CIO-Interview: «Für mich hängt Innovation mit ­Modernisierung zusammen»

CIO-Interview: «Für mich hängt Innovation mit ­Modernisierung zusammen»

26. März 2022 - Die Helvetia Gruppe hat mit Achim Baumstark einen CTO, der 2021 als einer der Top CIOs des Landes ausgezeichnet wurde. Ihm obliegt mit seinem Team unter anderem die Aufgabe, die Zukunftssicherheit der IT des Versicherers zu gewährleisten.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/04
Achim Baumstark, CTO der Helvetia Gruppe (Quelle: Helvetia)
«Swiss IT Magazine»: Herr Baumstark, was hat Sie am Job des CTO bei der Helvetia Gruppe am meisten gereizt, als Sie diesen übernommen haben?
Achim Baumstark:
Die Helvetia Gruppe ist ein Multiliner mit einem vollen Portfolio und interessanten Business-Herausforderungen in einem internationalen Umfeld. Aus Sicht der IT ist das sehr spannend. Ich habe immer IT gemacht, ich bin von meiner gesamten Ausbildung her gesehen durch und durch IT-Spezialist und kokettiere nach wie vor mit dem Fakt, dass ich eigentlich nicht so viel von Versicherungen verstehe wie meine Kollegen, die schon seit 30 und mehr Jahren in diesem Geschäft tätig sind. Im Vergleich dazu bin ich mit meinen zwölf Jahren Erfahrung fast noch ein Rookie.

Und was bedeutet Ihnen die Auszeichnung als einer der Schweizer Top CIOs des Jahres 2021?
Das ist in der Tat etwas Spezielles. Mein Team und ich haben sehr viel gearbeitet, denn Helvetia hat durchaus Herausforderungen, die in der IT zu hohen Belastungen führen. Auch deshalb bedeutet mir die Auszeichnung viel und hat mich besonders für das Team gefreut.

Wenn Sie schon Ihr Team ansprechen, wie gross ist dieses, und wie ist es in der Helvetia Gruppe eingebettet?
Die IT der Helvetia Gruppe beschäftigt Stand heute rund 400 interne Mitarbeitende. Hinzu kommen noch etliche ­externe Mitarbeitende. Es handelt sich dabei um eine Zusammenarbeit, die auf die Skill Sets fokussiert, die wir benötigen. Ich selbst rapportiere in meiner Rolle als CTO direkt an Philipp Gmür, den CEO der Gruppe, und bin Teil der Konzernleitung, was zum Ausdruck bringt, dass die IT für Helvetia einen hohen Stellenwert hat.
Und wie ist das IT-Team organisiert?
Mein Team ist entlang eines einfachen Domänenmodells strukturiert, also ähnlich einer Anwendungslandschaft. Wir haben ein Team, das sich um die vielen Frontend-Systeme kümmert, während ein anderes die Core-Systeme, sprich die klassischen Bestandes- und Schadenssysteme, über alle Sparten hinweg betreut. Ein weiteres ist für die Cross-Bereiche zuständig, wo die ganzen Gruppenfunktionen wie das Aktuariat, die Finanzen oder das HR angesiedelt sind, und darunter finden sich die infrastrukturellen Themen, die ebenfalls einem Team zugeordnet sind. Data Analytics ist hingegen eine separate Einheit, die aus Mitarbeitenden des Business und der IT besteht. Ergänzt wird das Ganze durch ein Service-Management-Team, in dem viele Funktionen gebündelt sind, die IT als Service Provider voranbringen, das Service-Kostenmanagement machen oder auch Governance-Aufgaben übernehmen. Wir haben also sechs Ressorts, die entlang einer applikatorischen Struktur aufgebaut sind.

Entwickeln Sie und Ihr Team auch selbst Software-Lösungen? Und wo kommen diese zum Einsatz?
Der Kunde steht für Helvetia im Zentrum. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns in den Bereichen, in denen wir auf IT-Seite direkt mit den Kunden interagieren, differenzieren können. Aus diesem Grund entwickeln wir solche Lösungen, wie beispielsweise die Frontends, meist selbst, denn es wäre wohl schwierig, hierfür ein Angebot einzukaufen, das diese Differenzierung ermöglichen würde. Damit haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht. So können wir uns auf das fokussieren, was mehr Differenzierungspotenzial hat, während wir Systeme oder Lösungen, die für die Kunden und für Helvetia nicht so relevant sind, einkaufen. Dabei muss man sich natürlich immer wieder fragen, wo eine externe Lösung reinpasst, wo es am Markt ein geeignetes Offering gibt und wie man dieses in die bestehende Systemlandschaft einbindet.

Arbeiten Sie auch mit externen Partnern zusammen, und wenn ja, in ­welchen Bereichen?
Dort, wo wir auf Effizienz achten, versuchen wir, unsere Wertschöpfungstiefe bezüglich unseres ganzen Setups zu verändern. Wir haben deshalb auch Partnerschaften, in denen wir gewisse Bereiche der IT an Dritte übergeben. So machen wir beispielsweise ein Nearshoring mit einem Provider für unseren SAP Backbone. Dieser führt Wartungs- und auch kleinere Entwicklungsarbeiten für uns durch. Wir haben auch die Verwaltung der Clients, sprich die Ausstattung und den Betrieb unserer Laptops, einem externen Partner vergeben. Es gibt einige Bereiche, in denen wir über Partnern sprechen und nicht mehr über Lieferanten, bei denen wir Dienstleistungen einkaufen.
 
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