Prognosen für IT und Telekommunikation 2015

Die wichtigsten Prognosen für die Informations- und Telekommunikationstechnologie-Branche 2015 sind veröffentlicht. IDC ist sich sicher, dass ein Jahr grosser Innovationen bevorsteht.
3. Dezember 2014

     

IDC hat wie jedes Jahr die wichtigsten Prognosen der Informations- und Telekommunikationstechnologie-Branche (ITK) ermittelt. Demnach erwartet das Marktforschungsinstitut fürs Jahr 2015 grosse Innovationsschübe in den Trendbereichen Mobile Computing, Cloud-Dienste, Big Data und Analytics sowie soziale Netzwerke – Technologien, welche die Grundlage für die sogenannte dritte Plattform bilden.

"Die dritte Plattform wird 2015 ein Drittel der weltweiten ITK-Ausgaben und 100 Prozent des Ausgabenzuwachses auf sich vereinen", erklärt Frank Gens, Senior Vice President und Chief Analyst bei IDC. Die Folgen davon sieht Gens klar in Konsolidierungen und Ausfällen bei Anbietern, ungewöhnlichen Partnerschaften, harten Kämpfen um die Entwickler und ihre Apps, umfassenden Angeboten bei maschinellem Lernen und beim Internet der Dinge, einem wachsenden Fokus auf die Daten-Wertschöpfungskette sowie einen rasant wachsenden Einfluss Chinas.


Die zehn wichtigsten Prognosen der IDC sind hier aufgeführt:
1.Die weltweiten Ausgaben für ITK werden 2015 um 3,8 Prozent auf über 3,8 Billionen Dollar steigen. Der Zuwachs wird sich fast ausschliesslich auf die Technologien der dritten Plattform konzentrieren. Regional betrachtet erwartet IDC in den Emerging Markets ein Wachstum von 7,1 Prozent auf Jahresbasis, in den gesättigten Märkten lediglich einen Zuwachs von 1,4 Prozent.

2. Wireless Data wird im Bereich der Telekommunikationsdienste das grösste (536 Milliarden Dollar) und am schnellsten wachsende (13 Prozent) Stück des Ausgabenkuchens sein. Die Carrier werden so schnell wie möglich Plattform- und API-basierende Dienste entwickeln, die Mehrwerte bieten und die Netze für Entwickler interessant machen, um nicht zu Infrastrukturanbietern marginalisiert zu werden. Auch werden sie versuchen, sich den "Over the Top"Cloud-Anbietern – also Service-Providern mit extrem hohen Datenvolumina – durch innovative Performance und Modelle zur Umsatzaufteilung anzunähern.


3. Mobile Endgeräte und Apps befinden sich auch 2015 im Aufwind, allerdings nicht so rasant wie in den vergangenen Jahren. Die Verkäufe von Smartphones und Tablets werden ein Volumen von 484 Milliarden Dollar erreichen und damit 40 Prozent des Wachstums bei den IT-Ausgaben ohne Telekommunikationsdienste verantworten. Im Bereich Wearables wird ein wahres Innovationsfeuerwerk prognostiziert, so IDC, jedoch mit enttäuschenden Stückzahlen. Die Download-Zahlen bei mobilen Apps werden ab 2015 zurückgehen, allerdings verdoppelt sich die Entwicklung mobiler Unternehmensanwendungen.

4. Cloud-Dienste bleiben auch 2015 eines der Top-Themen. Die Ausgaben für das Cloud-Ökosystem liegen bei 118 Milliarden Dollar, die Nutzung von Cloud-basierenden Infrastrukturen "as a Service" (IaaS) wird ansteigen (36 Prozent). Grund sei, dass der Marktführer Amazon von Mitbewerbern unter Druck gerät. Auch verschärft sich der Wettbewerb zwischen den Anbietern von Platforms as a Service (PaaS), wie IDC schreibt. Zwischen den Anbietern wird ein Kampf um Entwickler und deren Apps losbrechen; die Anbieter von Software as a Service (SaaS) beschleunigen die Adaption von PaaS und Cloud-Marktplätzen. "Bei der Cloud erwarten wir zudem neue Partnerschaften zwischen unterschiedlichen 'Bettgenossen' zur Ausweitung der Marktchancen, etwa zwischen Facebook und Microsoft und/oder IBM", ergänzt Gens. "Auch eine Partnerschaft zwischen Amazon und HP ist denkbar."

