CIO-Interview: «Wir glauben fest daran, dass Oneplus erfolg­reich sein wird»

CIO-Interview: «Wir glauben fest daran, dass Oneplus erfolg­reich sein wird»

4. September 2021 - Der Schweizer Medienkonzern CH Media lanciert noch in diesem Jahr unter dem Namen Oneplus eine Streaming-Plattform. Verantwortlich dafür ist Paul Fournier, Leiter Digital bei CH Media Entertainment.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/09
Swiss IT Magazine»: Herr Fournier, kurz zu Ihrer Laufbahn: Wie sind Sie bei CH Media gelandet?
Paul Fournier:
Während ich vor rund eineinhalb Jahren als freiberuflicher Berater in der Schweiz und Frankreich arbeitete, wurde ich von einem Headhunter kontaktiert. Damals lebte ich in der Romandie und ich und meine Frau hatten eigentlich keine Pläne umzuziehen, da wir erst vor sechs Monaten aus Luxemburg in die Schweiz gezogen waren. Aber die Position und das Team waren ehrlich gesagt zu gut, um das Angebot abzulehnen. Bevor ich in die Schweiz zog, hoffte ich, hier einen tollen Job zu finden, und das hat glücklicherweise ziemlich schnell geklappt. Danach folgte der Umzug aus der Westschweiz nach Zürich. In der Vergangenheit war ich unter anderem für die RTL-Gruppe tätig, zuletzt im Strategieteam, davor war ich als Berater bei EY für den Telecom-, Media- und Tech-Sektor tätig.

Wie war es denn, von RTL, der grössten Mediengruppe Europas, in die relativ überschaubare Schweizer Medienlandschaft zu wechseln?
RTL ist ein internationaler Grosskonzern mit Ablegern in vielen europäischen Ländern. In der Schweiz ist alles etwas kleiner dimensioniert, was für mich aber spannend war, denn so kann man viel mehr bewegen respektive bewirken. Bei CH Media stieg ich direkt als Leiter Business Development und Digital ein. Meine Arbeit habe ich 2020 im März durch Zufall genau am ersten Tag des Corona-Lockdowns angetreten, was ebenfalls sehr spannend und zugleich speziell war. Um etwas Kontext zu geben: Bei CH Media gibt es zwei Säulen: Den Bereich Publishing, worunter die Tages- und Wochenzeitungen sowie die Zeitschriften und Anzeiger fallen, und den Bereich Entertainment. Dazu zählen fünf regionale (u.a. TeleZüri oder TeleBärn) und 7 nationale TV-Sender (u.a. 3+ oder TV24), sowie neun Radio-Sender (u.a. Radio 24, Radio Pilatus). Ein weiterer wichtiger Entertainment-Bereich sind die Today-Portale, digitale regionale News-Plattformen. In allen Regionen haben wir dafür konvergente, trimediale Redaktionen (TV, Radio und online). Und mein Job ist die Leitung des Digital- und Business Development-Bereichs der Entertainment-Säule.

Wie muss man sich das vorstellen? Als Leiter eines Teams war es sicher nicht ganz einfach, schnell Fuss zu fassen?
Zu Beginn war ich allein mit meinem Chef Roger Elsener, Geschäftsführer Entertainment und Mitglied der Unternehmensleitung von CH Media, im Büro. Dadurch hatte ich mehr Zeit mit ihm als ursprünglich angenommen.
Wie funktioniert das mit dem Home Office bei einem Unternehmen, das so viele Medienkanäle bespielt?
Es war sicher etwas schwierig, ein Beziehungsnetz mit den anderen Mitarbeitenden aufzubauen, da ich diese am Anfang nur über Teams kennengelernt habe. Dank den Lockerungen der Massnahmen im Sommer freute ich mich, meine Kollegen endlich richtig kennenzulernen. Mit der zweiten Welle folgte erneut das Home Office. Selbstverständlich gibt es gewisse Funktionen, die bei einem Medienunternehmen nicht ins Home Office verlegt werden können, wie etwa Moderatoren. Andere Teams, wie etwa das Marketing oder die HR-Abteilung, können vollständig von zuhause agieren

Ist seither also wieder ein Stück Normalität eingekehrt? Wie hat das Ihren Alltag beeinflusst?
Nachdem gegen Ende der ersten Welle neue Regelungen in Kraft traten, kehrten viele Mitarbeitende wieder zurück ins Büro. Dies machte die Arbeit wesentlich abwechslungsreicher, gerade der Austausch mit den Kollegen ist für mich sehr wichtig.

Kommen wir noch einmal auf Ihren Start bei CH Media zurück. Was waren Ihre ersten Amtshandlungen und wie sieht Ihr Tagesablauf heute ungefähr aus?
Am Anfang ging es darum, die ganzen Aktivitäten von CH Media zu verstehen: wer macht was, wer sind die verschiedenen Stakeholder, wie verdienen wir Geld, wer sind unsere Nutzer, was für eine Reichweite haben wir. Ich hatte anfangs viele konzeptionelle Dinge zu lernen. Mein ehemaliger Arbeitgeber RTL war beispielsweise sehr international und cross-market orientiert, während CH Media anders funktioniert. Ich hatte unter anderem nur eine vage Vorstellung, wie regionale TV-Sender arbeiten. Total spannend für mich ist deshalb auch, dass ich wirklich End to End arbeiten kann – also von der Vision über die Strategie hin zu den Aktionsplänen und der Umsetzung.
 
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