Start-up: Nomoko will eine digitale Kopie der Welt erschaffen

Start-up: Nomoko will eine digitale Kopie der Welt erschaffen

(Quelle: Nomoko)
2. Mai 2020 - Mit Drohnen vermisst Nomoko ganze Städte auf den Zentimeter genau. Die so gewonnenen Daten können in 3D-Modelle übertragen oder für Applikationen genutzt werden, beispielsweise im Bereich Proptech zur Digitalisierung der Immobilienbranche.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/05
Der Traum, den Globus und alle sich darauf befindlichen Strukturen wie Städte, Dörfer und Strassen digital nachzubilden, entstand schon früh im Computerzeitalter. Doch erst die Kombination von Satellitentechnologie mit den Möglichkeiten hochauflösender Bildgebungsverfahren läuteten die Ära der Digitalisierung der Welt ein. Google leistete mit Google Maps Pionierarbeit. Noch nie zuvor war es möglich, praktisch jeden Flecken unserer Erde in all seiner digitalen Pracht nur mit der Hilfe eines Computers oder Smartphones zur erkunden. Zunächst nur in der zweiten Dimension, doch bald fand Google die Möglichkeit, die Satellitenbilder auch dafür zu nutzen, um die digitale Repräsentation des Globus mit 3D-Daten zu füllen. Plötzlich konnte man Berge, Häuser oder Wahrzeichen auch in der dritten Dimension betrachten. Doch auch Googles Technologie hat – zumindest vorerst – noch seine Grenzen. Die Auflösung der Satellitenbilder lässt zu wünschen übrig und die 3D-Modelle sind teils sehr rudimentär. Und hier kommt das Schweizer Start-up Nomoko ins Spiel. Dieses hat sich nämlich das ehrgeizige Ziel gesetzt, eine Lösung zu entwickeln, um die Welt digital abbilden zu können.
Nomokos Prototyp seiner Proptech-Applikation. Die darin befindlichen Digital Twins wurden mit der Technologie des Start-ups vermessen und dann in 3D modelliert.


Der Digital Twin

Nilson Kufus, Mitgründer und CEO von Nomoko, erklärt die Vision dahinter: «Es gibt einige Grundkonzepte, auf denen unser Unternehmen aufbaut. Zum einen das Konzept des Digital Twin, also eine digitale Kopie von etwas, das in der physischen Welt existiert. Das kann ein Objekt oder ein Prozess sein. Wir haben dieses Konzept dann erweitert und uns vorgestellt, wie es wäre, wenn die gesamte Welt als solche digital abgebildet werden könnte, als Netzwerk aus ganz vielen Digital Twins. Wir nennen das die Spiegelwelt, also eine komplette digitale Repräsentation der Welt, in der wir leben. Ein weiteres, für uns sehr wichtiges Konzept ist das der vierten industriellen Revolution, sprich die Verbindung der physischen und der digitalen Welt. Es wird zunehmend Applikationen geben, die zwar digital sind, sich aber in der physischen Welt manifestieren, wie selbstfahrende Fahrzeuge, das Internet of Things oder Augmented Reality.» Kufus ist sich sicher, dass diese Entwicklung massive Auswirkungen auf die Gesellschaft haben wird. So zum Beispiel auf der juristischen Ebene, denn Unfälle, die von selbstfahrenden Fahrzeugen verursacht werden, haben physische Konsequenzen wie etwa Verletzte oder gar Tote, die sich nicht mit einem Update der Software beheben lassen.

«Mit Nomoko möchten wir ein ganzes Ecosystem um diese Spiegelwelt und um diese Applikationen herum entwickeln. Dabei bauen wir auf drei Pfeilern auf. Der erste Pfeiler sind die Daten, wobei es darum geht, wie sich die physische Welt in Datenpunkten abbilden lässt. Der zweite Pfeiler ist ein Software Development Kit, mit dem Entwickler mit Hilfe der gesammelten Daten Lösungen zu Problemstellungen ihrer Kunden entwickeln können. Und schliesslich als dritter Pfeiler die Applikationen, in denen die Endbenutzer mit den Daten interagieren können», so Kufus. Zu Beginn lag der Fokus des Start-ups auf der Frage, wie sich die physische Welt digitalisieren lässt. Nun, da Nilson Kufus und sein Team gelernt haben, diesen Prozess besser zu verstehen, richtet sich ihr Augenmerk auf die Entwicklung von Applikationen und parallel dazu eines SDK.
 
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