Digitale Beratung: Mehr Chancen als Risiken

Digitale Beratung: Mehr Chancen als Risiken

3. Oktober 2020 - Die digitale Transformation der Wirtschaft macht vor dem Consulting-Business nicht halt. Zu Recht, denn die moderne Informations- und Kommunikationstechnik bietet viele Möglichkeiten, Beratungsprozesse zu optimieren.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/10
Beratung kennen wir heutzutage noch vor allem als Face-­to-Face-Beratung, bei der die Berater und ihre Klienten sich persönlich treffen. Sei es, wenn es um das Thema Finanzierung, das Planen technischer Anlagen oder das Durchführen von Transformationsprojekten in Unternehmen geht. Inwieweit dies auch künftig der Fall sein wird, ist seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie fraglich, denn spätestens durch dieses Ereignis etablierten sich auch in der Beratung digitale Kommunikations- und Kooperations-­Tools – Tools, die im Unternehmenskontext im Zuge der Globalisierung und zunehmenden Vernetzung oft schon lange im Einsatz waren. So wurde zum Beispiel das Collaboration-Tool Microsoft Teams bereits 2017 weltweit von mehr als 200’000 Unternehmen genutzt. Wie viele es heute sind, ist unbekannt. Microsoft verkündete jedoch im Juli, dass inzwischen 20 Millionen Anwender täglich diesen Dienst nutzen – Tendenz stark steigend. Folglich dürfte sich auf die Zahl der Unternehmen vervielfacht haben.

Berater sind keine Vorreiter bei der Digitalisierung

Ursprünglich bezeichnete der Begriff Digitalisierung rein das Überführen von Daten aus einer analogen in eine digitale Speicherform. Zunehmend wird hiermit jedoch auch das Übertragen von Aufgaben, die bisher Menschen wahrnahmen, auf Computersysteme gemeint. Mit den Herausforderungen und Chancen, die sich hieraus ergeben, befassen sich branchenübergreifend viele Unternehmen.

Die Automobilbranche denkt seit Jahren über selbstfahrende Autos nach und die Banken befassen sich mit dem Thema Machine Learning in Zusammenhang mit der Robotic Process Automation (RPA). Und die Beratungsbranche? Sie blieb hiervon bis zum Ausbruch der Corona­krise weitgehend unberührt. Berater reisten weiterhin wie ehedem durch die Welt, nur, dass sie anders als zur Jahrtausendwende auch einen Laptop und ein Smartphone in der Tasche hatten. Für eine effektivere Gestaltung der Beratungsprozesse selbst wurden die Möglichkeiten der Digitalisierung jedoch kaum genutzt.

Das änderte sich schon vor Corona allmählich – unter anderem, weil ausser dem Klassiker Skype von den IT-Unternehmen immer mehr Tools auf den Markt gebracht wurden, die eine Kommunikation und Kollaboration über die Distanz digital ermöglichen. So zum Beispiel das Tool Microsoft Teams. Der Treiber dieser Entwicklung war in der Regel jedoch nicht die Consulting-Industrie. Der Impuls zur stärkeren Nutzung der modernen Kommunikations- und Kollaborations-­Tools ging vielmehr meist von ihren Klienten aus.

Dieser Trend ist zu begrüssen, denn aus der Nutzung dieser Tools im Beratungsprozess ergeben sich Vorteile sowohl für die Beratungsunternehmen als auch für deren Kunden. Die Beratung, wie wir sie bisher kannten, fand in der Regel beim Kunden statt. Damit verbunden waren oft hohe An- und Rückreise- sowie nicht selten Übernachtungskosten, die von den Kunden zusätzlich zum eigentlichen Beraterhonorar zu entrichten waren – nur dafür, dass sich der Berater auf den Weg zu ihnen machte und bei ihnen vor Ort präsent war.
 
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