Test Center – Winet Ayrix

Fünf Schritte zur virtuellen Telefonanlage

Fünf Schritte zur virtuellen Telefonanlage

(Quelle: Ayrix)
3. Oktober 2020 - Ayrix ist eine Schweizer Software, mit der Benutzer über einen Voice-over-IP-­Anbieter intern und extern telefonieren können. Aktuell als kostenlose Beta verfügbar, soll Ayrix es auch Laien ermöglichen, eine komplexe Telefonanlage selbst in Betrieb zu nehmen und zu verwalten.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/10
Ayrix ist eine in der Schweiz entwickelte Software-PBX (Private Branch Exchange) oder ein Voice over IP (VoIP)-Telefoniesystem, das virtuell oder auch On-Premise betrieben werden kann. Benutzer von Ayrix sollen, so der Hersteller Winet, trotz der simplen Verwaltung der Telefonanlage auch die Möglichkeit haben, umfassende Konfigurationen und Funktionalitäten zu nutzen – komplett nach eigenen Vorstellungen. Dies ist wohl auch der Grund für den Slogan von Ayrix: «Die einfachste virtuelle Telefonanlage der Schweiz.»

Die Software ermöglicht die Verwendung von Soft- und physischen IP-Telefonen sowie kostenlose Anrufe zwischen den Benutzern. Zu den zahlreichen Funktionen gehören beispielsweise Anrufumleitung, Voice Mail, Anrufaufzeichnung, interaktive Sprachmenüs (IVRs) und Anrufwarteschlangen (Queues).

Zusätzliche Nebenstellen oder Funktionen können direkt über die Ayrix-Applikation bezogen werden. Ayrix kann auf einer virtuellen Maschine (eine Auflistung findet sich auf der Webseite) oder einem Linux-basierten Server installiert werden. Die Mindestanforderungen dazu sind bescheiden: ein Intel Core i3, 4 GB RAM und 30 GB Speicherplatz reichen. Ein grosses Argument, das für die Benutzung von Ayrix spricht, soll aber auch die einfache Einrichtung sein. So hat es sich der Hersteller zum Ziel gesetzt, dass auch Nicht-Techniker das komplette Setup und die Verwaltung der Telefonanlage übernehmen können.

Eine Vollversion von Ayrix kann aktuell kostenlos heruntergeladen werden. Dabei handelt es sich um einen Beta-Release. Bei technischen Anfragen betreffend der Telefonanlage können Nutzer entweder ein Formular ausfüllen, um so auf Bugs hinzuweisen, oder sich per E-Mail an den Ayrix-Support wenden.

Bezüglich der finalen Preisgestaltung ist derweil noch nichts in Stein gemeisselt. Nach der kostenlosen Beta-­Phase will Ayrix aber auf ein günstiges Preismodell setzen, so das Versprechen. Abgerechnet werden soll dabei nach User, während bis zu fünf Anwender gratis sein sollen. Zudem will Ayrix die Möglichkeit bieten, die Anzahl Benutzer quasi per Knopfdruck aufzustocken.

Einrichtung & Konfiguration

Das IVR (Interactive Voice Response), mit dem man einen Anrufer durch verschiedene Tasten in die gewünschte Abteilung leiten kann. Beispielsweise: Drücke 1 für Customer Service, drücke 2 für Administration und so weiter. (Quelle: Ayrix)
Bis die Telefonanlage bereit für die Konfiguration ist, braucht es laut Hersteller lediglich fünf einzelne Schritte. Danach kann die Telefonanlage individuell auf die Unternehmensstruktur angepasst werden. Das Versprechen einer simplen Installation, die auch Laien schaffen, kann aber dennoch eingehalten werden. Heruntergebrochen sieht das in etwa so aus: Mit einem Klick auf den Button «Beta herunterladen» auf der Ayrix-Webseite lädt man sich eine ISO-Datei herunter. Als nächstes braucht man nun einen geeigneten Server oder aber eine Virtualisierungssoftware. Darauf oder darin installiert man das heruntergeladene ISO-File, im Anschluss öffnet man die Ayrix-Software, indem man die IP-Adresse im Browser aufruft und registriert sich über das eingeblendete Formular. Nach dem Verifizierungsprozess über den Lizenzserver meldet man sich mit dem gesetzten Passwort und Benutzernamen (das man per E-Mail erhält) an. Und fertig ist der Zauber.

Natürlich nicht ganz, denn zwar hat man nun eine installierte PBX-Software, doch um eine Telefonanlage zu betreiben, braucht es doch noch einige zusätzliche Arbeit. Zunächst landet man aber auf dem Dashboard, einem Hauptbestandteil der Ayrix-Software, das die wichtigsten Daten und Informationen rund um die Telefonanlage anzeigt – etwa wie viele Anrufe in welchem Zeitraum eingegangen sind oder wie die CPU-Auslastung des Servers aussieht.

Um aber die Einrichtung abzuschliessen gilt es, zunächst einen sogenannten SIP-Trunk von einem Telefonieprovider einzurichten. Der Begriff Trunk leitet sich von der Struktur eines Baumes ab, bei dem ein Stamm viele Äste hat, die er mit Nährstoffen versorgt. In ähnlicher Weise hat eine Infrastruktur (der Baum) in Telekommunikations- oder Netzwerkanwendungen eine SIP-Trunk-Leitung, die Sprach- und Datensignale gleichzeitig an viele Benutzer (die Zweige) überträgt. Wenn man also von einer Trunk-Leitung spricht, bezieht man sich auf einen einzigen Übertragungs­kanal zwischen zwei Punkten, wie beispielsweise in der Zentrale einer Telefongesellschaft oder zwischen Telefonanlagen. Kombiniert man all diese Vermittlungs- und PBX-Systeme, entsteht ein einziger Baum. Kombiniert man alle Bäume, hat man quasi das gesamte Kommunikationsnetz der Welt abgebildet. Der Trunk macht an sich aber nichts anderes, als die Verbindung von der Telefonanlage zum Telefonienetzwerk des Providers zu ermöglichen. Das Ganze mag für manch einen nach unverständlichem Fachjargon klingen, was aber nicht weiter schlimm, ist, denn zur Einrichtung von Ayrix muss man nicht im Detail verstehen, wie die technischen Einzelheiten funktionieren.

Beim Setup geht es nun also darum, einen solchen SIP-Trunk einzurichten. Dazu benötigt man Angaben vom gewählten VoIP-Provider. Via dem Menü «Routing» -> «Trunk» -> «Add Sip Trunk» wählt man das Land und den Provider – die meisten gängigen Provider können direkt aus einem Drop-down-Menü ausgewählt werden – konfiguriert den Namen und die Adresse des Providers, die DID (Direct Inward Dialing)-Nummern und einzelne oder ganze Nummern­blöcke. Wer auch hier nur Bahnhof versteht: Die meisten dieser Angaben werden vom VoIP-Anbieter bereitgestellt.
 
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