CIO-Interview: «Das Motto lautet: ‹Wenn’s läuft, ist gut›»

CIO-Interview: «Das Motto lautet: ‹Wenn’s läuft, ist gut›»

6. September 2015 - Rémy Schwarz, IT-Leiter beim Eventdienstleister Habegger, erklärt, warum im Eventumfeld andere Qualitätsansprüche an die IT herrschen als andernorts.
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/09
Rémy Schwarz verantwortet als Leiter IT Services bei Habegger zusammen mit drei Mitarbeitern die interne IT für rund 160 Festangestellte. (Quelle: Habegger)
Swiss IT Magazine: Habegger realisiert Events im In- und Ausland, an denen auch viel IT zum Einsatz kommt. Inwieweit sind Sie und Ihr Team bei solchen Events involviert?
Rémy Schwarz:
Für diese Frage muss ich etwas ausholen. Als ich im Jahr 2006 bei Habegger angefangen habe, kümmerte sich ein Team sowohl um die interne IT als auch um die Dispo-IT – sprich die IT, die als modulare Pakete in unserer Disposition für Veranstaltungen gebucht werden kann. Über die Jahre ist Habegger aber stark gewachsen, es sind mehr Grossaufträge und mehr fixe Venues dazugekommen. Dies hatte zur Folge, dass man die IT aufteilen musste. Entsprechend wurde eine Kerngruppe für die interne IT und eine für das Eventgeschäft geschaffen. Ich habe mich im Zuge dieser Änderung auf den internen Bereich konzentriert, hatte und habe aber immer noch Mandate bei einigen Projekten, bei denen ich stark involviert war und bin.
Wie spannend ist die IT-Tätigkeit im Eventumfeld?
Sehr spannend, aber in vielen Belangen völlig anders als die herkömmliche Tätigkeit eines IT-Spezialisten. Projektpläne über mehrere Monate hinweg gibt es nicht, und Verschiebungen, wie sie in IT-Projekten häufig vorkommen, kann man sich im Eventgeschäft nicht leisten. Wenn der Event abends um 20:00 Uhr beginnen soll, dann beginnt er pünktlich um 20:00 Uhr. So entwickelt man sehr sportliche und kreative Lösungsansätze. Aber man baut niemals Lösungen in einer Tiefe, mit einer Qualität und einer Ausfallssicherheit, wie man das in einer herkömmlichen Umgebung tun würde. In der Regel sind die Lösungen nur temporär, nach einem Event wird alles wieder abgebrochen. Die Qualitätsansprüche sind ganz unterschiedlich, entsprechend ist auch die Arbeitsweise eine ganz andere. Das Motto lautet: «Wenn’s läuft, ist gut», was eigentlich der Natur des Informatikers widerspricht. Er ist geschult, alles möglichst genau zu planen, zu installieren und über eine gewisse Zeit zu prüfen und genauestens für spätere Ereignisse zu dokumentieren.

Obwohl das spannend war, haben Sie sich dazu entschieden, sich um die interne IT zu kümmern. Weshalb?
Das kommt wohl daher, dass ich letztlich doch gelernter Informatiker bin und mich in dieser klassischen Definition der Rolle am wohlsten fühle. Zudem hatte ich zum Zeitpunkt der Aufteilung eine Vision, wie die Habegger-IT in den kommenden fünf Jahren funktionieren sollte, damit sie auf sicheren Pfeilern steht. Denn genauso wie das Unternehmen rasant gewachsen ist, so ist auch die IT gewachsen. Vieles wurde – wie im Eventgeschäft – einfach so konzipiert, dass es im Moment läuft. Ein langfristiges Konzept fehlte aber. Das Ziel war es, über fünf Jahre eine saubere IT aufzubauen, die für eine Firma dieser Grösse angemessen ist und auch über IT-spezifische Standards verfügt.
 
Seite 1 von 5

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wie hiess im Märchen die Schwester von Hänsel?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER