Ü50-Arbeitslose finden schneller Jobs als der Durchschnitt
Quelle: Pexels/Andrea Piacquadio

Ü50-Arbeitslose finden schneller Jobs als der Durchschnitt

Die Schweizer Stellensuchenden fanden 2021 schneller wieder Jobs als noch 2020. Ausserdem eilen die älteren Semester dem Durchschnitt voraus, was die Geschwindigkeit bei der Jobsuche angeht.
1. Februar 2022

     

Eine Erhebung des Branchenverbands für Outplacement (ACF Switzerland) unter 4200 Arbeitslosen ergab, dass Stellensuchende über 50 Jahren schneller neue Jobs finden, als der gesamtschweizerische Durchschnitt. Innerhalb von 6,73 Monaten fanden die Ü50-Bewerber im Jahr 2021 eine neue Stelle, der Durchschnitt hierzulande lag etwas höher, bei 7,03 Monaten. Im Vergleich zum Vorjahr übrigens ein guter Wert: 2020 dauerte die durchschnittliche Stellensuche noch 8,18 Monate. Der Verband führt den schnelleren Erfolg der Ü50-Kategorie unter anderem darauf zurück, dass diese Alterskategorie sich mehr Zeit für Weiterbildungsmassnahmen nimmt und sich aktiver für eine Neueinstellung engagiert.


Der Weg zu einer neuen Stelle hat sich derweil verändert: 2020 war das persönliche Networking mit rund 45 Prozent noch der wichtigste Kanal, 2021 weicht dieser mit 37,7 Prozent dem klassischen Stelleninserat, das 2021 für 39 Prozent der von ACF Switzerland registrierten Neueinstellungen verantwortlich war (2020: 31,3 %). Die Stellensuche via Personaldienstleister kommt auf Platz drei mit 9 Prozent (2020: 8,8 %). Der Rückgang in der Relevanz persönlicher Netzwerke wird auf die Folgen der Pandemie zurückgeführt.
Auch bei den Branchen, aus denen die Stellensuchenden kommen, haben sich die Spitzenplätze im Vergleich zu 2020 verändert: Während 2020 noch 46 Prozent und damit die meisten Stellensuchenden aus dem Dienstleistungssektor kamen, war dieser 2021 mit rund 42 Prozent 2021 nur auf Platz zwei. Mit einem Anteil von knapp 44 Prozent kamen die meisten Bewerber 2021 aus Industriebetrieben (2020: 43 Prozent). Ein starkes Wachstum erfuhr der Non-Profit-Sektor, aus dem der Anteil der Stellensuchenden von 5,4 auf 7 Prozent anstieg.


Die meisten Jobs wurden mit 54,8 Prozent im Dienstleistungssektor vermittelt, 2020 waren es noch 49 Prozent. Die Einstellungen im Industriesektor blieben derweil recht stabil (2020: 31,8%; 2021: 30,8%), während auch bei den neuen Jobs der NPO-Sektor klar wachsen konnte (von 1,4% 2020 auf 4,5% 2021). Die Selbstständigkeit war 2021 hingegen deutlich weniger beliebt als 2020 (von knapp 10 auf rund 5%), was wiederum der Erholung des Jobmarktes nach dem ersten Pandemiejahr geschuldet sein dürfte, so der Verband. (win)


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