5. Im Bereich Big Data und Analytics wird es wichtige Entwicklungen geben. Die weltweiten Ausgaben für Software, Hardware und Dienstleistungen im Big-Data-Umfeld steigen auf 125 Milliarden Dollar. Die Auswertung so genannter Rich Media (Video, Audio und Bilder) beginnt, sich zur wichtigen Triebfeder von Big-Data-Projekten zu entwickeln. Auch wird die Bedeutung der Big-Data-Wertschöpfungskette zunehmen, etwa in Form von Data as a Service. Hier kommen die Angebote der Cloud-Plattform- und Analytics-Dienstleister zum Tragen, die ihren Kunden aufgewertete Informationen aus kommerziellen oder frei verfügbaren Datenquellen bereitstellen.


6. Das Internet der Dinge wird ein grosses Thema sein. Die Erfindung immer intelligenterer und vernetzter Dinge beflügelt die Entwicklung neuer Lösungen. Ein Drittel der Ausgaben wird sich auf intelligente Embedded-Geräte ausserhalb der ITK-Branche konzentrieren. Unterstützt werde diese Entwicklung durch Partnerschaften zwischen führenden IT-Unternehmen. "Vorausschauende Wartung wird sich beim Internet der Dinge zur wichtigen Lösungskategorie entwickeln", ist IDC sicher.

7. Die Rechenzentren werden sich grundlegend verändern. Der Grossteil der reinen Rechen- und Speicherkapazität wird auf von Cloud-Dienstleistern betriebene Hyperscale-Rechenzentren verlagert, die für Cloud, Mobile und Big Data optimiert sind. Dieser Wechsel wird einen Trend zu "Cloud First"-Innovationen bei der Hardware in Gang setzen und eine stärkere Konsolidierung am Markt bei den Anbietern von Servern, Storage, Software und Netzwerken zur Folge haben. Für 2015 erwartet IDC zwei oder drei grosse Zusammenschlüsse, Übernahmen oder Umstrukturierungen bei den führenden IT-Anbietern.


8. Alle Branchen weltweit sind von der dritten Plattform betroffen. IDC erwartet, dass es 2015 zu einigen Verwerfungen in manchen Industriezweigen kommen wird. Beispiele sind die Netze für alternative Bezahlmethoden in der Finanzbranche, die Expansion des Internets der Dinge bei kommunaler Sicherheit, bei öffentlichem Dienst und Verkehr sowie die Nutzung von Location-based Services im Handel. Die Zahl der Branchenplattformen, also der von den Branchenführern entwickelten spezialisierten Cloud-basierenden Daten- und Service-Plattformen, wird schnell steigen und sich 2015 verdoppeln.
9. Zwei weitere Innovationsverstärker werden zu Wachstum führen: Zum einen werden das Sicherheitslösungen sein, die für die dritte Plattform optimiert sind und die Cloud-Sicherheit unterstützen – an den Endpunkten etwa mit biometrischer Sicherheit bei mobilen Endgeräten und im Kern zum Beispiel durch Verschlüsselung, die zum Standard wird. Bedrohungserkennung (Threat Intelligence) wird sich zu einer zentralen Kategorie im Bereich Data as a Service entwickeln mit einer wachsenden Zahl von Unternehmen, die dazu Informationen beziehen.Zum anderen werden sich die Hersteller im Bereich des konventionellen Dokumentendrucks sichtbar dem 3D-Druck zuwenden. Sie suchen eine gute Ausgangsbasis für den für 2016 erwarteten Kampf um die kommerziellen und industriellen Märkte.


10. Der chinesische Einfluss auf den weltweiten ITK-Markt wird sich 2015 immens verstärken, so die letzte IDC-Prognose. Die chinesischen IT-Ausgaben verantworten 43 Prozent des gesamten Branchenwachstums, ein Drittel aller Smartphone-Käufe und rund ein Drittel aller Online-Shopper gehen auf das Konto Chinas. Durch den grossen Heimatmarkt gewinnen chinesische Cloud- und E-Commerce-Anbieter auch international an Bedeutung (Alibaba bei E-Commerce, Tencent bei sozialen Netzen, Baidu bei den Suchmaschinen). Analog dazu werden die chinesischen Smartphone-Hersteller mit ihren eigenen Marken über ein Drittel des weltweiten Markts für sich beanspruchen. (aks)


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