Fallbeispiel: Swissgrid testet Wartung mittels AR

Links: Ein Mitarbeiter eines Dienstleisters von Swissgrid inspiziert einen digitalen Checkpoint. Dabei blendet das AR-Headset Bilder und Inspektionsanweisungen ein. Rechts: Der digitale Zwilling des Unterwerks, den das AR-Headset virtuell auf das reale Unterwerk projiziert. (Quelle: Swissgrid)

Fallbeispiel: Swissgrid testet Wartung mittels AR

(Quelle: Swissgrid)
29. Januar 2022 - Beim Netzbetreiber Swissgrid arbeitet die Abteilung Research & Digitalisation an einer Lösung, um Inspektionen mit der Unterstützung von Augmented Reality durchzuführen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/01
Wie Etienne Auger erklärt, hat die Abteilung Research & Digitalisation die Aufgabe, innovative Konzepte und Lösungen zu entwickeln. Bei Swissgrid bedeutet dies, mittels neuester Technologien sicherzustellen, dass das Schweizer Höchstspannungsnetz rund um die Uhr zuverlässig Strom transportieren kann. «Research & Digitalisation ist eine noch junge Abteilung, die Anfang 2019 gegründet wurde und derzeit aus acht Mitarbeitenden und einem Leiter besteht», sagt Auger. «Ich selbst bin im Jahr 2020 dazu gestossen. Wir sind nicht im operativen Betrieb eingegliedert und haben auch deshalb viel Freiraum, um Themen auszusuchen und im Rahmen von Proof-of-Concept-Projekten zu evaluieren, ob eine bestimmte Technologie oder Lösung für das Unternehmen einen Nutzen generieren könnte.»

Das Team beschäftigt sich unter anderem mit Data Science. Die Mitarbeitenden aggregieren alle möglichen Daten rund um die Stromnetze und werten diese aus. Andere Teammitglieder kümmern sich hingegen um die Hardware der Netze, wie etwa die Geräte und Transformatoren, die in den Unterwerken zum Einsatz kommen. «Swissgrid betreibt – verteilt über die gesamte Schweiz – 125 Unterwerke. Das grösste Unterwerk von Swissgrid erstreckt sich über eine Fläche von mehreren Fussballfeldern», so Auger.

Die Ausgangslage

Etienne Auger, Research & Digitalisation Manager, Swissgrid (Quelle: Swissgrid)
Diese Unterwerke beherbergen unter anderem Transformatoren und mechanische Leistungsschalter, die regelmässig inspiziert und auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüft werden müssen. «Um die Inspektionen durchzuführen, arbeitet Swissgrid mit dem Know-how von externen Dienstleistern. Das Problem: Die Anlagen sind sehr heterogen. Das heisst, dass sie unterschiedliche Standards und Unterlagen aufweisen», sagt Etienne Auger. Für die regulären Inspektionen setzt Swiss­grid auf Spezialisten, die einmal im Monat einen Kontrollgang in dem ihnen zugewiesenen Unterwerk machen. «Da wir aber in jeder Region einen anderen Dienstleister haben und dieser nicht immer dieselbe Person für die Inspektion einsetzt, ist eine Standardisierung der Inspektionen schwierig. Zwar haben alle dieselbe Checkliste, aber die Beurteilung einzelner Punkte ist noch immer sehr subjektiv.» Aus diesem Grund suchte Swissgrid aktiv nach Möglichkeiten, um die Datenqualität bei der Inspektion zu erhöhen.

Laut Auger wurde in einem ersten Schritt eine mobile Lösung mit SAP PM implementiert: «Die Dienstleister nutzen ein Tablet, auf dem sie die Checkliste abarbeiten können. Zudem können sie auch Fotos hochladen und einen Text erfassen, um bestimmte Checkpunkte genauer zu beschreiben. Der Prozess ist jedoch nicht geführt, es sind Freitext-Felder, die eine quantitative Auswertung der Schadensmeldung erschweren, weshalb wir diese Schadensmeldungen beispielsweise nicht mit einem bestimmten Gerätemodell korrelieren können.» Dieser Mangel an Standardisierung ist gemäss Auger das eigentliche Problem und hat ihn und sein Team dazu motiviert, mit Augmented Reality zu experimentieren.
 
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