Was kommt nach der Bandbreite

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Was kommt nach der Bandbreite

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14. Juni 2015 - Von Michael Fiel
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/06
2007 surfte die ganze Schweiz noch auf Kupferkabeln. Die ganze Schweiz? Nein, eine kleine Walliser Gemeinde wehrte sich und begann, Glasfasern zu verlegen. Vor gerade einmal acht Jahren sorgte Sierre für Aufsehen, als der lokale Kabelnetzanbieter begann, das koaxiale Netz durch Glasfasern zu ersetzen und diese bis zu den Endkunden – in die Wohnung oder ins Geschäft – zu verlegen (Fibre to the Home, FTTH). Nachdem mit dem EWZ, dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, ein grosser und ernstzunehmender Anbieter ebenfalls in den FTTH-Markt einsteigen wollte, begann eine rasante und stürmische Entwicklung, die heute zwar immer noch nicht abgeschlossen ist, aber in deutlich ruhigeren Bahnen verläuft. Innerhalb kürzester Zeit hat sich dank des gelebten Schweizer Föderalismus das Bandbreitenangebot flächendeckend erhöht, so dass fast überall in der Schweiz Download-Bandbreiten über 100 Mbit/s normal geworden sind. Seit dem 1. Juni 2015 können nun auch über eine Million FTTH-Kunden von Swisscom mit 1 Gbit/s symmetrisch surfen. Aber wenn genug Bandbreite da ist, was ist dann noch wichtig, wodurch unterscheiden sich die Angebote der einzelnen Anbieter und worauf muss man achten?
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Unter www.breitbandatlas.ch kann man einsehen, wo in der Schweiz welche Bandbreiten erhältlich sind. Downloads über 100 MBit/s (grün) sind bereits in weiten Teilen in der Schweiz verfügbar. (Quelle: Breitbandatlas)
(Quelle: Anbieter Websites)

Aber erst noch einmal ein Rückblick. Den FTTH-Boom ins Rollen gebracht hat, wie einleitend erläutert, Sierre Energie, erkennbar auch an der niedrigsten Bakom-FTTH-Betreiber-ID «100». Diese Entwicklung blieb jedoch weitgehend unbemerkt, bis der Energieversorger der Stadt Zürich, das EWZ, ebenfalls begann, das Thema FTTH aufzurollen. Erste Strategien wurden entwickelt, Business Cases erstellt und verschiedenste Szenarien geplant. Immer mehr Stadtwerke begannen ebenfalls, sich mit dem Thema FTTH zu beschäftigen.

Warum gerade die Energieversorger?
Die kommende Marktliberalisierung und die Entwicklung in der Energie-Übertragung und Energieversorgung hin zu intelligenten Netzen (Smart Grid) zwingt Energieversorger zum Umdenken. Neue Geschäftsfelder müssen erschlossen werden, um den drohenden Kundenverlust auszugleichen. Neue Technologien (Smart Metering) drängen in den bewährten Markt und letztlich haben auch die Eigentümer der Energieversorger, die Kommunen, ein vitales Interesse an Telekommunikationstechnologien. Wie entwickeln sich die Städte in den nächsten Jahren, welche Dienste fordert ein Bürger in Zukunft, wie kann man das alles anbieten, ohne dass die Kosten explodieren? Das sind in diesem Zusammenhang gängige Fragen. Auch die so genannten Smart Cities werden letztlich die Glasfasernetze, die von den Stadtwerken derzeit gebaut werden, als eine der grundlegenden Technologien nutzen. Und das wichtigste Asset solcher Netze, die Rohranlage, ist ja schon vorhanden. Warum diese also nicht nutzen und gleichzeitig noch das Energienetz sanieren?
 
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