Sustainability: nachhaltig wirtschaften und arbeiten

Sustainability: nachhaltig wirtschaften und arbeiten

29. Januar 2022 - Was bedeutet für uns Nachhaltigkeit? Mit dieser Frage müssen sich die Unternehmen befassen – unter anderem weil die Folgen des Klimawandels weltweit immer spürbarer werden und die Staaten zunehmend zu einem Gegenlenken zwingen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/01
Wenn Personen und Organisationen über das Thema Nachhaltigkeit sprechen, ist oft vom sogenannten Drei-Säulen-Modell die Rede. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass eine nachhaltige und auf Dauer stabile Entwicklung von Gesellschaften nur möglich ist, wenn die ökologischen, ökonomischen und sozialen (Entwicklungs-)Ziele gleichrangig behandelt und nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Diesen Denkansatz findet man auch in der 2015 verabschiedeten Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) sollen nicht nur allen Regierungen, sondern auch Gesellschaften und Unternehmen weltweit als Richtschnur für ihr künftiges Handeln dienen.

Divergierende Interessen

Eine solche Richtschnur ist nötig, weil die Praxis zeigt: Was unter einer «nachhaltigen Entwicklung» zu verstehen ist und wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist im gesellschaftlichen Diskurs umstritten. So kritisieren zum Beispiel neo-liberale Denker seit Jahren immer wieder, in der Nachhaltigkeitsdebatte werde die ökonomische Dimension nicht ausreichend beachtet. Deshalb förderten die angedachten Lösungen keine nachhaltige Entwicklung im Sinne eines dauerhaften wirtschaftlichen Erfolgs, der den Wohlstand sichert. Zugleich kritisieren Umweltweltaktivisten, durch die Gleichgewichtung der drei Säulen im Drei-Säulen-Modell werde der Status-quo festgeschrieben. Sie fordern, dass in der Nachhaltigkeitsdebatte die ökologische (und soziale) Dimension stärker als die ökonomische betont wird – ansonsten sei der Klimawandel nicht aufzuhalten.

Aufgrund dieser kontroversen Sichtweisen werden die Begriffe Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung oft auch als «Gummibegriffe» bezeichnet, die jede Person und Organisation abhängig von ihren individuellen Interessen füllt. Deshalb sollten sich Unternehmen, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen, zunächst fragen, was diese Begriffe für sie überhaupt bedeuten und hierüber firmenintern ein Commitment herbeiführen. Dabei muss den Entscheidern jedoch bewusst sein, dass ihre Organisation in ein Umfeld eingebettet ist, das konkrete Erwartungen an sie hat; ausserdem, dass die Erwartungen der verschiedenen Stakeholder wie Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Kapital- und Gesetzgeber sich nicht nur wandeln, sondern oft auch divergieren. Denn nur wenn ein Unternehmen die Erwartungen kennt, kann es entscheiden, auf welche sie reagieren wollen, können und müssen.
 
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