Mit Project Bernanke sicherte sich Google Vorteile bei Werbe-Auktionen

Mit Project Bernanke sicherte sich Google Vorteile bei Werbe-Auktionen

(Quelle: Google)
13. April 2021 - Eine Klage wirft Google vor, sich mit dem Bernanke genannten Projekt widerrechtlich Vorteile bei Werbe-Auktionen verschafft zu haben. Google bestätigt die Existenz von Project Bernanke, erklärt jedoch, alles sei rechtens.
Der US-Bundesstaat Texas hat eine Klage gegen Google eingereicht. Darin erklären die Kläger, Google habe sich widerrechtlich einen Wettbewerbsvorteil bei Werbe-Auktionen verschafft. Zu diesem Zweck habe Google bereits vor Jahren ein internes Programm mit Codenamen "Project Bernanke" ins Leben gerufen. Wie "The Wall Street Journal" in einem Bericht schreibt, geht aus den Gerichtsakten hervor, dass Google jahrelang Daten aus vergangenen Geboten in der digitalen Werbebörse des Unternehmens verwendet hat, um angeblich seinem eigenen System für den Anzeigenkauf einen Vorteil gegenüber Konkurrenten zu verschaffen. Projekt Bernanke soll den Verlegern, die Anzeigen über Googles Ad-Buying-Systeme verkauften, nicht offengelegt worden sein und spülte über die Jahre hunderte von Millionen von Dollar an Einnahmen in die Kasse des Internetgiganten.

Google wurde vom Gericht gebeten, eine Stellungnahme einzureichen. Das Nachrichtenportal "MLex" konnte daraufhin einen Teil der Dokumente einsehen, die nicht fachgerecht geschwärzt waren. Daraus geht hervor, dass der Kern der Anklage darauf beruht, dass Google sowohl Betreiber einer grossen Anzeigenbörse und gleichzeitig als Vertreter von Käufern und Verkäufern an der Börse auftritt. Ausserdem tritt Google auch selbst als Anzeigenkäufer auf, indem das Unternehmen über dieselben Systeme Anzeigen auf seinen eigenen Services wie der Suche und Youtube verkauft.
In der Anklage behauptet nun der US-Bundesstaat Texas, dass Google seinen Zugriff auf Daten von Anzeigenservern der Verlage dazu genutzt hat, um Werbetreibenden den Preis vorzuschreiben, den sie für eine Anzeigenschaltung bieten müssten. Pikant ist dabei nicht zuletzt, dass mehr als 90 Prozent der grossen Verlage Google für den Verkauf ihrer digitalen Werbeflächen nutzen. Laut der Anklage komme Googles Nutzung von Informationen über Gebote einem Insiderhandel auf den Märkten für digitale Werbung gleich, da Google über exklusive Informationen darüber verfügte, was andere Anzeigenkäufer zu zahlen bereit waren.

In den Unterlagen bestätigt Google die Existenz von Project Bernanke, bestreitet aber, dass es widerrechtlich gewesen sei, die exklusiven Informationen für Gebote zu verwenden. Das Unternehmen stellt sich auf den Standpunkt, dass diese Daten vergleichbar mit solchen, die von anderen Kauftools verwaltet werden. Weiter erklärt Google in den Akten, die Klage stelle viele Aspekte seines Ad-Tech-Geschäfts falsch dar. Man darf gespannt sein, wie sich dieser Fall vor Gericht entwickeln wird, denn das Urteil könnte wegweisenden Charakter haben. (luc)

Kommentare

Dienstag, 13. April 2021 Hans Dubler
Ich schrieb ja schon vor kurzem einmal, dass das was die ganzen Ami-Firmen machen, nichts anderes als organisierte Kriminalität ist. So kommen mittlerweile bald tagtäglich immer neue Leichen aus dem Keller.

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