sinn gemacht, so kam es zu dieser Entscheidung.

Sie haben die vorherige Konkurrenz­situation zwischen TX und Ringier bereits angesprochen und Konkurrenz ist bekannterweise auch gesund. Fakt ist: Es gibt in den Bereichen Werbung und Marktplätze nach der Gründung von SMG nicht mehr viel Konkurrenz auf dem Schweizer Markt.
Die Konkurrenzsituation geht ganz klar über das Thema Marktplätze hinaus. Die Realität ist: Wir sind ein Marketingpartner für unsere Kunden – also etwa Autohändler und Immobilienagenturen. Diese Kunden investieren nur einen Bruchteil ihrer Budgets in Marktplätze, 80 bis 90 Prozent fliessen in andere Plattformen, etwa TV- und Plakatwerbung, Events und so weiter. Wir sind damit nur eine von hunderten Lösungen für diese Firmen.
 
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