Kryptos für die sichere ­Datenübertragung

Kryptos für die sichere ­Datenübertragung

29. Januar 2022 - Daten sichern ist kein Problem. Sobald diese aber die eigenen ­vier Wände Richtung Internet verlassen, lauert die Gefahr eines Fremdzugriffs. Das «Swiss Made»-Übertragungsprotokoll Hopr weiss dies zu verhindern.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/01
Kryptos für die sichere ­Datenübertragung
Zwei der drei Gründer von Hopr: Rik Krieger (links) und Sebastian Bürgel. (Quelle: Hopr)
Wer erinnert sich an das Seti-­Programm? Leute, die schon etwas länger im Web unterwegs sind, wahrscheinlich schon. Damals, Ende der 1990er-Jahre, konnte man einer verteilten Anwendung (man sprach damals noch nicht von Cloud sondern von Grid Computing) freie Rechenkapazität zur Verfügung stellen und diese für einen guten Zweck arbeiten lassen: der Suche nach extraterrestrischem Leben.

Über zwanzig Jahre später kommt die Idee wieder, wenn auch ganz anders. Der gute Zweck ist die Übertragung von Daten mit hundertprozentigem Schutz der Privatsphäre. Und Leute, die dafür Bandbreite hergeben, tun dies nicht (nur) aus dem Glauben an die Sache, sondern weil sie sich davon (auch) einen handfesten Nutzen versprechen dürfen. Dieser kommt in Form einer Krypto-Währung daher und heisst Hopr.

Back to the Future

Willkommen beim jüngsten Zugang zur erfreulich wachsenden Swiss-Made-Software-Startup-Community: Hopr Services, gegründet von Sebastian Bürgel, Rik Krieger und Robert Kiel, welche im Auftrag des Vereins Hoprnet.org das Open-­Souce-Protokoll Hopr entwickelt haben. Die Idee ist so simpel wie bestechend: Anstatt dass Daten über einen zentralen Hub gesendet werden, bricht das Hopr-­Protokoll den Datentransfer in mehrere, nicht unterscheidbare Pakete auf und sendet diese über drei separate Knotenpunkte, um anschliessend beim Empfänger wieder zusammengesetzt zu werden. Selbstredend wissen die drei Nodes nichts voneinander und werden zufällig aus einem Netzwerk von tausenden von Knotenpunkten ausgewählt.

Doch wird damit im Grunde nicht wieder das Übertragungsprotokoll des Internets als solches imitiert? Und ist das nicht etwas paradox? Die Gründer schmunzeln. Ja, das habe was, meint Sebastian Bürgel, und es sei auch typisch für Web3-Anwendungen, dass sie Defizite auf dem Infrastruktur-Layer auszugleichen suchten: «HTTP wurde schlicht nicht für heutige Use Cases erfunden, was dann eben zu der Datenkonzentration geführt hat, wie sie heute von Big Tech getrieben wird und eben dem Missbrauch Tür und Tor öffnet. Und selbst wenn die Daten vor dem Zugriff Fremder geschützt und sicher gespeichert werden können, dann ist aufgrund der Bündelung der Datenströme deren Privatheit nicht mehr zu gewährleisten, sobald sie den Server in Richtung Internet verlassen.»
 
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