Erste Testfahrt mit selbstfahrendem Auto

(Quelle: Swisscom)

Erste Testfahrt mit selbstfahrendem Auto

(Quelle: Swisscom)
14. Juni 2015 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/06
Ein auf den ersten Blick stinknormaler VW Passat in Silber soll das Auto der Zukunft sein? Tinosch Ganjineh präsentiert auf dem Swisscom Business Campus stolz das Werk seines Unternehmens Autonomos Labs, einem Spin-off der Freien Universität in Berlin. Viele Journalisten scharen sich um das Auto, einen Prototyp, und wollen dabei sein, wenn das erste selbstfahrende Auto testweise in den Schweizer Strassenverkehr losgelassen wird.

Auto weicht Gras aus und hält an jedem Zebrastreifen
Während der Testfahrt selbst lässt Autonomos-CEO Ganjineh als Fahrer tatsächlich die Lenkung los und ja, das Auto steuert sich selbst durch die Strassen des Zürcher Kreis 5. Ganjineh erklärt: «Am Auto angebrachte Kameras erkennen die Fahrspuren und welche Farbe die Ampel anzeigt, Umweltsensoren erfassen die Umgebung, also etwa andere Autos oder Gegenstände auf der Fahrbahn. Durch GPS weiss das Auto, wo es sich befindet. Und ein integrierter Computer schliesslich reagiert entsprechend der gesammelten Daten.» Und tatsächlich: Das Auto gibt Gas, wenn die Ampel auf Grün schaltet, hält an, wenn ihm etwas in die Quere kommt, lenkt, wenn es um die Kurve geht. Bei Gelb fährt es noch schnell über die Kreuzung, Vollbremsungen bei Rot bleiben uns Insassen also erspart. An Zebrastreifen aber hält der VW übervorsichtig an, obwohl kein Mensch in Sicht ist. «Sobald Objekte in der Nähe stehen, ist es für den Computer schwierig zu unterscheiden, ob es sich um einen Pfeiler oder ein Kind handelt», erklärt Ganjineh. «Erst wenn er wirklich sicher ist, dass sich nichts bewegt, fährt er los.»
Der Beifahrer wird im selbstfahrenden VW Passat zum Copiloten und überprüft via Laptop, wie das Auto als nächstes reagieren wird. (Quelle: SITM)
(Quelle: Swisscom)
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Neben Ganjineh auf dem Fahrersitz kontrolliert der Beifahrer wie ein Copilot technische Daten und erkennt auf seinem Laptop, wie das Auto als nächstes reagieren wird. Diese Sicherheitsvorkehrung ist Pflichtbestandteil der Ausnahmebewilligung, die das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Swisscom für besagte Teststrecke erteilt hat. Die Bewilligung ist allein schon deshalb notwendig, da rechtlich gesehen das Lenkrad während Autofahrten nicht losgelassen werden darf. Ausserdem ist eine Haftpflichtversicherung über 100 Millionen Euro für das Auto vorgeschrieben. Vorsichtige Nachfrage in Richtung Fahrer – nein, Unfälle gab es mit dem VW Passat bis jetzt noch keine, obwohl das Auto bereits seit fünf Jahren auf Berliner Strassen getestet wird.
 
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