Test Center – Swisscow Teleguard

Schweizer Whatsapp-Konkurrenz

Schweizer Whatsapp-Konkurrenz

(Quelle: Swisscows)
27. Februar 2021 - Der Schweizer Messenger Teleguard von Swisscows steigt als Alternative zu ­Whatsapp und Co. in den Ring und stellt die wichtige Frage, wie viel Usability man für den maximalen Datenschutz zu opfern bereit ist.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/03
Seit Whatsapp die Anpassungen seiner Datenschutzrichtlinien Anfang 2021 bekanntgab, läuft der grosse Exodus: Massen an Usern suchen sich eine Alternative zum kostenlosen Messenger aus den USA und wandern ab. Die Konkurrenz – das sind hauptsächlich Signal und Threema – profitiert dabei massiv. Das verbreitetste Argument für die abwandernde Nutzerschaft: Keine Monetarisierung der Userdaten und der damit einhergehende bessere Datenschutz. Neu gibt es einen kleinen Player aus der Schweiz, der sich genau diesen Themen verschreibt und den Namen Teleguard trägt.

Teleguard ist ein im Januar 2021 lancierter Messenger aus dem Hause Swisscows im thurgauischen Egnach. Funktional soll er leisten, was für Messenger heutzutage State of the Art ist: Nachrichten schreiben, Emojis verschicken, Sprachnachrichten senden, Video- und Sprachanrufe ermöglichen. So, wie wir uns das eben alle gewohnt sind. Gleichzeitig setzt der Hersteller aber auf eine rigorose und durchgängige Datenschutzpolitik. «Swiss IT Magazine» hat eine Woche lang über Teleguard kommuniziert und herausgefunden, ob der sichere Messenger aus Mostindien eine echte Alternative ist.

Angeboten wird Teleguard für Android und iOS. Bei Android wird mindestens Version 4.0.3 und bei iOS Version 9.0 vorausgesetzt, für beide Plattformen ist der Messenger kostenlos erhältlich. In unserem Test haben wir Teleguard auf zwei Android-Geräten mit den OS-Versionen 7 und 10 benutzt.

Sicherheit hat ein Usability-Preisschild

Das Einrichten von Teleguard geht einfach von der Hand. Der Download ist schlank, die Installation schnell und abgesehen vom optionalen Zugriff auf die Bildergalerie des Geräts braucht Tele­guard keine Freigaben. Gleich im Anschluss bezahlt man aber den Usability-­Preis für den hohen Sicherheitsstandard, denn Teleguard greift auch nicht auf die Kontakte zu. Das heisst insbesondere, dass man nicht sieht, welche der eigenen Kontakte bereits Teleguard nutzen.

Um einen neuen Kontakt hinzuzufügen, muss man der gewünschten Person seine Teleguard-ID übermitteln, welche diese wiederum eingeben und damit die Kontaktanfrage verschicken kann, bevor es losgeht. Ironischerweise geschieht das in den allermeisten Fällen wohl über einen Konkurrenz-Messenger. Das ist also etwa so, wie wenn man sich auf einem neuen Rechner mit dem vorinstallierten Browser Firefox oder Chrome runterlädt. Die Teleguard-ID ist ein 8-stelliger Code aus Buchstaben und Zahlen, der als Kennung für einen ­Account zu sehen ist. Dieser wird ohne jeglichen Nutzerkontext auf dem Teleguard-Server in der Schweiz gespeichert und ist damit nicht mit dem Nutzer­namen oder dessen Telefonnummer in Verbindung zu bringen. Alternativ kann man Kontakte auch per QR-Code-Scan hinzufügen, was aber die physische Präsenz beider Parteien voraussetzt.

Während das Hinzufügen neuer Kontakte im ersten Moment etwas aufwändig erscheint – und es offen gesprochen auch ist – muss man betonen, dass die Gründe dafür durchwegs löblich sind und Tele­guard damit ein Alleinstellungsmerkmal hat, das die anderen Messenger schlicht nicht bieten können.
 
Seite 1 von 3

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER